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Schnuller für Babys – ja oder nein? Sinnvoll oder schädlich?

Schnuller für Babys – ja oder nein? Sinnvoll oder schädlich?

Schnuller für Babys – ja oder nein? Sinnvoll oder schädlich? Eine große Frage des Elternseins ist die Frage für oder gegen einen Schnuller. Ist ein Schnuller sinnvoll? Oder ist er schädlich für dein Baby? Die Antworten auf diese Fragen fallen oft sehr unterschiedlichen aus und es kursieren diverse Meinungen und Ratschläge. Sicher ist, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile gibt, die für oder gegen einen Schnuller sprechen. Mit diesem Artikel werde ich Fakten rund um das Thema Schnuller mit dir teilen und dir helfen eine informierte Entscheidung zu treffen, die zu dir und deinem Baby passt. In diesem Artikel erfährst du: Schnuller Vorteile Schnuller Nachteile Auf was sollte man beim Kauf eines Schnullers achten? Die perfekte Schnullerform Schnuller aus Latex oder Silikon? Die richtige Schnullergröße Schnullerhygiene   Bevor wir nun tiefer in das Thema einsteigen, möchte ich ganz deutlich machen: Es ist nicht falsch einen Schnuller zu benutzen – no mum-shaming please! Es ist auch nicht falsch keinen Schnuller zu benutzen.   Die Schnuller Vorteile Ein Schnuller beruhigt und dient dem Saugbedürfnis Babys haben ein natürliches Saugbedürfnis. Dies wird schon in unserer Sprache sichtbar: „Säugling“ kommt von saugen. Hierbei geht es zum Einen, um das Saugen an der Brust oder der Flasche zur Nahrungsaufnahme. Darüber hinaus haben Babys aber auch ein Bedürfnis nach non-nutritivem Saugen. Diese Art des Saugens kann Kinder beruhigen, schmerzlindernd wirken und beim Einschlafen helfen.  Der Schnuller ist für viele Babys das ultimative Beruhigungsmittel. Saugen wirkt auf Babys beruhigend und hilft der Selbstregulation. Entlastung für Mama und gereizte Brustwarzen Seinem Kind einen Schnuller zu geben hat auch Vorteile für die Mama. Bei besonders hohem Saugbedürfnis kann ein Schnuller eine Entlastung für die Brustwarzen sein. (Achtung hierbei, wenn eure Stillbeziehung noch nicht komplett eingespielt ist – hierzu später mehr.) Beruhigung durch andere Bezugspersonen Auch für andere Bezugspersonen kann der Schnuller von Vorteil sein. Sie können das Baby mit dem Schnuller beruhigen, auch wenn die Mama und ihre Brust gerade nicht dabei sind. Alternative zum Daumenlutschen Der Schnuller ist eine Alternative zum Daumenlutschen und wird von Experten als deutlich besser bewertet. Der Daumen ist nicht ergonomisch geformt und soll dem Kiefer mehr schaden. Außerdem ist der Daumen immer und überall für das Kind verfügbar und aus diesem Grund schwieriger abzugewöhnen.  Therapeutische Wirkung bei Frühgeburten Bei frühgeborenen Babys kann der Schnuller eine therapeutische Wirkung haben. Er kann hilfreich sein, wenn Haut- und Körperkontakt zu den Eltern nicht möglich ist. Außerdem kann der Schnuller bei Frühchen helfen das Verdauungssystem zu aktivieren, um bei der Gewichtszunahme zu helfen. Dies spielt besonders dann eine Rolle, wenn die Kleinen über eine Sonde ernährt werden. Prävention gegen Plötzlichen Kindstod Bei nicht gestillten Kindern zeigen Studien, dass die Verwendung eines Schnullers einen protektiven Effekt gegen SIDS hat, also dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen kann. Dies gilt allerdings nur beim Einschlafen. Anmerkung: Wichtiger als Prävention gegen SIDS ist eine sichere Schlafumgebung. Stillen ist darüberhinaus die wichtigste Präventionsmaßnahmen gegen SIDS. (Hier mehr zum sicheren Schlafen) Soweit die Vorteile, die für das Geben eines Schnuller sprechen. Kommen wir nun zu den Nachteilen: Die Schnuller Nachteile Saugverwirrung durch Schnuller geben  Die Gefahr einer Saugverwirrung deines Babys wird von stillenden Müttern als größter Nachteil eines Schnullers benannt. Es kann sein, dass dein Baby durch das Saugen am Schnuller verwirrt wird und Schwierigkeiten hat, zwischen Brustwarzen-Saugen und Schnuller-Saugen zu unterscheiden. Manche Babys saugen dadurch schlechter an der Brust und nehmen die Brustwarze nicht mehr richtig in den Mund. Aus diesem Grund wird immer ausdrücklich empfohlen mit dem Geben eines Schnullers so lange zu warten, bis die Stillbeziehung gut eingespielt ist. Dies dauert meist um die sechs Wochen. Natürlich gibt es für diese Regel Ausnahmen, wie beispielsweise bei Frühchen. Schnuller als Ersatz für emotionale Zuwendung Der Schnuller ist oftmals die einfachste und schnellste Möglichkeit ein Baby ruhig zu stellen. Und ja, manchmal kann das hilfreich sein, sowohl für die Betreuungsperson, als auch für´s Baby. An der Supermarktkasse zum Beispiel. Bitte denkt aber daran, den Schnuller immer mit Bedacht zu geben. Ein Schnuller kann dein Kind kurzweilig beruhigen, behebt aber nicht die Ursache des Problems, warum es weint. Das ist der entscheidende Punkt. Wenn dein Baby weint, dann hat es etwas, was es stört. Vielleicht Hunger? Eine volle Windel? Oder Schmerzen? Das Stillen-Institut äußert sich dazu wie folgt: „Der Schnuller sollte nicht als erste Beruhigungsmaßnahme für ein unruhiges Baby dienen. Zuwendung, Körperkontakt, Tragen und andere Beruhigungsmöglichkeiten sollen vorrangig verwendet werden. Gestillte Kinder sollen an der Brust nicht nur ihr Nahrungs- sondern auch ihr Saugbedürfnis befriedigen. Eine Begrenzung der Zeit an der Brust, eine Regulierung oder Behinderung des non-nutritiven Saugens an der Brust wird nicht empfohlen.“ (https://www.stillen-institut.com/media/EISL-Infoblatt-Schnuller-Formen-Varianten2021.pdf) Auswirkungen auf Zahn- und Kieferstellung durch den Schnuller Je ungünstiger die Säugerform und je öfter, beziehungsweise länger, der Schnuller zum Einsatz kommt, desto größer die negativen Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferstellung deines Kindes. Weiter unten erkläre ich, wie ein Schnuller am besten geformt sein sollte.  Auswirkungen auf die Sprachentwicklung durch Schnuller Ein zu langes Verwenden eines Schnullers kann sich negativ auf die sprachliche Entwicklung eines Kindes auswirken.  Verminderung der Milchmenge & geringere Gewichtszunahme Der Einsatz eines Schnullers kann die Milchmenge bei stillenden Müttern reduzieren. Durch das Saugen an der Brust, wird die Milchproduktion angeregt. Die Nachfrage beim Stillen bestimmt das Angebot. Wenn das Baby jedoch viel am Schnuller und dadurch weniger an der Brust saugt, kann es zu einer verminderten Milchmenge kommen. Häufiges Saugen am Schnuller und weniger an der Brust kann auch zu weniger Gewichtszunahme bei Säuglingen führen. Hierbei ist die Studienlage allerdings nicht eindeutig. Es ist nicht klar, ob der Einsatz des Schnullers die Ursache für eine geringere Milchmenge und eine geringere Gewichtszunahme ist, oder ob es hierfür andere Gründe gibt. Das Stillen-Institut schreibt hierzu: „Der gelegentliche Einsatz eines Schnullers bei bereits etablierter Stillbeziehung, die ohne Stillprobleme (Wunde Mamillen, Milchstau, Mastitiden etc.) verläuft, scheint keinen negativen Effekt auf das Stillen zu haben. Wenn bereits Stillprobleme bestehen, kann der Schnuller die Situation jedoch verschärfen.“ (https://www.stillen-institut.com/media/EISL-Infoblatt-Schnuller-Formen-Varianten2021.pdf) Auf was sollte man beim Kauf eines Schnullers achten? Die Wahl des richtigen Schnullers ist entscheidend und ausschlaggebend, wie sinnvoll oder schädlich das Schnullern sein kann. Es gibt ein paar Dinge, auf die ihr achten solltet: Wie sieht die perfekte Schnullerform aus? (Quelle: Gudrun von der Ohe, Ärztin und IBCLC für das Europäisches Institut für Stillen und Laktation) Der Schnuller sollte möglichst leicht sein und am besten unter 10 Gramm wiegen. Zu viel Gewicht belasten Kinn und Muskulatur zu stark. Das Lutschteil sollte möglichst wenig Platz im Mund einnehmen. Am besten ist ein symmetrisch und flach elliptisch geformter Sauger. Der Schaft, also der Ansatz des Lutschteils, sollte schmal sein. Sonst ist ein guter Mundschluss schwierig. Schnuller und Lutschteil sollten weich und beweglich Latex ist beispielsweise weicher und beweglicher als Silikon.  Schnuller aus Latex oder Schnuller aus Silikon? Für beide Materialien gibt es Vor- und Nachteile und unterschiedliche Meinungen. Letztlich ist entscheidend, was dein Kind mag – manche Kinder akzeptieren nur eines der Materialien. ;) Schnuller aus Latex Latex ist Naturkautschuk, also ein natürliches Material. Es hat eine bräunliche Farbe, ist weich und elastisch – was es Brustwarzen ähnlich und angenehmer im Mund macht. Ein Nachteil von Latex ist, dass es schneller altert und, dass sich seine Form durch häufiges sterilisieren verändert. Aus diesen Gründen sollte laut Hersteller ein Latex-Schnuller alle vier bis sechs Wochen ausgetauscht werden. Wenn in der Familie eine Latex Allergie bekannt ist, solltet ihr euch direkt für Silikon Schnuller entscheiden.  Schnuller aus Silikon Silikon wird industriell hergestellt. Es ist hypoallergen, geruchs- und geschmacksneutral und frei von schädlichen Stoffen, wie BPA und PVC. Silikon ist nicht ganz so weich, wie Latex, hat aber den Vorteil, dass es nicht so schnell altert und Form wie Farbe länger behält. Die richtige Schnullergröße Auch, wenn verschiedene Größen angeboten werden, empfehle ich euch immer die kleinste Größe zu nehmen. Auch im Laufe der Zeit müsst ihr nicht zu einer größeren Variante wechseln. Umso kleiner das Lutschteil, umso besser – außerdem wächst die Brustwarze ja auch nicht mit und behält ihre Größe. ;) Schnullerhygiene Ein Schnuller kann ein Keimherd sein! Achtet unbedingt auf gute Hygiene. Hierfür ist es ratsam den Schnuller täglich mit geeignetem Spülmittel und Wasser zu reinigen. Bei Neugeborenen sollte man ihn außerdem regelmäßig sterilisieren, beziehungsweise auskochen. Schnuller sollten nach einer Zeit ausgetauscht werden. Kontrolliere regelmäßig, ob der Schnuller porös ist oder seine Form verloren hat. Wenn ja, ist es Zeit für einen neuen. Fazit: Schnuller ja oder nein? Ein Schnuller sollte nicht immer die erste Beruhigungsmaßnahme sein. Er sollte verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Viele vergleichen das Geben eines Schnullers mit Medizin: So wenig, wie möglich. So viel, wie nötig. Denn egal, wie gut und passend die Form ist, dein Baby hat mit einem Schnuller einen Fremdkörper im Mund, wodurch es den Mund nicht richtig schließen kann. Dieser verhinderte Mundschluss kann zu einer unphysiologischen Mundatmung und zu falschen Schluckmustern führen. Bei gestillten Kindern sollte der Schnuller am besten erst dann zum Einsatz kommen, wenn die Stillbeziehung gut eingespielt ist und problemlos läuft. Insgesamt gilt: Je länger (Alter) und je häufiger (Zeit) desto schädlicher kann ein Schnuller sein. Alles in allem ist ein Schnuller ein super Hilfsmittel für dein Baby und dich. Findet einen Weg damit verantwortungsvoll umzugehen – dann ist alles wunderbar! Von Herzen alles Gute, eure baybies-Hebamme Ana
Baby-Stuhlgang verstehen - was ist normal, was nicht?

Baby-Stuhlgang verstehen - was ist normal, was nicht?

Wenn es ein Thema gibt, das im ersten Babyjahr wirklich jede Familie irgendwann beschäftigt, dann ist es der Stuhlgang.Wie oft ist normal? Warum ist das plötzlich grün? Ist das schon Verstopfung? Und wieso hat das Baby dabei so einen roten Kopf? Ganz ehrlich: Kaum etwas sorgt so häufig für Unsicherheit wie die Windel. Und das liegt nicht daran, dass Eltern überempfindlich wären - sondern daran, dass die Verdauung eines Babys in den ersten Monaten unglaublich wandelbar ist. Sie entwickelt sich, passt sich an, reagiert auf Wachstumsschübe, Ernährung, Krankheit, Medikamente, Beikost und manchmal einfach… ohne erkennbaren Grund. Und genau deshalb ist es wichtig, direkt am Anfang zu sagen:Es gibt nicht den einen normalen Baby-Stuhlgang. Warum dieses Thema so viele Eltern verunsichert In meiner Arbeit im Wochenbett erlebe ich täglich, wie sehr Eltern sich über den Stuhlgang Gedanken machen - oft mehr als über alles andere. Die Unterschiede von Baby zu Baby sind riesig: Manche Babys füllen gefühlt jede Windel, andere lassen sich Tage Zeit. Und natürlich beginnt dann schnell der Vergleich mit anderen Kindern, der im Kopf die Alarmglocken läuten lässt. Aber Verdauung ist kein Wettbewerb. Und wenn es um Baby-Stuhlgang geht, bedeutet „anders“ nicht automatisch „nicht normal“. Wie oft ist normal? In den ersten Lebenstagen ist Stuhlgang meistens sehr häufig. Das Baby scheidet zunächst das sogenannte Mekonium aus - das ist das erste, dunkle „Kindspech“. Danach wird daraus der Übergangsstuhl, bis sich schließlich der typische Muttermilchstuhl oder der Stuhl bei Flaschenkindern entwickelt. Und ab diesem Zeitpunkt wird es… sehr individuell. Einige Babys haben mehrmals täglich Stuhlgang. Andere nur alle paar Tage. Und bei voll gestillten Babys kann es sogar völlig normal sein, bis zu sieben bis zehn Tage keinen Stuhlgang zu haben. Das klingt erstmal überraschend, ist aber oft schlicht ein Zeichen dafür, dass die Muttermilch fast vollständig verwertet wird – es bleibt also einfach wenig „Rest“ übrig. Ganz wichtig: Selten bedeutet nicht automatisch Verstopfung.Entscheidend ist immer das Wohlbefinden des Babys. Trinkt es gut? Wirkt es zufrieden? Ist der Bauch weich? Dann ist eine Windelpause oft einfach eine normale Variante. Konsistenz: von flüssig bis breiig Auch hier gilt: Baby-Stuhlgang ist nicht mit Erwachsenen-Stuhl vergleichbar. Gestillte Babys haben meistens einen Stuhl, der weich, breiig bis flüssig ist. Häufig sieht er senfartig aus, manchmal ein bisschen körnig oder „sämig“. Das ist wirklich typisch und kein Grund zur Sorge. Bei Flaschenbabys ist der Stuhl oft etwas fester, aber sollte trotzdem weich bleiben. Mit Beikost verändert sich die Verdauung meist deutlich: Konsistenz, Geruch und Struktur werden „erwachsener“. Plötzlich riecht es anders, die Farbe wird intensiver, und manchmal sieht man sogar einzelne Nahrungsbestandteile wieder. Aufmerksam sollte man werden, wenn der Stuhl sehr hart und kugelig ist oder das Baby stark presst und dabei sichtbar leidet. Denn dann kann es tatsächlich in Richtung Verstopfung gehen. Stuhlfarbe: was ist normal? Das Überraschende: Sehr viele Farben sind normal. Wirklich. Gelb oder senfgelb ist typisch bei Stillkindern. Braun sieht man häufiger bei Flaschennahrung oder Beikost. Orange ist oft einfach ein Karotten- oder Kürbis-Klassiker. Schwarz ist nur in den ersten Tagen normal (Mekonium). Später sollte schwarzer Stuhl immer abgeklärt werden. Weiß oder grau sollte grundsätzlich immer ärztlich abgeklärt werden, ebenso Blut im Stuhl. Und jetzt zum Klassiker, den ich besonders oft in meiner Hebammenarbeit höre: Grüner Stuhlgang bei gestillten Babys - warum das oft völlig normal ist Grüner Stuhlgang wirkt auf viele Eltern sofort „krank“. Dabei ist grün in der Stillzeit wirklich häufig und in sehr vielen Fällen vollkommen unbedenklich. Grün kann zum Beispiel mit der Ernährung der stillenden Mutter zusammenhängen. Sehr viel grünes Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl, größere Mengen Smoothies oder chlorophyllreiche Kost können die Zusammensetzung der Muttermilch leicht verändern und sich in der Windel zeigen. Auch stark zucker- oder fruktosehaltige Ernährung oder plötzliche Umstellungen können eine Rolle spielen. Auch Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel können den Stuhl verfärben. Eisenpräparate sind hier ein besonders häufiger Auslöser. Antibiotika können die Darmflora beeinflussen - bei Mutter und Baby. Magnesium oder bestimmte Vitamine ebenfalls. Das bedeutet nicht, dass etwas „nicht stimmt“, sondern oft einfach nur: Der Körper reagiert. Und dann gibt es noch stillbezogene Gründe: Sehr häufiges Stillen oder viele kurze Stillmahlzeiten können dazu führen, dass das Baby mehr Vormilch bekommt. Vormilch ist laktosereicher und dünner und kann bei manchen Babys zu grünlicherem, flüssigerem Stuhl führen. Auch Wachstumsschübe oder besonders aktive Stillphasen spielen mit rein. Das Wichtigste ist immer das Gesamtbild:Trinkt dein Baby gut? Wirkt es zufrieden? Hat es keine Schmerzen? Nimmt es zu?Wenn ja, ist ein grüner Stuhl meistens einfach eine völlig normale Variante. Abklären sollte man grünen Stuhl, wenn zusätzlich Blut dabei ist, das Baby starke Schmerzen hat, insgesamt krank wirkt oder nicht gut zunimmt. Mein Hebammenfazit dazu ist ganz klar: Die Farbe der Windel sagt weniger aus als das Baby selbst. Grün ist oft einfach normal, besonders in der Stillzeit. Warum Babys beim Stuhlgang oft „arbeiten“ Viele Eltern denken: „Es wirkt so anstrengend, das muss doch Verstopfung sein.“Aber Babys müssen erst die Koordination zwischen Pressen und Loslassen lernen. Bauchmuskulatur und Beckenboden sind noch unreif, und der Darm braucht Zeit, um sich einzuspielen. Deshalb grunzen Babys, werden rot im Gesicht und wirken manchmal sehr konzentriert - auch wenn der Stuhl am Ende weich ist. Wichtig ist: Wenn der Stuhl weich ist, ist es keine Verstopfung, auch wenn es anstrengend aussieht. Wann sollte man genauer hinschauen? Es gibt ein paar Zeichen, bei denen du lieber Rücksprache mit Hebamme oder Kinderärzt:in halten solltest: wenn der Stuhl dauerhaft hart und schmerzhaft ist, wenn dein Baby beim Stuhlgang deutlich leidet, wenn Blut im Stuhl ist oder der Stuhl weiß, grau oder später schwarz wird. Auch ein stark aufgeblähter harter Bauch, schlechtes Trinkverhalten, fehlende Gewichtszunahme oder ein insgesamt schlechter Allgemeinzustand gehören immer dazu. Was Eltern lieber nicht tun sollten Ich verstehe total, dass man helfen möchte. Aber bitte nicht „auf Verdacht“ Zäpfchen oder Abführmittel geben. Auch tägliches Nachhelfen mit Thermometer oder ähnlichem kann den Körper daran gewöhnen und die natürliche Regulation stören. Und das ständige Vergleichen mit anderen Babys führt meistens nur zu unnötigem Stress, weil es einfach keine Einheitsnorm gibt. Meine Hebammen-Tipps für den Alltag Versuch, das Baby mehr zu beobachten als die Windel. Oft zeigt dir dein Baby viel deutlicher, ob wirklich etwas nicht stimmt. Nähe, Tragen, Wärme, sanfte Bauchmassage oder Fahrradbewegungen können helfen, wenn die Verdauung träge wirkt. Und manchmal hilft vor allem eins: Vertrauen. Verdauung ist Entwicklung, und Veränderungen gehören dazu. Babys sind individuell - und ihre Verdauung auch.Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen hilft oft am meisten. Love,eure baybies Hebamme Ana 🤍
Warum eine Wind- und Wettercreme für Babys so wichtig ist

Warum eine Wind- und Wettercreme für Babys so wichtig ist

Wenn es draußen kalt, windig oder nass wird, merken wir selbst schnell, wie empfindlich unsere Haut reagiert. Für Babys gilt das noch viel mehr: Ihre Haut ist unglaublich zart und braucht in den ersten Lebensmonaten besonderen Schutz. Eine Wind- und Wettercreme kann hier ein kleiner Alltagsheld sein, gerade in der kalten Jahreszeit. Warum das so ist und worauf Eltern achten sollten, erklärt euch eure baybies Hebamme Ana. Die Besonderheiten der Babyhaut Babyhaut ist etwa fünfmal dünner als Erwachsenenhaut. Das bedeutet, dass sie Feuchtigkeit schneller verliert, Temperaturreize stärker wahrnimmt und äußere Einflüsse unmittelbarer spürt. Der natürliche Hydrolipidfilm, also die Schutzschicht aus Fett und Feuchtigkeit, ist noch nicht vollständig ausgereift. Deshalb reagiert die Haut empfindlicher auf Wind, Kälte und Temperaturschwankungen. Auch die Talgdrüsen arbeiten in den ersten Lebensmonaten kaum, weshalb Babys keinen eigenen schützenden Fettfilm bilden können. Die Folge: Die Haut trocknet leichter aus, wird spröde, rissig oder gerötet - besonders an Wangen, Nase, Kinn und kleinen Händchen. Gerade bei Ausflügen nach draußen braucht die Babyhaut Unterstützung, um weich, geschmeidig und gesund zu bleiben. Wie eine Wind- & Wettercreme schützt Eine gute Wind- und Wettercreme legt sich wie ein zarter Schutzmantel auf die Haut. Sie bildet eine atmungsaktive Barriere, die vor Kälte, Wind und Feuchtigkeitsverlust bewahrt, ohne die Haut zu belasten oder zu „zukleistern“. Viele Cremes enthalten hochwertige pflanzliche Öle wie Bio-Sonnenblumen-, Jojoba- oder Aprikosenkernöl, die besonders hautfreundlich sind und die natürliche Balance unterstützen. Ein entscheidender Punkt ist, dass Wind- und Wettercremes kaum oder gar kein Wasser enthalten. Würde Wasser auf kalter Haut verdunsten, könnte es sie zusätzlich auskühlen. Deshalb sind diese Cremes ideal für Spaziergänge im Herbst und Winter aber auch perfekt geeignet für frische Bergluft oder windige Tage am Meer. Sie schützen, ohne zu überpflegen, und helfen der Haut, selbst in Balance zu bleiben. Worauf Eltern beim Kauf achten sollten Eltern sollten beim Blick auf die Inhaltsstoffe darauf achten, dass die Creme reichhaltig ist, ohne sich klebrig anzufühlen und idealerweise nur wenig oder gar kein Wasser enthält. Natürliche Inhaltsstoffe sind besonders sanft zur zarten Babyhaut, am besten in Bio-Qualität. Auf Mineralöle, Silikone und synthetische Duftstoffe sollte verzichtet werden - ebenso auf Alkohol, der die Haut austrocknen könnte. Da Parfüm häufig reizt, sind parfümfreie Formulierungen für Babys immer die bessere Wahl. Kinder mit sehr empfindlicher Haut oder Neurodermitis profitieren davon, neue Produkte zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen. Warum wir die baybies Wind- & Wettercreme lieben Unsere baybies Wind- & Wettercreme wurde mit viel Hebammenwissen entwickelt - sanft, sicher und besonders hautverträglich. Sie ist Ökotest Testsieger (12/24, „sehr gut“) und schützt zuverlässig vor Kälte und Wind, während sie den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt der Haut bewahrt. Durch ihre besonders milde Formulierung eignet sie sich hervorragend für sehr sensible Babyhaut. Sie ist zertifizierte Naturkosmetik (NATRUE), kommt ganz ohne Duftstoffe aus, ist vegan, nachhaltig und dermatologisch getestet. Kurz gesagt: Ein kleines Kraftpaket für die kalte Jahreszeit und ein treuer Begleiter in jeder Wickeltasche. Praktische Hebammen-Tipps zur Anwendung Für optimalen Schutz empfiehlt es sich, die Creme etwa 15 bis 20 Minuten vor dem Rausgehen aufzutragen. So kann sie sich gut auf der Haut verteilen und ihre volle Wirkung entfalten. Besonders Wangen, Kinn, Nase und Händchen profitieren von einer extra Portion Aufmerksamkeit. Dabei reicht ein dünner, gleichmäßiger Film völlig aus. Nach dem Spaziergang darf die Haut mit einem weichen Tuch sanft abgetupft werden. Und wenn sie sich trocken anfühlt, kann anschließend mit einer milden Pflegecreme oder einem leichten Öl nachgepflegt werden. Natürlich ersetzt die Creme keine warme Kleidung- Mütze, Schal und Handschuhe sind weiterhin unverzichtbar. Und noch ein kleiner Tipp: Die Wind- und Wettercreme eignet sich nicht nur für Babys, sondern auch wunderbar für Erwachsene mit empfindlicher Haut, etwa bei trockenen Lippen oder rauen Händen. Gut geschützt durch jedes Wetter Mit einer hochwertigen Wind- und Wettercreme bleibt Babys Haut auch an kalten Tagen weich, geschützt und angenehm versorgt. Eltern können darauf vertrauen, dass ihre Kleinen draußen bestens geschützt sind - ein kleiner Helfer mit großer Wirkung im Familienalltag. Love, eure baybies Hebamme Ana 💛
Clusterfeeding - warum dein Baby plötzlich ständig an die Brust will

Clusterfeeding - warum dein Baby plötzlich ständig an die Brust will

Gerade dachtest du, ihr hättet euren Rhythmus gefunden und plötzlich möchte dein Baby den ganzen Abend an die Brust. Kaum löst du es, sucht es wieder. Du fragst dich, ob du zu wenig Milch hast oder ob dein Baby nicht richtig satt wird. Gleichzeitig fühlst du dich unsicher, voller Fragen und auch einfach müde vom vielen Anlegen, besonders abends und nachts. Die gute Nachricht: Dieses Verhalten hat einen Namen - Clusterfeeding - und es ist vollkommen normal. Was bedeutet Clusterfeeding überhaupt? Beim Clusterfeeding möchte dein Baby in kurzen Abständen immer wieder gestillt werden. Es handelt sich dabei nicht um regelmäßige Mahlzeiten alle zwei bis drei Stunden, sondern um mehrere Stillsequenzen, die direkt hintereinander stattfinden. Häufig zeigt sich das am Nachmittag oder Abend, manchmal auch in intensiven Entwicklungs- oder Wachstumsphasen. Clusterfeeding ist keine Störung, kein „Fehlverhalten“ und schon gar kein Zeichen dafür, dass dein Baby nicht genug bekommt. Es ist ein ganz normales, biologisches Bedürfnis. Manche Babys zeigen es sehr ausgeprägt, andere nur leicht - alles liegt im Rahmen und alles ist richtig so, wie es ist. Warum Babys so oft an die Brust wollen In den ersten Lebenswochen stellt sich die Milchproduktion noch ein. Dein Körper arbeitet nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage: Je häufiger dein Baby trinkt, desto mehr Milch wird gebildet. Wenn die Brust regelmäßig entleert wird, erhält dein Körper das Signal, dass eine größere Menge produziert werden soll. Häufiges Anlegen bedeutet also nicht, dass du zu wenig Milch hast, im Gegenteil: Dein Baby hilft dir, genau die richtige Menge für seinen wachsenden Bedarf zu produzieren. Besonders in Wachstumsphasen, oft um die 2., 6. und 12. Lebenswoche, aber individuell sehr unterschiedlich, benötigen Babys mehr Energie. Durch häufiges Stillen bekommen sie außerdem mehr der besonders fettreichen Hintermilch, die am Ende jeder Stillmahlzeit fließt und besonders gut sättigt. Und nicht zu vergessen: Babys stillen nicht nur, weil sie Hunger haben. Sie stillen auch ihre emotionalen Bedürfnisse: Nähe, Geborgenheit und Sicherheit. Brust und Körperkontakt sind für sie ein sicherer Hafen. Warum besonders die Abende so intensiv sind Viele Eltern kennen es: Gegen Abend wird das Stillen gefühlt zum Dauereinsatz. Das liegt daran, dass der Milchspendereflex zu dieser Tageszeit bei vielen Frauen etwas träger ist, sodass das Baby länger saugen muss, bis die Milch fließt. Gleichzeitig verarbeiten Babys abends all die Eindrücke des Tages - Stillen beruhigt, hilft beim Runterkommen und schenkt Nähe. Für Eltern ist diese Kombination oft herausfordernd. Gerade dann, wenn man selbst vom Tag erschöpft ist und die Akkus leer sind. Umso wichtiger ist es zu wissen: Diese Phasen sind vorübergehend. Sie kommen, gehen und sie bedeuten nicht, dass etwas nicht stimmt. Aber sie dürfen sich anstrengend anfühlen. Ich kenne das sehr gut, sowohl aus eigener Erfahrung mit meiner Tochter als auch aus der Begleitung vieler Familien im Wochenbett. Deshalb möchte ich dir ein paar praktische, tröstende Hebammen-Tipps mitgeben. Wie du Clusterfeeding entspannter überstehen kannst Mach es dir so gemütlich wie möglich. Bereite dir etwas zu trinken, Snacks, ein Kissenmeer oder eine kuschelige Decke vor und richte dir einen kleinen Wohlfühlplatz ein. Viele Frauen lesen, hören Podcasts oder lassen sich von einer Serie berieseln. Alles, was dich entspannt, ist willkommen, Hauptsache, du fühlst dich wohl und dein Baby spürt diese Ruhe. Auch Tragen kann in dieser Phase Wunder wirken. Ein Tragetuch oder eine Tragehilfe sorgt für Nähe, beruhigt dein Baby und gibt dir gleichzeitig die Hände frei. Wenn dein Baby unruhig wirkt, kann es helfen, die Brust zu wechseln. Und bitte: Vertraue deinem Körper. Häufiges Stillen bedeutet nicht automatisch „zu wenig Milch“. Du und dein Baby seid ein eingespieltes Team, auch wenn es sich zwischendurch holprig anfühlt. Hol dir Unterstützung. Lass den Haushalt liegen, bitte deinen Partner oder dein Umfeld um Hilfe und sprich mit deiner Hebamme, wenn du dir Sorgen machst. Gerade nachts ist Stillen im Liegen eine große Entlastung für Rücken und Körper - übe es, wenn du magst, auch tagsüber, bis es sich sicher anfühlt. Wenn du sehr oft anlegst, können die Brustwarzen empfindlich reagieren. Das ist nicht ungewöhnlich. Lass sie zwischendurch an der Luft trocknen, trage ein paar Tropfen Muttermilch auf, sie ist ein kleines Heilwunder, und gönn dir bei Bedarf sanfte Pflege. Unser baybies Nipple Balm eignet sich hier wunderbar: Er beruhigt, pflegt und unterstützt die Hautregeneration ganz ohne unnötige Zusätze. So können sich deine Brustwarzen erholen und das Stillen bleibt angenehm. Wann du genauer hinschauen solltest Clusterfeeding ist meistens völlig normal. Trotzdem solltest du deine Hebamme oder Kinderärztin kontaktieren, wenn dein Baby nicht zunimmt, weniger nasse Windeln hat oder dauerhaft sehr unruhig wirkt. In solchen Fällen lohnt es sich, gemeinsam genauer hinzuschauen. Ein kleiner Reminder für dein Herz Clusterfeeding kann anstrengend sein, manchmal sogar zermürbend - aber es ist ein Zeichen dafür, dass dein Baby und dein Körper wunderbar zusammenarbeiten. Diese intensiven Phasen gehen vorüber. Dein Baby wächst, gedeiht und holt sich genau das, was es braucht. Und du machst das großartig. Love, eure baybies Hebamme Ana 💛
Die ersten Wochen als Familie - Was frischgebackene Väter brauchen

Die ersten Wochen als Familie - Was frischgebackene Väter brauchen

Wenn ein Baby geboren wird, ändert sich alles – nicht nur für die Mutter. Auch der Vater tritt in eine völlig neue Rolle, die gleichzeitig überwältigend, wundervoll und herausfordernd sein kann. Doch während das Wochenbett oft ganz selbstverständlich mit der Regeneration der Mutter verbunden wird, bleiben die Gefühle, Gedanken und Unsicherheiten vieler Väter häufig im Hintergrund. Dabei sind sie in dieser ersten Zeit genauso mittendrin. Und doch fühlen sie sich oft außen vor. Zwischen Hilflosigkeit und dem Wunsch, alles richtig zu machen Viele frischgebackene Väter möchten von Anfang an Verantwortung übernehmen. Sie wollen helfen, da sein, unterstützen und haben dennoch das Gefühl, nicht zu wissen, wie. Besonders in den ersten Tagen nach der Geburt erleben viele Männer ein Wechselbad der Gefühle: Sie fühlen sich überfordert, unsicher im Umgang mit dem Baby, haben Angst, etwas falsch zu machen - vielleicht sogar, das Baby falsch hochzuheben oder es beim Anziehen zu verletzen. Gleichzeitig spüren sie einen enormen Druck: Sie möchten für ihre Partnerin da sein, das Baby versorgen, den Haushalt stemmen, beruflich weiterhin funktionieren und auch noch den Erwartungen gerecht werden, die an einen „modernen Vater“ gestellt werden. Dieser Spagat kann emotional anstrengend und auf Dauer zermürbend sein - vor allem, wenn über diese Gefühle nicht gesprochen wird. Denn genau das passiert häufig: Viele Väter behalten ihre Überforderung für sich. Nicht aus Desinteresse, sondern aus Unsicherheit oder weil sie glauben, dass für ihre Sorgen gerade kein Platz ist. Von 0 auf 100: Der plötzliche Rollenwechsel Während Schwangere die Veränderung körperlich erleben, mit jeder Bewegung, jedem Tritt, jeder Untersuchung, bleibt die Schwangerschaft für viele Männer abstrakt. Sie sehen den wachsenden Bauch, sie begleiten vielleicht sogar zu Vorsorgeterminen, aber sie spüren das Baby nicht in sich. Und dann, von einem Tag auf den anderen, ist das Baby da. Das Leben steht Kopf, alles ist neu. Viele Väter berichten, dass sie das Gefühl haben, noch gar nicht wirklich „angekommen“ zu sein. Die neue Rolle fühlt sich fremd an, obwohl sie so dringend gebraucht werden. Diese Diskrepanz zwischen äußerer Erwartung und innerem Erleben ist keine Schwäche. Sie ist menschlich. Und sie darf Raum bekommen. Als Hebamme ermutige ich deshalb alle Väter: Seid von Anfang an Teil dieser Reise. Nehmt Kontakt zum Baby auf, schon während der Schwangerschaft. Legt eure Hand auf den Bauch, sprecht mit dem Baby, auch wenn es sich zunächst ungewohnt anfühlt. Fragt bei Vorsorgeterminen, ob ihr die Herztöne hören dürft. Nehmt am Geburtsvorbereitungskurs teil. All diese kleinen Momente schaffen Nähe und stärken die Verbindung – lange bevor das Baby auf der Welt ist. Der „moderne Vater“ und der innere Druck Die Rolle des Vaters hat sich gewandelt. Heute soll er emotional präsent sein, gleichberechtigt im Haushalt mithelfen, beruflich engagiert bleiben und sich liebevoll um das Baby kümmern. Das ist ein großer Fortschritt, aber auch eine große Aufgabe. Viele Männer haben keine Vorbilder für diese neue Vaterrolle. Was bedeutet es, präsent zu sein? Wie geht das: feinfühlig sein, ohne sich selbst zu verlieren? Diese Fragen dürfen gestellt werden, ohne Scham und ohne den Anspruch, alles sofort richtig machen zu müssen. Denn niemand wird als perfekter Vater geboren. Vatersein ist ein Lernprozess. Und es ist völlig in Ordnung, dabei Fehler zu machen, Fragen zu stellen und eigene Wege zu finden. Bindung entsteht durch Nähe, nicht durch Brust Eine der größten Sorgen vieler Väter ist: „Wie kann ich eine Bindung zum Baby aufbauen, wenn ich nicht stille?“ Die Antwort ist einfach: durch Nähe. Babys brauchen vor allem das Gefühl, gehalten und wahrgenommen zu werden. Väter können das genauso gut wie Mütter, auf ihre eigene Art. Haut-an-Haut-Kontakt, gemeinsames Kuscheln, Tragen in der Tragehilfe, Baden, Wickeln, Singen, beruhigen, anschauen - all das sind Möglichkeiten, Nähe zu schaffen und Beziehung aufzubauen. Oft sind es gerade die kleinen Rituale, die eine ganz eigene Verbindung entstehen lassen. Sicherheit entsteht durch Tun, nicht durch Zuschauen Um sich sicher zu fühlen, brauchen Väter keine langen To-do-Listen, sie brauchen echte Beteiligung. Wenn Männer von Anfang an in alltägliche Aufgaben eingebunden werden, stärkt das nicht nur ihre Beziehung zum Baby, sondern auch ihr Selbstvertrauen. Das bedeutet: Nicht nur fragen „Wie kann ich helfen?“, sondern selbst übernehmen: Wickeln, tragen, Termine mitorganisieren, Kleidung aussuchen, nach dem Stillen übernehmen. Auch beim Stillen selbst können Väter unterstützen: ein Kissen zurechtrücken, ein Glas Wasser holen, das Baby im Anschluss beruhigen. Und ja, auch Väter brauchen Bestärkung, ein „Du machst das richtig gut“ wirkt manchmal Wunder. Zwischen Nähe, Müdigkeit und der Suche nach Zeit zu zweit Die Geburt eines Kindes verändert nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch die Paarbeziehung. Zärtlichkeit, Intimität, Nähe - all das verschiebt sich. Viele Väter vermissen ihre Partnerin: körperlich, emotional, im Alltag. Gleichzeitig entstehen durch Schlafmangel, Überforderung und unterschiedliche Bedürfnisse schnell Missverständnisse. Es hilft, wenn man sich bewusst kleine gemeinsame Momente schafft - zehn Minuten am Tag, in denen man miteinander spricht, einen Kaffee zusammen trinkt oder einfach nur zuhört. Diese Zeit ist kein Luxus, sondern wichtig, um als Team gemeinsam in die neue Rolle hineinzuwachsen. Wenn das Wochenbett zur seelischen Belastung wird - auch für Väter Was viele nicht wissen: Auch Väter können unter einer Wochenbettdepression leiden. Die Symptome zeigen sich oft anders als bei Frauen - Gereiztheit, Rückzug, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme, ein Gefühl von innerer Leere oder Überforderung. Viele Männer versuchen, einfach „zu funktionieren“. Doch auch sie haben ein Recht darauf, Hilfe zu bekommen. Hebammen, Ärzt*innen, Beratungsstellen,  es gibt Anlaufstellen und es ist kein Zeichen von Schwäche, sie in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Es ist ein Zeichen von Stärke. Austausch tut gut, auch unter Vätern Väter brauchen Kontakt zu anderen Vätern, zu ihrer Hebamme, zu Ansprechpartnern, die ihnen zuhören, ohne zu bewerten. Ein Austausch auf Augenhöhe schafft Entlastung, Verständnis, manchmal sogar Freundschaft. Das kann ein Gespräch bei der Nachsorge sein, ein digitales Forum oder ein Spaziergang mit dem Kinderwagen. Wenn Väter lernen dürfen, wenn sie Fragen stellen dürfen, wenn sie erleben, dass sie genauso wichtig sind – dann wächst ihr Vertrauen. In sich selbst, in die Partnerschaft, in die neue Rolle. Was ich als Hebamme Vätern mit auf den Weg geben möchte Ihr seid mehr als „die Hilfe im Hintergrund“. Ihr seid Bezugspersonen, Väter, Menschen mit Gefühlen, Zweifeln, Fragen und großem Herz. Ihr müsst nicht alles können, aber ihr dürft alles lernen. Bindung entsteht durch Nähe. Sicherheit entsteht durch Tun. Und euer eigener Weg als Vater darf Schritt für Schritt wachsen. Sprecht darüber. Fragt nach. Traut euch. Ihr seid nicht allein. Alles Liebe wünscht euch,  Eure Hebamme Ana 💛  
U1 & U2 – Was passiert bei den ersten Untersuchungen deines Babys?

U1 & U2 – Was passiert bei den ersten Untersuchungen deines Babys?

Die ersten Tage mit deinem Baby sind voller neuer Eindrücke, Emotionen – und auch wichtiger medizinischer Untersuchungen. Zwei davon sind die U1 und U2. Sie gehören zu den sogenannten U-Untersuchungen, die sicherstellen sollen, dass dein Kind gesund aufwächst und mögliche Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden. Was sind U-Untersuchungen überhaupt? U-Untersuchungen sind gesetzlich vorgeschriebene Vorsorgeuntersuchungen für Kinder – sie beginnen direkt nach der Geburt (mit der U1) und begleiten dein Kind bis ins Jugendalter. Dabei geht es nicht nur um körperliche Gesundheit, sondern auch um die geistige und soziale Entwicklung. Ihr Ziel ist es, diese Entwicklung regelmäßig zu beobachten und bei Bedarf gezielt fördern zu können. Frühzeitig erkannt, lassen sich viele Erkrankungen oder Entwicklungsverzögerungen gut behandeln – deshalb ist diese medizinische Begleitung so wichtig. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung vollständig übernommen. In den meisten Bundesländern sind die U1 bis U9 sogar verpflichtend. Verpasste Termine werden an das Einwohnermeldeamt oder Gesundheitsamt gemeldet. Du bekommst dann eine Erinnerung, damit dein Kind keine Untersuchung versäumt. Das wirkt streng, aber die Idee dahinter ist, jedem Kind in Deutschland die bestmögliche medizinische Versorgung zu bieten - unabhängig von Herkunft, Lebenssituation oder Wohnort. U1 – Die erste Untersuchung direkt nach der Geburt Die U1 findet innerhalb der ersten Minuten nach der Geburt statt – in der Regel noch im Kreißsaal. Meist übernimmt die Hebamme diese Untersuchung, insbesondere wenn dein Baby gesund und stabil zur Welt kommt. Sollte es Besonderheiten geben, wird eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen. Geprüft wird, ob dein Baby lebensfähig ist. Dabei achtet die Fachperson auf Atmung, Herzschlag, Muskeltonus, Hautfarbe und Reflexe. Der sogenannte APGAR-Score wird nach 1, 5 und 10 Minuten ermittelt – je höher die Punktzahl, desto stabiler der Zustand deines Babys. Außerdem erhält dein Neugeborenes Vitamin-K-Tropfen zur Vorbeugung gegen Blutgerinnungsstörungen. Diese erste Untersuchung erfolgt idealerweise ganz nah bei dir – zum Beispiel auf deiner Brust oder direkt neben dir im Bett. Sollte dein Baby aus medizinischen Gründen kurzzeitig von dir getrennt sein, kann dein Partner oder deine Begleitperson in der Nähe bleiben. So fühlt sich dein Baby von Anfang an sicher und gut begleitet. Neugeborenen-Screening: Fersenbluttest zwischen 36 und 72 Stunden Zwischen U1 und U2 steht eine weitere wichtige Maßnahme an: das sogenannte Neugeborenen-Screening. Dabei wird deinem Baby ein paar Tropfen Blut aus der Ferse entnommen. Getestet wird auf seltene, aber behandelbare Stoffwechsel- und Hormonstörungen wie z. B. Hypothyreose oder Mukoviszidose. Das Screening darf frühestens nach 36 Stunden Lebensalter durchgeführt werden und muss spätestens 72 Stunden nach der Geburt erfolgen. Dieser Zeitraum ist entscheidend – das Screening ist also nicht automatisch Teil der U2, sondern hängt vom Zeitpunkt ab. Bei stationären Geburten wird der Test oft in der Klinik gemacht, wenn das Baby alt genug ist. Bei ambulanten Geburten oder Hausgeburten übernimmt ihn manchmal die Hebamme – sprich das am besten schon vor der Geburt mit ihr ab. Falls sie das Screening nicht anbietet, muss es zeitnah in einer Klinik oder Kinderarztpraxis durchgeführt werden. U2 – Die zweite Untersuchung in den ersten Lebenstagen Die U2 ist die erste umfassende kinderärztliche Untersuchung. Sie findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt. Wenn ihr noch stationär in der Klinik seid, wird sie meist dort durchgeführt. Andernfalls macht ihr einen Termin in einer Kinderarztpraxis. Es gibt auch wenige Ärzt:innen, die für die U2 Hausbesuche anbieten – allerdings ist das eher die Ausnahme. Gerade wenn du ambulant entbunden hast oder schnell nach Hause gehst, kann es angenehm sein, den U2-Termin näher an den 10. Tag zu legen. So bleibt euch etwas mehr Ruhe in den ersten Tagen. Tipp: Kümmere dich am besten schon während der Schwangerschaft um eine passende Kinderarztpraxis. Viele Praxen sind gut ausgelastet. Frag frühzeitig nach, ob neue Patienten aufgenommen werden, und kündige an, dass ihr die U2 dort machen möchtet. Den konkreten Termin vereinbart ihr dann nach der Geburt. Bei der U2 wird dein Baby gründlich untersucht: Herz, Lunge, Bauchorgane, Genitalien, Haut, Augen, Wirbelsäule und Hüften stehen im Fokus. Auch das Nervensystem wird überprüft – Reflexe, Muskeltonus und Reaktionen geben wichtige Hinweise auf die Entwicklung. Dazu kommen Messungen von Gewicht, Größe und Kopfumfang sowie eine Einschätzung des Trinkverhaltens und der Verdauung. Falls es vorher nicht gemacht wurde, kann auch ein Hörscreening stattfinden. Fazit Die U1 und U2 sind mehr als nur formale Termine – sie sind ein bedeutender Startpunkt in das Leben deines Babys. Sie helfen dabei, die Gesundheit deines Kindes ganz früh im Blick zu behalten und mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen. Deshalb solltest du unbedingt auf die Termine achten - auch wenn alles “gut aussieht”. Hast du Fragen zur U2 oder zur weiteren Entwicklung deines Babys? Dann notiere dir deine Gedanken ruhig im Vorfeld. In der Praxis vor Ort vergisst man meist schnell, was man eigentlich besprechen wollte. Und zu guter letzt: Es ist absolut okay, alles zu fragen, was dir auf dem Herzen liegt! Alles Liebe wünscht dir,  deine Hebamme Ana  
Haut-zu-Haut: Warum Kuscheln für dein Baby (und dich) so wichtig ist

Haut-zu-Haut: Warum Kuscheln für dein Baby (und dich) so wichtig ist

Direkt nach der Geburt – aber auch in den Tagen und Wochen danach – gibt es kaum etwas Wichtigeres und gleichzeitig Einfacheres, als dein Baby ganz nah bei dir zu haben. Der sogenannte Haut-zu-Haut-Kontakt, bei dem dein nacktes Baby (gegebenenfalls mit Windel und Mützchen) auf deinem unbedeckten Oberkörper liegt, ist viel mehr als nur eine schöne Kuscheleinheit. Er ist ein echtes Geschenk der Natur – mit unglaublich vielen positiven Effekten für euer Baby, für dich und für die ganze Familie. Ein sanfter Start ins Leben In den ersten Stunden nach der Geburt erlebt dein Baby den größten Umbruch seines bisherigen Lebens: vom warmen, schützenden Mutterleib hinein in eine laute, helle und völlig neue Welt. Haut-zu-Haut-Kontakt wirkt in diesem Moment wie ein sicherer Hafen. Dein Körper hilft dem kleinen Menschen dabei, sich zu stabilisieren – ganz ohne medizinisches Zutun. Atmung, Herzfrequenz und Körpertemperatur regulieren sich im engen Körperkontakt wie von selbst. Gleichzeitig sorgt die Nähe dafür, dass der Blutzuckerspiegel deines Babys stabil bleibt – ein entscheidender Punkt in den ersten Lebensstunden. Und auch emotional bedeutet dieser Kontakt pure Geborgenheit: Dein Baby weint weniger, wirkt ruhiger und kann sich besser auf das neue Umfeld einstellen. Viele Babys zeigen in dieser Zeit schon instinktiv erste Such- und Saugbewegungen – ein wunderbarer Start fürs Stillen. Ganz nebenbei wird bei Mama und Baby das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – das sorgt für Entspannung, reduziert Stress und schafft eine intensive emotionale Verbindung. Auch nach einem Kaiserschnitt: Nähe ist möglich Wenn du einen Kaiserschnitt hattest oder nach der Geburt medizinisch versorgt wirst, ist das kein Grund zur Sorge. In dieser Zeit kann der Papa oder eine andere enge Bezugsperson übernehmen und das Baby auf der Brust willkommen heißen. Auch hierbei entstehen Nähe, Bindung und Sicherheit – und euer Baby spürt: Ich bin nicht allein. Ich bin geborgen. Sobald es dir gut geht, darfst auch du dein Baby ganz nah bei dir haben. Die Verbindung wird dadurch nicht weniger stark – im Gegenteil. Der Körperkontakt von Papa und Mama kann sehr heilsam sein und euch beiden helfen, in Ruhe in eure neue Rolle hineinzuwachsen. Warum Hautkontakt auch für Mamas so wertvoll ist Nicht nur für dein Baby, auch für dich hat Haut-zu-Haut-Kontakt enorme Vorteile. Durch die vermehrte Oxytocin-Ausschüttung wird nicht nur die emotionale Bindung gestärkt, sondern auch die Milchbildung unterstützt und die Rückbildung der Gebärmutter gefördert. Gleichzeitig kann regelmäßiger Hautkontakt helfen, postpartalen Stress oder depressive Verstimmungen zu lindern und stärkt dein Vertrauen in dich und deinen Körper. Du merkst: Ich kann mein Baby beruhigen. Ich bin genau richtig für mein Kind. Auch Papas sollten kuscheln Gerade in den ersten Tagen ist es oft der Papa, der übernimmt, wenn Mama eine Pause braucht – und das ist wunderbar. Denn auch bei Vätern werden beim Kuscheln Bindungshormone ausgeschüttet. Das fördert die Vater-Kind-Beziehung von Anfang an, schafft Nähe und gibt Sicherheit. Und ja: Auch Frühgeborene oder Babys nach Kaiserschnitt profitieren enorm davon. Für viele Väter ist der erste Hautkontakt ein bewegender Moment, in dem sie sich plötzlich ganz „angekommen“ fühlen – in ihrer neuen Rolle als Papa. Und danach? Kuscheln darf bleiben! Haut-zu-Haut-Kontakt ist nicht auf die ersten Stunden nach der Geburt begrenzt. Auch im Wochenbett, beim Tragen, beim Stillen oder einfach mal zwischendurch auf dem Sofa – dieser intensive Körperkontakt bleibt wertvoll. Studien zeigen, dass Babys, die regelmäßig hautnah bei ihren Eltern sind, oft besser schlafen, weniger Stress zeigen und insgesamt eine stärkere emotionale Regulation entwickeln. Die Gehirnentwicklung wird gefördert, das Immunsystem gestärkt – und die Bindung wächst Tag für Tag. Rebonding: Es ist nie zu spät Manchmal läuft die Geburt anders als geplant. Vielleicht war dein Baby auf der Neugeborenen-Intensivstation. Vielleicht musstest du dich selbst erst einmal erholen. Vielleicht war einfach alles zu viel. Und dann plagt einen schnell das Gefühl: „Ich habe etwas verpasst.“ Doch bitte: Atme tief durch – denn es ist nie zu spät, den Hautkontakt nachzuholen. Babys sind unglaublich anpassungsfähig und stark. Sie sind bereit, sich auch später noch mit ihren Eltern zu verbinden – auf ganz natürliche Weise. Das sogenannte Rebonding kann helfen, genau diese Nähe nachzuholen. Gemeinsam kuscheln, baden, tragen – liebevolle Rituale wie ein Bonding-Bad, bei dem du mit deinem Baby im warmen Wasser bist, können heilsam und verbindend wirken. Auch hier gilt: Eine Hebamme kann euch dabei unterstützen, passende Wege für euch zu finden. Fazit: Nähe als tägliches Geschenk Der Hautkontakt ist nicht nur ein „Wochenbett-Ding“. Auch später im Alltag darf es diese innigen, warmen Momente geben – beim Kuscheln nach dem Baden, beim gemeinsamen Schlafen oder einfach beim Stillen mit nackter Haut. Diese kleinen Momente im Alltag sind oft die wertvollsten. Sie stärken nicht nur euer Band, sondern tun auch einfach gut – euch beiden. Haut-zu-Haut-Kontakt ist daher so viel mehr als nur Kuscheln. Er ist Verbindung, Beruhigung, Vertrauen, Gesundheit – ein echtes Wunder der Natur, das du jederzeit (wieder) erleben kannst. Alles Liebe wünscht Dir, Deine Hebamme Ana 💕
Beikost-Einführung: Wann, wie und warum – ganz entspannt starten

Beikost-Einführung: Wann, wie und warum – ganz entspannt starten

Für viele Eltern ist es ein ganz besonderer Moment, wenn ihr Baby das erste Mal etwas anderes als Milch bekommt. Gleichzeitig tauchen aber auch viele Fragen auf: Wann ist der richtige Zeitpunkt? Was soll ich anbieten? Und wie viel braucht mein Baby überhaupt? Keine Sorge – wir schauen uns das alles Schritt für Schritt an. Wann ist der richtige Zeitpunkt für Beikost? Die meisten Babys sind zwischen dem vollendeten vierten und sechsten Lebensmonat bereit, erste Erfahrungen mit fester Nahrung zu machen. Viel entscheidender als das Alter sind jedoch die sogenannten Reifezeichen. Dein Baby sollte mit Unterstützung aufrecht sitzen können, den Kopf selbstständig halten und der Zungenstoßreflex – also das automatische Herausschieben von Essen mit der Zunge – sollte deutlich abgeschwächt sein. Erst wenn diese Zeichen gegeben sind, ist dein Baby wirklich bereit, Beikost kennenzulernen. Und bitte: Vergleiche dein Kind nicht mit anderen. Jedes Baby entwickelt sich in seinem ganz eigenen Tempo. Es ist völlig normal, wenn dein Kind ein paar Wochen früher oder später bereit ist. Vertrau auf dein Bauchgefühl und beobachte dein Baby – ihr findet gemeinsam den richtigen Moment. Brei oder Fingerfood – oder beides? Es gibt viele Wege, wie du mit der Beikost starten kannst – und keinen, der für alle gleich gut passt. Manche Familien entscheiden sich für den klassischen Weg mit Brei, andere für das Baby-led Weaning (kurz: BLW), bei dem das Baby von Anfang an selbstständig mit den Händen isst. Und viele finden sich irgendwo dazwischen wieder und kombinieren beides ganz flexibel – je nachdem, was gerade besser passt. Was wirklich zählt, ist, dass ihr euch dabei wohlfühlt. Die Milch (Muttermilch oder Formula) bleibt im gesamten ersten Lebensjahr die Hauptnahrungsquelle. Das heißt: Am Anfang darf Beikost vor allem Spaß machen, zum Entdecken einladen – ohne Druck, ohne Erwartungen. Eine sichere Umgebung ist dabei besonders wichtig. Dein Baby sollte immer aufrecht sitzen – entweder im Hochstuhl oder stabil auf deinem Schoß. Halb liegende Positionen, etwa in der Babyschale oder Babywippe, eignen sich nicht zum Essen. Und auch wenn es selbstverständlich klingt: Lass dein Baby beim Essen nie unbeaufsichtigt. Ohne Ablenkung, also ohne Spielzeug oder Bildschirme, kann es sich ganz auf das neue Erlebnis konzentrieren – und das gemeinsame Essen wird zu einer wertvollen Familienzeit. Wie beginne ich am besten? Es gibt hier kein „richtig“ oder „falsch“. Du darfst ganz frei wählen, welcher Weg am besten zu dir, deinem Baby und eurem Alltag passt. Wenn du mit Brei starten möchtest, eignet sich ein einfacher Gemüsebrei besonders gut – zum Beispiel aus Pastinake, Kürbis oder Karotte. Ob du mittags, morgens oder abends beginnst, ist dabei gar nicht so wichtig. Viel entscheidender ist, dass dein Baby wach, entspannt und nicht zu hungrig ist. Gerade in den ersten Tagen und Wochen kannst du vorher stillen oder eine Flasche geben – so ist dein Baby nicht frustriert und kann neugierig auf das neue Essen reagieren. Starte mit einem oder zwei kleinen Löffelchen und steigere die Menge langsam. Es ist wunderbar, wenn du deinem Baby auch selbst den Löffel anbietest – es darf ruhig ausprobieren, wie das geht. Ja, das wird matschig. Und ja, es wird eine kleine Sauerei. Aber genau das ist gut! Denn dabei wird die Motorik gefördert, dein Baby sammelt neue Sinneseindrücke und erlebt Selbstwirksamkeit – also das Gefühl: Ich kann das selbst! Beim Baby-led Weaning bekommt dein Baby von Anfang an weiche, gut greifbare Lebensmittel, etwa gedämpfte Gemüsesticks, weiches Obst oder gegarte Kartoffelstücke. Es isst mit den Händen, in seinem Tempo, nach seinem Hunger. Auch hier gilt: Vieles wird am Anfang daneben gehen. Und das ist völlig okay. Denn im Vordergrund stehen nicht volle Bäuchlein, sondern das Entdecken, Schmecken, Fühlen und Erleben. Die Milch bleibt weiterhin die wichtigste Nahrungsquelle – du darfst also ganz entspannt bleiben. Viele Familien entscheiden sich auch für den Mittelweg: Mal gibt es Brei, mal Fingerfood – ganz nach Tagesform, Lust und Laune. Und das ist völlig in Ordnung. Was du bei der Beikost vermeiden solltest Auch wenn vieles erlaubt ist, gibt es ein paar wichtige Dinge, auf die du achten solltest: Zucker hat in der Beikost nichts verloren. Salz nur in sehr kleinen Mengen – ein Stück Brot mit etwas Salz ist kein Drama, aber beim Kochen solltest du auf zusätzliches Salzen verzichten. Honig ist im ersten Lebensjahr tabu, da er Bakterien enthalten kann, die für Babys gefährlich werden (Stichwort: Botulismus). Achte außerdem auf mögliche Verschluckungsgefahren: Ganze Nüsse, rohe Karotten, harte Beeren oder ganze Trauben sind zu Beginn ungeeignet. Alles, was klein, rund, hart oder glatt ist, kann leicht in die Luftröhre rutschen. Auch rohes Fleisch, roher Fisch und rohe Eier sollten im ersten Jahr vermieden werden. Eine gute Nachricht zum Schluss: Studien zeigen, dass ein früher, kontrollierter Kontakt mit möglichen Allergenen – wie z. B. Ei, Gluten oder Erdnuss – Allergien nicht fördert, sondern sogar vorbeugen kann. Voraussetzung ist, dass dein Baby gesund ist und keine bekannten Allergierisiken bestehen. Im Zweifel sprich vorher mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt. Vertrauen und Gelassenheit: Das Wichtigste beim Beikoststart Es wird gute und schlechte Tage geben. Tage, an denen dein Baby begeistert mitisst – und Tage, an denen gar nichts geht. Das ist völlig normal. Bitte mach dir keinen Druck. Dein Baby spürt deinen Stress. Wenn es satt ist oder nicht mehr möchte, hör auf. Zwingen oder „noch ein Löffelchen“ hilft niemandem – im Gegenteil: Es kann das natürliche Hungergefühl deines Kindes stören. Vertrau darauf: Dein Baby weiß, was es braucht. Gib euch Zeit. Der Beikoststart ist kein Wettlauf, sondern ein gemeinsames Abenteuer. Ziel ist nicht ein leerer Teller, sondern eine liebevolle, entspannte Mahlzeitensituation – mit Genuss, Neugier und Verbindung. Hol dir Unterstützung Du musst das alles nicht allein machen. Viele Hebammen bieten Beikost-Workshops an – oft werden diese sogar von der Krankenkasse übernommen. Auch der Austausch mit anderen Eltern kann unglaublich entlastend sein. Manchmal hilft es einfach zu hören: „Bei uns war das auch so.“ Und wenn du Lust hast, dich noch tiefer ins Thema einzuarbeiten, möchte ich dir meinen persönlichen All-time-Favorite empfehlen: 👉 @solidstarts auf Instagram👉 www.solidstarts.com Dort findest du tolle Infos, anschauliche Bilder, Videos und fundiertes Wissen rund um Baby-led Weaning und Beikost allgemein. Alles Liebe wünscht Dir, Deine Hebamme Ana 💛  
Der neue Alltag als Mama – So findest du eine einfache, aber effektive Routine

Der neue Alltag als Mama – So findest du eine einfache, aber effektive Routine

Der Übergang ins Mama-Sein ist wunderschön, aber auch herausfordernd. Plötzlich gibt es keinen geregelten Tagesablauf mehr, und dein Leben dreht sich um ein kleines Wesen, das seine eigenen Bedürfnisse hat – unabhängig von der Uhrzeit oder deinen Plänen. Eine gewisse Struktur kann dir helfen, dich sicherer zu fühlen und auch kleine Momente für dich selbst zu schaffen. Warum eine Routine hilft Ein klarer Tagesablauf gibt nicht nur deinem Baby, sondern auch dir Stabilität. Natürlich wird sich dein Alltag ständig ändern, doch kleine Rituale können dir Halt geben. Es reicht schon, morgens zur gleichen Zeit aufzustehen oder eine feste Abendroutine zu etablieren. Solche Gewohnheiten helfen, sich nicht völlig im Chaos zu verlieren und schaffen eine Basis, auf die du dich verlassen kannst. Dabei ist es wichtig, flexibel zu bleiben. Gerade wenn du stillst, gibt es oft keine festen Zeiten – dein Baby wird nach Bedarf trinken. Trotzdem kann es hilfreich sein, eine grobe Struktur zu haben, die du jederzeit anpassen kannst. Kleine Rituale für deine Selbstfürsorge Auch wenn dein Baby viel Aufmerksamkeit braucht, solltest du versuchen, dir bewusst kleine Pausen zu nehmen. Das kann schon eine kurze Dusche am Morgen sein oder eine Tasse Kaffee, die du in Ruhe genießt. Vielleicht kannst du nach dem Mittagsschlaf deines Babys für zehn Minuten nach draußen gehen oder dir am Abend fünf Minuten für eine kleine Massage nehmen. Diese kleinen Rituale sind nicht belanglos – sie helfen dir, dich wohler zu fühlen und geben dir ein Stück Kontrolle über deinen Tag zurück. Ein kurzer Moment nur für dich kann den Unterschied machen, ob du dich erschöpft oder ausgeglichen fühlst. Wie du dich nicht überfordert fühlst Viele Mütter setzen sich selbst unter Druck, alles perfekt zu machen – doch das ist weder nötig noch möglich. Dein Haushalt muss nicht glänzen, und es ist vollkommen okay, wenn du nicht alles gleichzeitig schaffst. Setze realistische Erwartungen an dich selbst und erkenne an, was du tagtäglich leistest. Lerne, Prioritäten zu setzen. Was ist wirklich wichtig? Wo kannst du Aufgaben abgeben? Wenn dir Familie oder Freunde Hilfe anbieten, nimm sie an. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Unterstützung zu holen – im Gegenteil. Falls du merkst, dass der Haushalt dich überfordert, kann eine Haushaltshilfe eine große Erleichterung sein. In manchen Fällen übernimmt sogar die Krankenkasse eine Unterstützung im Wochenbett - sprich mit deiner Hebamme oder deiner Gynäkologin darüber.  Nutze die Schlafenszeiten deines Babys nicht nur, um Aufgaben zu erledigen, sondern auch für dich selbst. Selbst wenn es nur 15 Minuten sind, kannst du in dieser Zeit bewusst entspannen – mit einer Tasse Tee, einem kurzen Nickerchen oder einer Lieblingsserie. Zeit für dich – auch mit Baby Es mag sich unmöglich anfühlen, aber es ist wichtig, dass du dir auch als Mama Zeit für dich selbst nimmst. Nutze Momente, in denen dein Baby schläft oder jemand aus der Familie es kurz übernimmt, um eine Aktivität zu machen, die dir guttut. Ob Lesen, Yoga, ein warmes Bad oder ein Gespräch mit einer Freundin – es sind genau diese kleinen Dinge, die dich aufladen. Denke daran: Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern essenziell. Wenn du dich nicht um dich kümmerst, leidet nicht nur deine eigene Gesundheit, sondern auch dein Baby spürt es. Nur wenn es dir gut geht, kannst du mit voller Energie für dein Kind da sein. Ein einfacher Trick, um Selfcare in den Alltag einzubauen, ist das Tragen deines Babys in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe. So hast du dein Baby ganz nah bei dir und kannst gleichzeitig kleine Aufgaben erledigen oder dich bewegen, ohne das Gefühl zu haben, dich selbst komplett aufzugeben. Der Umgang mit den eigenen Gefühlen Mama zu werden ist ein riesiger Umbruch. Es ist völlig normal, dass du dich nicht sofort in dieser neuen Rolle zurechtfindest und dass deine Emotionen Achterbahn fahren. Besonders in den ersten Wochen nach der Geburt können hormonelle Veränderungen dazu führen, dass du dich emotional instabil fühlst – mal glücklich, mal überfordert, mal traurig, ohne genau zu wissen, warum. Sei liebevoll zu dir selbst und achte darauf, wie du mit dir sprichst. Würdest du mit einer guten Freundin so hart ins Gericht gehen, wie du es mit dir selbst tust? Erlaube dir, Fehler zu machen und dich in deinem eigenen Tempo in die Mutterrolle einzufinden. Wenn du merkst, dass deine Stimmung dauerhaft gedrückt ist oder du dich über längere Zeit überfordert fühlst, scheue dich nicht, Hilfe zu suchen. Wochenbettdepressionen sind keine Seltenheit und können im gesamten ersten Jahr nach der Geburt auftreten. Fachkräfte wie deine Hebamme, dein Arzt oder eine Beratungsstelle können dir helfen, Unterstützung zu finden. Haushalt und Baby unter einen Hut bekommen Es ist unmöglich, mit einem Neugeborenen den Haushalt genauso zu führen wie vorher. Versuche, Aufgaben in kleine Schritte aufzuteilen, damit sie nicht überwältigend werden. Nutze die Zeiten, in denen dein Baby schläft oder zufrieden spielt, um Dinge zu erledigen – aber nur, wenn du dich danach fühlst. Wenn möglich, verteile Aufgaben an andere. Wenn du das Gefühl hast, mit dem Haushalt nicht hinterherzukommen, scheue dich nicht, gezielt um Unterstützung zu bitten. Sprich offen mit Familie, Freunden oder Nachbarn darüber, welche Aufgaben dir gerade schwerfallen – oft sind Menschen in deinem Umfeld froh, wenn sie dir helfen können. Sei dabei ruhig konkret und gib an, womit sie dich entlasten können, zum Beispiel beim Einkaufen, Kochen oder Wäsche waschen. Manchmal tut es auch gut, Aufgaben einfach abzugeben und andere mit einzubeziehen – du musst nicht alles alleine schaffen! Menschen, die dir nahe stehen, möchten dich unterstützen – gib ihnen die Chance dazu. Wie du eine Balance zwischen Fürsorge und Selbstfürsorge findest Viele Mütter stellen ihre eigenen Bedürfnisse ganz hinten an, doch auf Dauer ist das keine Lösung. Selbstfürsorge sollte ein fester Bestandteil deines Alltags sein – genauso wie die Fürsorge für dein Baby. Es müssen keine großen Dinge sein. Eine warme Dusche am Morgen, eine kleine Massage oder ein Spaziergang können helfen, sich besser zu fühlen. Versuche, solche Momente von Anfang an in deine Routine zu integrieren. Vielleicht kannst du dir morgens nach dem Aufstehen bewusst fünf Minuten Zeit nehmen, um deine Haut mit einer Körperbutter zu pflegen. Ein kleines Ritual wie dieses kann Wunder für dein Wohlbefinden bewirken. Auch deine mentale Gesundheit sollte im Fokus stehen. Falls du dich dauerhaft überfordert fühlst oder das Gefühl hast, nicht mehr du selbst zu sein, suche dir Unterstützung. Sprich mit deiner Hebamme oder Gynäkologin und informiere dich, wo du Hilfe bekommen kannst. Der Übergang in die neue Mama-Rolle Akzeptiere, dass sich dein Leben verändert hat – aber auch auf wundervolle Weise. Es ist okay, sich manchmal überfordert zu fühlen, genauso wie es okay ist, jeden kleinen Erfolg zu feiern. Dein Körper hat Großartiges geleistet und wird sich mit der Zeit wieder verändern. Sei geduldig mit dir selbst, sowohl körperlich als auch mental. Dein Tag wird nicht immer nach Plan laufen – und das ist völlig normal. An manchen Tagen wirst du das Gefühl haben, nichts geschafft zu haben, aber das Wichtigste, was du tust, ist für dein Baby da zu sein. Und das alleine ist schon eine unglaubliche Leistung. Fazit: Dein neuer Alltag als Mama Eine Mischung aus Struktur und Flexibilität kann dir helfen, deinen Mama-Alltag mit mehr Leichtigkeit zu meistern. Kleine Rituale und bewusst eingeplante Selbstfürsorge sind essenziell, um dich nicht selbst zu verlieren. Sei nicht zu hart mit dir – du machst das großartig! Und vergiss nicht: Eine glückliche Mama bedeutet auch ein glückliches Baby. 💛
Zahnen bei Babys – Tipps für eine entspannte Zeit

Zahnen bei Babys – Tipps für eine entspannte Zeit

Zahnen bei Babys – Tipps für eine entspannte Zeit Das Zahnen ist eine bedeutende Phase in der Entwicklung deines Babys und kann sowohl für dein Kind als auch für dich als Elternteil eine Herausforderung sein. Doch keine Sorge: Wir erklären dir, woran du erkennst, dass dein Baby zahnt und geben dir hilfreiche Tipps, wie du diese Zeit für euch beide erleichtern kannst. Wann beginnt das Zahnen? Die ersten Zähne brechen bei den meisten Babys zwischen dem 6. und 10. Monat durch. Es ist aber wichtig zu wissen, dass jedes Kind sein eigenes Tempo hat – bei einigen kann es früher, bei anderen später losgehen. Also keine Sorge, wenn bei deinem Kind erst mit 10 Monaten der erste Zahn sichtbar wird. Normalerweise beginnen die unteren beiden mittleren Schneidezähne, gefolgt von den oberen beiden mittleren Schneidezähnen. Um den ersten Geburtstag herum kommen dann die Backenzähne und später die Eckzähne. Mit etwa 3 Jahren haben die meisten Kinder ihr vollständiges Milchzahngebiss mit 20 Zähnen. Anzeichen für das Zahnen Es gibt einige typische Symptome, die darauf hinweisen, dass dein Baby zahnt: Dein Baby ist unruhiger und weint häufiger. Es sabbert mehr als sonst. Es steckt alles in den Mund und kaut auf Gegenständen herum. Das Zahnfleisch kann geschwollen oder gerötet sein. Dein Baby hat weniger Appetit. Manchmal reibt sich dein Baby die Wangen oder die Ohren. Dennoch gibt es auch Kinder, die ohne größere Beschwerden zahnen, während andere stark darunter leiden. Was hilft gegen Zahnungsschmerzen? 1. Liebe und ZuwendungOft ist das Beste, was du tun kannst, deinem Baby viel Nähe und Geborgenheit zu geben. Kuschel mit deinem Baby, trage es in einer Tragehilfe oder einem Tragetuch und lenke es mit Spielen oder Büchern ab. Manchmal kann das Stillen helfen, die Schmerzen zu lindern. 2. BeißringeEin gekühlter Beißring oder ein kalter Waschlappen kann Wunder wirken. Der Druck beim Kauen massiert das Zahnfleisch und lindert die Beschwerden. Achte darauf, dass der Beißring von guter Qualität ist und keine scharfen Kanten hat. 3. MassageDu kannst das Zahnfleisch deines Babys sanft mit einem sauberen Finger massieren, wenn es dies zulässt. Auch eine Fußmassage kann entspannend wirken und dein Baby ablenken. 4. MedikamenteIn manchen Fällen können zahnende Babys von speziellen Zahnungsgels aus der Apotheke profitieren. Schmerzmittel sollten jedoch nur in Absprache mit dem Kinderarzt gegeben werden. Mythen rund ums Zahnen Einige Eltern glauben, dass Zahnen Fieber und Durchfall verursacht. Das ist jedoch ein Mythos. Während viele Babys während des Zahnens anfälliger für Infekte sind, weil sie alles in den Mund nehmen, sind hohes Fieber und Durchfall normalerweise Anzeichen einer Infektion und sollten von einem Arzt untersucht werden. Fazit Das Zahnen kann eine herausfordernde Zeit sein, aber mit viel Liebe, Geduld und den richtigen Hilfsmitteln kannst du deinem Baby diese Phase erleichtern. Wichtig ist, dass du dir als Elternteil auch Pausen gönnst und daran denkst, dass das Zahnen eine vorübergehende Phase ist.   Ich wünsche Euch für diese Zeit gute Nerven, Eure baybies-Hebamme Ana
Langzeitstillen: Normal und Natürlich

Langzeitstillen: Normal und Natürlich

Langzeitstillen: Normal und Natürlich Langzeitstillen – ein Begriff, der oft Diskussionen und kontroverse Meinungen auslöst. Doch was bedeutet Langzeitstillen eigentlich? Im Grunde gibt es keine festgelegte Zeit, ab wann das Stillen als Langzeitstillen bezeichnet wird. Für viele Menschen in unseren Breitengraden beginnt Langzeitstillen jedoch meist nach dem ersten Lebensjahr des Kindes. Dabei gibt es von offizieller Seite, wie der WHO (Weltgesundheitsorganisation), keine maximale Stilldauer. Die WHO empfiehlt sogar, Kinder bis zum zweiten Lebensjahr und darüber hinaus zu stillen – und das weltweit, nicht nur in Entwicklungsländern. Normalzeitstillen: Ein besserer Begriff In vielen Kulturen wird das Stillen weit über das erste Lebensjahr hinaus als normal angesehen. Biologisch betrachtet, gibt es keine zeitliche Obergrenze für das Stillen. Es ist solange gut, wie es sowohl Mutter als auch Kind gut tut. Der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist daher individuell und kann sehr unterschiedlich sein. Aus diesem Grund plädiere ich dafür, den Begriff „Normalzeitstillen“ statt „Langzeitstillen“ zu verwenden, weil es das natürliche Verhalten beschreibt. Gesellschaftliche Vorurteile und Missverständnisse Leider ist Langzeitstillen in unserer Gesellschaft oft negativ behaftet. Bilder von älteren Kindern, die noch gestillt werden, wirken fremd und ungewohnt. Aussagen wie „Ein Kind, das schon laufen und sprechen kann, gehört nicht mehr an den Busen“ sind weit verbreitet. Diese Vorurteile und Tabus machen es Frauen schwer, die sich für das Langzeitstillen entscheiden. Häufig kommen die negativen Kommentare von Personen, die wenig Wissen über das Thema haben. Dabei gibt es zahlreiche Studien, die die Vorteile des Langzeitstillens belegen. Vorteile des Langzeitstillens Stillen über das erste Lebensjahr hinaus hat viele gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. Muttermilch passt sich kontinuierlich den Bedürfnissen des Kindes an und bleibt eine wichtige Nährstoffquelle. Im zweiten Lebensjahr deckt die Muttermilch beispielsweise 43% des Proteinbedarfs und 60% des Vitamin-C-Bedarfs des Kindes. Zudem enthält sie weiterhin Hormone, Enzyme, lebende Zellen, Stammzellen und Immunstoffe, die die Gesundheit des Kindes unterstützen. Darüber hinaus bietet das Langzeitstillen Schutz vor Infektionen, reduziert das Risiko von Diabetes Typ 1 und 2 sowie Adipositas. Es stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind, bietet wertvolle Zeit mit Körperkontakt und unterstützt die gesunde Entwicklung des Kindes. Kulturelle Unterschiede Wie lange gestillt wird, hängt stark von kulturellen und gesellschaftlichen Faktoren ab. In Deutschland stillen zwar viele Frauen direkt nach der Geburt, aber nur wenige über das erste Lebensjahr hinaus. Laut Studien stillen im zweiten Lebensjahr nur noch 2,4% der Frauen. In anderen Ländern sieht das ganz anders aus: In Japan und in einigen Teilen Afrikas ist eine Stilldauer von 2-4 Jahren die Norm. In Bangladesch werden laut WHO noch 95% der Einjährigen und 91% der Zweijährigen gestillt. Langzeitstillen: Kein Grund zur Sorge Es gibt keine negativen Auswirkungen des Langzeitstillens, solange es Mutter und Kind wollen. Kritiker behaupten oft, dass sich das Langzeitstillen negativ auf die psychische Gesundheit des Kindes auswirken könnte, doch das Gegenteil ist der Fall. Studien zeigen, dass Kinder, die lange gestillt wurden, weniger Verhaltensstörungen haben, einen höheren IQ aufweisen und sich gut von den Eltern lösen können. Fazit: Die beste Entscheidung für Mutter und Kind Beim Thema Stillen kann man es der Gesellschaft selten recht machen. Die Entscheidung, wie lange gestillt wird, sollte daher ausschließlich von Mutter und Kind getroffen werden. Ob kurz oder lang – alles ist gut und normal, solange es für beide passt. Langzeitstillen ist eine individuelle Entscheidung und bietet viele gesundheitliche Vorteile. Lasst uns das Stillen wieder als das sehen, was es ist: Das natürlichste der Welt. Alles Liebe für Euch, Eure baybies-Hebamme Ana
Bauchschmerzen bei Babys: Was kann man tun, wenn Neugeborene schreien und Bauchweh haben?

Bauchschmerzen bei Babys: Was kann man tun, wenn Neugeborene schreien und Bauchweh haben?

Bauchschmerzen bei Babys: Was kann man tun, wenn Neugeborene schreien und Bauchweh haben? Die ersten drei Monate nach der Geburt sind eine Umstellung. Für euch als Familie, für euer Neugeborenes und auch für seinen Magen-Darm-Trakt. Ihr habt bestimmt schon von den typischen Bauchschmerzen gehört, die besonders in dieser ersten Zeit auftreten können. Woran ihr sie erkennt, was ihr tun könnt und wann es sich vielleicht gar nicht um Bauchschmerzen, sondern um ein Regulieren eures Babys handelt – darum geht es in diesem Artikel.  Warum haben Babys Bauchschmerzen? Woran erkennt man Bauchschmerzen bei Babys? Ursachen für Babyschreien: Was hat mein Baby? Ist mein Baby reizüberflutet? Anzeichen für frühkindliche Regulationsstörung Warum schreien Neugeborene? Warum weinen Babys am Anfang so viel? Was kann man tun, wenn das Baby Bauchschmerzen hat? Schreiphasen und Schreiattacken bei Babys   Warum haben Babys Bauchschmerzen? Manche Babys haben in ihren ersten Lebensmonaten oft Bauchschmerzen und quälen sich regelrecht mit der Verdauung. Dass ist erstmal nichts ungewöhnliches, denn der frische Magen-Darm-Trakt muss sich erst einmal an die neuen Bakterien und an die Verdauung von Nahrung gewöhnen. Dabei passiert so einiges im kindlichen Darm: die Besiedelung durch Bakterien nimmt Fahrt auf, durch die auch die Darmbewegungen (Kontraktionswellen im Darm) beginnen. Bauchschmerzen können für Babys und auch ihre Eltern ziemlich unangenehm sein. Die gute Nachricht ist aber, dass sie in den meisten Fällen kein Grund zu größerer Sorge sind. Unverträglichkeiten oder organische Probleme sind nur selten ursächlich und die Bauchschmerzen deines Babys werden mit der Zeit weniger werden und verschwinden. Sollte dein Baby neben Bauchschmerzen andere Symptome, wie beispielsweise Appetitlosigkeit oder Trinkschwäche zeigen, an Gewicht nicht zunehmen oder Fieber haben, kläre dies bitte mit einem Kinderarzt ab.   Woran erkennt man Bauchschmerzen bei Babys? Unsere Kleinen können uns leider noch nicht sagen, dass sie Bauchweh haben. Hier hast du ein paar Indizien, die auf Bauchschmerzen bei deinem Baby hinweisen können: Dein Baby schreit viel und häufig nach dem Trinken. Der Bauch deines Babys fühlt sich hart und aufgebläht an. Dein Baby pupst viel und hat vermehrte Blähungen. Während dein Baby weint, zieht es die Beine an, stößt sie dann wieder von sich und krümmt sich. Die Körperhaltung deines Minis wirkt verkrampft. Dein Baby ist allgemein unruhig. Auch wenn es sich in den allermeisten Fällen um harmlose Schmerzen handelt, gilt: wenn du unsicher bist, was dein Baby hat oder wenn es sehr viel weint, sprich immer mit einem Arzt.   Ursachen für Babyschreien: Was hat mein Baby? Ja, Bauchschmerzen in den ersten drei Lebensmonaten sind recht häufig und allgemein sehr bekannt. Dennoch: Nicht jedes Schreien ist Bauchweh! Der Begriff Drei-Monats-Koliken wird heutzutage oftmals falsch verstanden. Man weiß inzwischen, dass viele Schreiattacken von Babys nicht durch Bauchschmerzen verursacht werden, sondern durch Anpassungsschwierigkeiten und sogenannte frühkindliche Regulationsstörungen. Gemeint ist damit, dass dein Kind erst lernen muss Reize und Eindrücke zu verarbeiten und sein System runter zu regulieren. Manche Babys sind besonders sensibel und brauchen eine Weile, um sich an ihre (neue) Umwelt zu gewöhnen. Blähungen und Bauchschmerzen sind dann nicht die Ursache, warum dein Baby weint, sondern die Folge des Schreiens. Denn: wenn dein Baby viel schreit, schluckt es dabei einiges an Luft, die dann im Bäuchlein zu Koliken und Schmerzen führen kann. Regulationsstörungen und Bauchschmerzen können sich auch überschneiden und sind nicht immer klar voneinander trennbar. Dazu kommt, dass das Nervensystem von Gehirn und Bauch nah beieinander liegen und dein Baby sich sowohl reizüberflutet fühlen, als auch gleichzeitig Bauchweh haben kann. Manche Neugeborenen leiden auch ohne erkennbaren Grund an vermehrten Schreiattacken – das kann herausfordernd sein, aber seid euch gewiss: es ist nur eine Phase und es wird besser werden!   Ist mein Baby reizüberflutet? Anzeichen für frühkindliche Regulationsstörung Natürlich ist jedes Baby anders. Das eine reagiert sensibel auf Geräusche, andere auf Menschenmengen und wieder andere sind völlig entspannt und schlummern auch in einem lauten Restaurant friedlich vor sich hin. Wenn dein Baby plötzlich oder besonders abends viel weint, kann es an einer frühkindlichen Regulationsstörung liegen. Dies sind Anzeichen dafür: Dein Baby schreit tendenziell viel. Viel bedeutet: „Mehr als drei Stunden am Tag, an mindestens drei Tagen in der Woche und über drei Wochen hinweg.“ Das Schreien tritt meist plötzlich und heftig auf und wirkt wie eine Schreiattacke. Dein Baby schreit überwiegend nachmittags oder abends. Du erkennst keinen direkten Grund für das Weinen, wie Hunger, volle Windel, zu kalt.. etc. Dein Baby lässt sich nicht ablegen und möchte getragen werden.   Warum schreien Neugeborene? Warum weinen Babys am Anfang so viel?  Nach neun Monaten im warmen und sicher behüteten Bauch muss sich dein Baby nach der Geburt erstmal an ganz schön viele neue Eindrücke gewöhnen. Alles ist plötzlich lauter, heller, intensiver. Es prasseln unzählige neue Reize auf dein Baby ein, die es erstmal einordnen und verarbeiten muss. Manche Babys brauchen für das Ankommen auf dieser Welt etwas länger. Manche sind sensibler als andere und tun sich schwerer damit sich selbst zu beruhigen. Fühlt sich ein Baby überfordert, verarbeitet es dies mit Weinen und Schreien – in dem du für es da bist, lernt es sich zu regulieren und runterzukommen.   Wie kann ich mein Baby beruhigen?   Wenn dein Baby reizüberflutet ist oder Probleme hat sich runterzuregulieren, dann braucht es in erster Linie eins: Das Gefühl von Geborgenheit. Nimm es in den Arm und schenke ihm Liebe und Zuneigung. Kuschel mit ihm, trage oder stille es. Verringere die Reize und begib dich an einen ruhigen, nicht zu hellen Ort. Wichtig für dein Baby ist, dass du für es da bist, seine Bedürfnisse wahrnimmst und es begleitest. Achte darauf, dass du (soweit es für dich möglich ist) selbst Ruhe ausstrahlst und ruhig atmest – daran kann sich dein Mini orientieren. Es gibt keine allgemein gültige Formel, die garantiert immer hilft, denn jedes Baby ist anders. Probiert aus, was eurem Kleinen am besten hilft – manchmal ist es eine bestimmte Haltung oder ein summendes Geräusch.    Was kann man tun, wenn das Baby Bauchschmerzen hat? Auch hier, gibt es nicht den einen Tipp. Vielen Babys helfen eine Reihe der folgenden Anregungen: Wärme für das Bäuchlein: beispielsweise in Form eines Kirschkernkissens oder warmen Bauchwickeln. Wichtig ist: es darf nie zu heiß sein! Kontrolliert immer die Temperatur, die nicht mehr als maximal 39° Celsius betragen sollte. Bauchmassage: massieren könnt ihr das Bäuchlein eures Babys dann am besten, wenn es gerade keine Bauchschmerzen hat, zum Beispiel am Morgen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr hierfür auch ein sanftes Öl oder eine Salbe verwenden. Trinken nach Bedarf: Lasst euer Baby immer trinken, wenn es möchte. Es ist ein veraltetes Märchen, dass man Stillabstände einhalten sollte. Inzwischen weiß man sogar, dass das Saugen beruhigen und schmerzlindernd für Babys sein kann. Zäpfchen: Manche Eltern berichten, dass „Krümmelzäpfchen“ oder andere Mittel zur Linderung von gasbedingten Beschwerden ihren Babys helfen. Hierfür gibt es zwar keine studienbasierte Evidenz, aber auch ein Placebo Effekt kann manchmal Wunder wirken. Besprecht mit eurer Hebamme oder eurer Kinderärztin, ob und in welcher Dosierung Zäpfchen oder andere medizinische Mittel für euer Baby in Frage kommen. Tragen und Körperkontakt: Viel Tragen hilft nach meiner Erfahrung bei jedem Baby. Egal ob es Bauchschmerzen hat oder überfordert durch viele Reize ist – nah am Körper von Mama oder Papa zu sein, hat eine unglaublich beruhigende Wirkung auf Babys. Besonders das Aufrechte-Tragen in einem Tragetuch oder einem Tragesystem tut Babys gut. Die angehockte Spreizhaltung kann bei der Verdauung helfen. Die Wärme durch die tragende Person und der leichte Druck am Bauch lindern häufig die Schmerzen. Fliegergriff: ähnlich wie beim Tragen im Tuch, helfen beim Fliegergriff sowohl die Wärme durch die Hand des Tragenden, als auch der leichte Druck, der auf das Bäuchlein ausgeübt wird. Zusätzlich kann man mit der freien Hand die Beinchen leicht anwinkeln und mit kreisenden Bewegungen den Bauch sanft massieren. Auch das kann die Verdauung anregen und zu lösenden Pupsen führen. Bäuerchen: biete deinem Baby nach dem Trinken immer an ein Bäuerchen zu machen. Halte es dafür aufrecht, so dass es Luft aus dem Magen aufstoßen kann - das ist für viele Babys eine Erleichterung. Abhalten: Abhalten hilft vielen Babys Blähungen und Stuhlgang leichter rauszulassen. Hier haben wir einen ausführlichen Artikel für euch zu diesem Thema.   Schreiphasen und Schreiattacken bei Babys – Wie kann man am besten damit umgehen? Ihr Lieben, ja, Schreiphasen können verdammt herausfordernd sein – für euer Baby und auch für euch. Und auch, wenn es im akuten Moment vielleicht nur ein geringer Trost ist: es wird besser werden! Babys schreien mit der Zeit weniger, Bauchschmerzen lassen nach und eure Kleinen lernen mehr und mehr sich selbst runterzuregulieren.   Was kann helfen, wenn ihr nicht mehr weiter wisst? Sprecht offen mit eurer Hebamme über die Situation. Lasst euch Tipps geben und holt euch Unterstützung. Achtet auch auf eure eigenen Bedürfnisse. Wechselt euch ab, so dass jeder mal einen Moment für sich und zum Durchatmen hat. Ein kleiner Spaziergang oder ein Kaffee-Date mit einer Freundin kann so gut tun, so dass du gestärkt mit neuer Energie zurück zu deinem Baby kommst. Gebt Aufgaben ab: beispielsweise Einkäufe, Wäsche und Co kann bestimmt auch mal eine Freundin oder jemand aus der Familie übernehmen. Sucht euch Entlastung und nehmt Hilfe an. Gestaltet die Tage entspannt und vermeidet unnötigen Stress. Ihr dürft jede Verabredung absagten und es ist vollkommen in Ordnung nichts zu unternehmen und ‚einfach‘ Zuhause zu sein. Tausch dich mit anderen Eltern aus – es tut immer gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und sich andere in der gleichen Situation befinden. Wenn ihr euch überfordert fühlt, holt euch professionelle Hilfe. Die gibt es in jeder Stadt und es ist absolut keine Schande sie in Anspruch zu nehmen. :)    Schreien, Weinen und mit dem nächsten Lächeln ist alles wieder vergessen Wir Mamas (und Papas) sind Helden. Anders kann man es nicht sagen. Wir sind da, wir begleiten, wir geben unser Bestes für unsere Kleinen. Und wir haben die letzte Schreiattacke schon wieder fast vergessen, wenn uns das kleine Gesicht plötzlich anlächelt. Unsere Kinder durchlaufen Phasen – manche davon können anstrengend und herausfordernd sein, aber jede Phase endet auch irgendwann. Ihr werdet sie alle meistern!! Dafür und für all die anderen zauberhaften und unvergesslichen Momente wünsche ich euch ganz viel Kraft und Liebe, eure baybies Hebamme Ana
Hautveränderungen und Hautprobleme bei Babys – was kann man tun? Welche Hauterscheinungen treten bei Neugeborenen auf?

Hautveränderungen und Hautprobleme bei Babys – was kann man tun? Welche Hauterscheinungen treten bei Neugeborenen auf?

Hautveränderungen und Hautprobleme bei Babys – was kann man tun? Welche Hauterscheinungen treten bei Neugeborenen auf?   Neun Monate lang war dein Baby umgeben von warmen Fruchtwasser. Seine Haut kannte bis zur Geburt weder Luft, noch unterschiedliche Temperaturen oder sonstige Produkte. Die Haut von Neugeborenen muss sich erstmal an die Umwelt gewöhnen und ist noch sehr empfindlich. Hautveränderungen und Hautprobleme bei Babys in den ersten Lebensmonaten sind nichts seltenes und meist harmlos – dennoch ist es gut, sich damit einmal zu beschäftigen und zu wissen, welche Hauterscheinungen bei Neugeborenen vorkommen können.   Welche Hautveränderungen bei Babys auftreten können, woran du sie erkennst und auf was du achten solltest, erkläre ich dir in diesem Artikel:   Welche Hautveränderungen und Hauterscheinungen treten bei Babys auf?             - Storchenbiss             - Blutschwämmchen             - Mongolenfleck             - Kopfgneis             - Milchschorf             - Wunder Po             - Neugeborenen Akne             - Neugeborenenexanthem             - Neurodermitis             - Milien Was kann man tun, um Babyhaut optimal zu schützen?   Hautveränderungen bei Neugeborenen In den ersten Monaten nach der Geburt bekommen Babys häufig kleine Ausschläge Rötungen oder auch Pickelchen. Vielleicht hast du auch schon einmal den Begriff Neugeborenen Akne gehört – dieser ist passend, denn manche Neugeborenen bekommen tatsächlich viele Pickel im Gesicht oder über den ganzen Körper verteilt, die an Akne erinnern. Die gute Nachricht ist: so schnell, wie die meisten Hauterscheinungen auftreten, verschwinden sie auch wieder! Sie sind also in den allermeisten Fällen kein Grund zur Sorge und entstehen durch Entwicklungs- und Umstellungsprozesse oder aufgrund von Hormonen. Solltest du unsicher sein, sich dein Baby nicht gut fühlen oder Hautveränderungen stetig heftiger werden, sprich’ am besten mit einem Arzt oder eurer Kinderärztin.  Welche Hautveränderungen und Hauterscheinungen treten bei Babys auf? Hautmale, Blutschwämmchen und schwarze Hautflecken – welche Hautveränderungen sind bei Babys normal? Wann muss man etwas tun und welche Hauterscheinungen verschwinden von alleine wieder? Hier habt ihr eine Übersicht über die häufigsten ‚Hautprobleme‘ bei Babys:   Storchenbiss: das rote Hautmal bei Babys   Der Storchenbiss ist eine besondere Variante eines Feuermals. Er ist ein deutlich sichtbares, rotes Hautmal, das oft im Nacken, an der Stirn, zwischen den Augen oder an der Nasenwurzel auftritt. Diese Rötung entsteht durch vermehrte und erweiterte kleine Äderchen. Ein Storchenbiss sieht nicht immer gleich aus. Wenn dein Baby schreit oder angestrengt ist, sind die Blutgefäße stärker durchblutet und der Storchenbiss wird röter. Aber keine Sorge: Der Storchenbiss eines Babys verblasst im Laufe des ersten Lebensjahrs und ist irgendwann nicht mehr zu sehen!   Blutschwämmchen: rötliche Wucherungen   Blutschwämmchen, oder auch Hämangiome, sind hellrote bis bläuliche Hautmale, die sich erhaben anfühlen. Sie treten vermehrt bei Mädchen und Frühgeborenen auf und sind gutartige Wucherungen von erweiterten Blutgefäßen. Blutschwämmchen kommen an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Ausprägungen vor und machen (je nach Körperstelle) in der Regel keine Beschwerden. Oftmals wachsen Blutschwämmchen in den ersten Lebensmonaten und werden kontinuierlich größer – dies solltet ihr beobachten und gegebenenfalls mit eurem Kinderarzt oder Ärztin besprechen. Es kann sehr unterschiedlich sein, wie schnell und stark ein Hämangiom wächst. Ungünstige und besonders störende Stellen sind beispielsweise im Gesicht in der Nähe der Augen oder am Fuß. Bei vielen Kindern verblassen Blutschwämmchen mit der Zeit von alleine und sind mit einem Alter von etwa fünf Jahren meist ganz verschwunden.   Mongolenfleck: eine dunkle Hautverfärbung Beim sogenannten Mongolenfleck handelt es sich um eine dunkel-bläuliche bis blau-schwarze Hautveränderung, die sich meistens am unteren Rücken oder am Po befindet. Sie kommt in unterschiedlichen Größen vor und wird durch eine vermehrte Ansammlung von Pigmentzellen verursacht. Der Mongolenfleck ist harmlos und verblasst mit der Zeit von ganz alleine. Typischerweise bekommen ihn Kinder mit mongolischer beziehungsweise nordostasiatischer Abstammung – daher auch der Name.   Kopfgneis (Seborrhoisches Säuglingsekzem): Schuppige Ekzeme   Kopfgneis haben viele Babys in ihren ersten Lebensmonaten auf der Kopfhaut und an den Augenbrauen. Es handelt sich hierbei um einen harmlosen Hautausschlag, der aussieht wie weiß-gelbe bis bräunliche, fettige Schuppen. Man nimmt an, dass dieser Ausschlag durch eine Vergrößerung der Talgdrüsen und eine erhöhte Talgproduktion ausgelöst wird. Die Ekzeme jucken nicht und tun dem Baby auch nicht weh. Sie verschwinden mit der Zeit von alleine, so dass ihr als Eltern nichts dagegen unternehmen müsst. Sollte der Kopfgneis sehr stark ausgeprägt sein, kann man die Schuppen mit Öl sanft einmassieren. Das Öl weicht die Schuppen auf, sodass man sie anschließend mit einer Babybürste oder einem Waschlappen vorsichtig lösen kann. Bitte nicht an den Schuppen herumkratzen – dadurch können Verletzungen und Narben entstehen!   Milchschorf: der juckende Hautausschlag Milchschorf sieht ähnlich aus wie Kopfgneis – ist aber etwas anderes! Milchschorf sind schuppende Entzündungsherde, bei denen die Haut gerötet und mit einer geblichen, schuppenartigen Kruste bedeckt ist. Im Unterschied zu Kopfgneis, tritt er erst um den dritten Lebensmonat herum auf. Häufig ist Milchschorf nicht nur am Kopf zu finden, sondern auch noch an anderen Körperstellen. Es ist ein Hautausschlag, der sehr stark jucken – und damit unangenehm für euer Baby sein kann. Ist der Hautausschlag stark ausgeprägt und euer Kind durch das Jucken beeinträchtigt, besprecht euch unbedingt mit euren Kinderärzten. Durch eine Therapie kann man den Ausschlag gezielt behandelt. Stark ausgeprägter Milchschorf kann ein erstes Anzeichen von Neurodermitis sein. Mit der richtigen Hautpflege bekommt man ihn aber meist gut in den Griff, sodass der Milchschorf nach einigen Monaten meist von alleine verschwindet.   Was kann man gegen Milchschorf tun? Richtige Pflege kann die Beschwerden lindern und bei Milchschorf helfen: - Ihr solltet euer Baby nicht zu häufig baden, denn das kann seine zarte Haut austrocknen. Wascht es lieber regelmäßig kurz ab. Am besten verzichtet ihr auf starke Badezusätze. Wascht es nur mit Wasser oder mit einem sehr milden Badezusatz, wie beispielsweise das baybies Babybad. Cremt euer Baby nach jedem Baden mit einer rückfettenden und pflegenden Babylotion ein. Je nach Ausprägung des Milchschorfs kann euer Kinderarzt euch spezielle Cremes empfehlen. Achtet darauf die Fingernägel eures Babys kurz und sauber zu halten, damit keine Wunden durchs Kratzen entstehen. Und: Wärme und Schwitzen kann den Juckreiz verstärken.    Wunder Po: Windelausschlag und Windeldermatitis Ein Windelausschlag zeigt sich durch flächige Rötungen am Po und im Intimbereich eures Babys. Manchmal wird er begleitet durch kleine nässenden Pusteln. Ein Windelausschlag kommt bei Babys relativ häufig vor, kann aber mit der richtigen Pflege auch schnell wieder abheilen. Behandelt man einen Windelausschlag nicht, kann sich dieser schnell ausbreiten und verschlechtern.   So handelt ihr am besten, wenn ihr Anzeichen von einem Windelausschlag wahrnehmt: Häufiger Windeln wechseln. Die Haut gut mit Wasser reinigen, Feuchttücher vermeiden. Bevor die neue Windel drankommt, sollte die Haut ganz trocken sein. Immer mal wieder Luft an den Po lassen, damit die Haut atmen kann. Nach jedem Reinigen eine zinkhaltige Windelcreme auftragen, hierfür empfehle ich euch die baybies Windelcreme. Vielleicht liegt es auch an eurer Windelmarke. Wechselt mal, um herauszufinden, ob es mit einer anderen Marke besser wird. Sollten sich die Symptome nicht verbessern oder schlechter werden, sprecht mit einem Kinderarzt oder eurer Ärztin. Ein Windelausschlag kann sich auch zu einem Windelsoor entwickeln. Windelsoor ist eine Entzündung im Windelbereich mit Pilzinfektion, die mit speziellen Pilzsalben behandelt werden muss.   Neugeborenenakne: Pickel bei den Kleinsten   Neugeborenenakne sieht erstmal etwas erschreckend aus, ist aber eine völlig harmlose Hauterkrankung. Die kleinen roten Pusteln treten meist im Gesicht, am Hals und am Nacken von Neugeborenen auf. Ihr erkennt sie daran, dass sie einen kleinen weiß-gelblichen Punkt in der Mitte haben und in der zweiten und dritten Lebenswoche am stärksten ausgeprägt sind. Etwa 20% aller Babys haben Neugeborenenakne. Die Ursache ist eine Hormonumstellung eures Babys, die zu einer Überproduktion von Talgdrüsensekret führt. Bitte lasst die Pickelchen in Ruhe, kratzt oder drückt nicht daran – sie werden von allein wieder verschwinden. Häufig sind sie nach vier Monaten vollständig weg. Habt ihr das Gefühl sie ‚pflegen‘ zu wollen, dann könnt ihr sie mit lauwarmen Wasser waschen.   Neugeborenenexanthem (Erythema toxicum neonatorum) Neugeborenenexanthem ist ein fleckig roter Ausschlag, der auch manchmal von Bläschen begleitet wird. Er gleicht den Pusteln der Neugeborenenakne, tritt aber direkt in den ersten Tagen nach der Geburt auf. Meist befindet er sich nicht nur im Gesicht des Babys, sondern auch am Rumpf und Po, an Armen und Beinen. Dieser Ausschlag ist ebenfalls harmlos und verursacht keine Beschwerden für euer Mini. Beim Neugeborenenexanthem ist keine Behandlung notwendig, er verschwindet mit der Zeit von alleine.   Neurodermitis bei Babys (atopisches Dermatitis) Neurodermitits ist eine Hautkrankheit, die zu juckenden und trockenen Hautstellen, Rötungen, Schuppungen und Blasen führt. Oft tritt Neurodermitits als großflächiger Ausschlag auf, der nässen und verkrusten kann. Es ist eine klassische Hautkrankheit, unter der ca eins von zehn Kindern leidet. Es kann sehr unterschiedlich sein, wie stark die Ekzeme ausfallen. Meist beginnt es im Gesicht auf den Wangen. Bei älteren Kindern verlagert es sich oft in die Kniekehlen, an die Ellenbogen und Handgelenke. Neurodermitis muss häufig Kinderärztlich betreut werden, da der Juckreiz sehr stark und unangenehm werden kann. Wichtig ist, dass die Haut feucht gehalten wird – beispielsweise mit geeigneten Cremes. Achtet auch auf saubere und kurze Fingernägel bei eurem Kind, damit es seine Haut nicht zu sehr aufkratzt oder Schmutz in wunde Stellen reibt. Wie es zu Neurodermitis kommt und was die genauen Ursachen sind, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt genetisch bedingte Neurodermitis, aber auch Zusammenhänge mit Lebensmittelallergien.   Milien – kleine Grießkörner auf der Haut Milien, werden auch als Hautgrieß bezeichnet, da sie wie kleine Grießkörner aussehen. Es sind weiß-gelbliche Pünktchen, die meist in den ersten Lebenswochen um die Nase oder Augen herum, auf den Wangen oder am Kinn auftreten. Sie sind harmlos und verschwinden nach etwa vier bis sechs Wochen von selbst. Milien ist keine Hautkrankheit, sondern eine Reaktion der Haut durch die Hormonumstellung. Es sind kleine Zysten, die mit Hornmaterial gefüllt sind. Bitte auch hier nicht kratzen oder herumdrücken, sondern einfach abwarten, bis die kleinen Körner verschwinden.   Was kann man tun, um Babyhaut optimal zu schützen? Kann man Hautkrankheiten bei Babys vorbeugen? Die Haut eures Babys ist noch sehr empfindlich. Das bedeutet, dass sie sanfte Pflege braucht. Bei Neugeborenen reicht es meist, sie mit klarem Wasser zu waschen oder eine milde Waschlotion, wie baybies Babybad (Verlinken), zu verwenden. Trocknet euer Baby nach dem Waschen oder Baden immer gut ab – besonders auch in den Hautfalten. Die Haut ist das größte Organ eines Menschen – und auch eures Babys – über die Schadstoffe in den Körper gelangen können. Achtet darauf, mit welchen Stoffen euer Baby in Berührung kommt. Ich empfehle für Babys in den ersten Monaten Kleidung aus natürlichen Materialen. Und auch bei eurem Waschmittel, Wickelutensilien und sonstige Pflegeprodukte sind ‚gute‘ und sanfte Inhaltsstoffe wichtig.   Zarte Babyhaut braucht so wenig…  Bei Babyhaut gilt es ganz besonders: weniger ist mehr! Klares Wasser, milde Öle und sanfte Cremes: mehr braucht ihr für die Haut eures Babys im Normalfall nicht. Und wenn doch mal Hautveränderungen bei eurem Baby auftreten, dann ist das – wie ihr hier gelesen habt – meistens unbedenklich und reguliert sich mit der Zeit von allein! :) Ich wünsche euch von Herzen alles Gute, eure baybies Hebamme Ana
Was ist das Besondere an Muttermilch? Fakten und Zusammensetzung Muttermilch

Was ist das Besondere an Muttermilch? Fakten und Zusammensetzung Muttermilch

Was ist das Besondere an Muttermilch? Fakten und Zusammensetzung Muttermilch In den 60er Jahren wurde Frauen stark davon abgeraten ihre Kinder zu stillen. Inzwischen weiß man: Muttermilch ist für unsere Kleinen eine wahre Wundernahrung. Und nicht nur das, Stillen geht über das reine Füttern hinaus und hat viele Vorteile – für Baby und Mama. In diesem Artikel erfährst du viele spannende Fakten über deine Muttermilch: WHO: Muttermilch ist die beste Ernährung für dein Baby Woraus besteht Muttermilch? Die Zusammensetzung von Muttermilch Warum ist Muttermilch so gut für ein Baby? Warum Stillen so wertvoll ist Muss man ein Baby stillen? WHO: Muttermilch ist die beste Ernährung für dein Baby Nicht jede Frau kann oder möchte stillen. Und auch das ist vollkommen in Ordnung und hat seine Gründe. Dennoch ist es belegt, dass Muttermilch die gesündeste Form der Ernährung für ein Neugeborenes ist. Ihre Zusammensetzung ist perfekt auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und kann sich sogar anpassen und verändern, beispielsweise wenn dein Baby krank ist.  Die WHO (World Health Organisation) stuft die Wahl der Ernährung von Babys folgendermaßen ein: Wahl: Muttermilch gestillt durch die eigene Mutter Wahl: Muttermilch der eigenen Mutter abgepumpt Wahl: Frauenmilch einer anderen Frau (Amme) Wahl: Adäquate Ersatznahrung, beispielsweise PRE Milch Woraus besteht Muttermilch? Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich stetig und passt sich je nach Alter und Bedürfnissen an dein Baby an. Einfach erklärt besteht deine Muttermilch in erster Linie aus Wasser: Wasser ist der Hauptbestandteil der Muttermilch mit etwa 87,5%. Die restlichen 12,5% setzen sich aus Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten zusammen. Außerdem ist Muttermilch voll mit Mikronährstoffen, wie Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen.  Die Zusammensetzung von Muttermilch: Zu etwa 87,5% besteht Muttermilch aus Wasser, der Rest setzt sich zusammen aus: Kohlenhydrate Der Hauptteil der Kohlenhydrate besteht aus Laktose, also Milchzucker (ca. 5-7g pro 100ml). Laktose liefert Energie und ist wichtig für das Gehirn, Nervensystem und eine gesunde Darmflora. Neben der Laktose beinhaltet die Muttermilch auch unverdauliche Kohlenhydrate. Diese sind super für den Darm, denn sie wirken sich positiv auf das Wachstum gesundheitsfördernder Darmbakterien aus.  Fette Muttermilch enthält ca. 4g Fett pro 100ml. Auch Fette sind wichtige Energielieferanten und decken in etwa 40-50% des Energiebedarfs deines Babys. Ein hoher Anteil an ungesättigter Fettsäuren in der Milch ist wichtig für die Gehirnentwicklung.  Eiweiße / Proteine Ca. 1g pro 100ml Eiweiß befindet sich in der Muttermilch. Das ist ein relativ geringer Proteingehalt, der aber perfekt auf die Bedürfnisse unserer Babys abgestimmt ist. Proteine sorgen für den Aufbau neuer Zellen und somit für schnelles Wachstum. Einige Proteinbausteine haben eine besondere Schutzwirkung. Diese Antikörper (Immunglobuline) variieren bei jeder Mutter und sind individuell ausgebildet, je nachdem welche Infektionen die Mutter durchgemacht hat. Über die Muttermilch werden sie an das Baby weitergegeben. Warum ist Muttermilch so gut für ein Baby? Muttermilch könnte man eigentlich auch Wundermilch nennen. Denn ein Wunder ist sie wirklich. Warum? Das verrate ich dir jetzt anhand einiger Fakten über Muttermilch: Muttermilch stärkt das Immunsystem und ist ein natürlicher Infektionsschutz für dein Baby Muttermilch enthält Antikörper, die das Immunsystems deines Babys von Anfang an stärken. Wird dein Baby krank, passt sich die Muttermilch an und beinhaltet spezielle Antikörper, die für die Situation genau passend sind. So können Keime und Viren direkt abgetötet werden. Im Kolostrum, also der Muttermilch, die ganz zu Beginn kommt, befinden sich besonders viele Antikörper: „Keine andere Körperflüssigkeit enthält so hohe Mengen an Immunglobulin A, deinem der wichtigsten Abwehrstoffe.“* Aus diesem Grund wird das Kolostrum auch als flüssiges Gold für Neugeborene bezeichnet. (*Quelle: https://www.netdoktor.de/baby-kleinkind/muttermilch/) Deine Muttermilch passt sich an die Bedürfnisse deines Babys an – sie ist maßgeschneidert für deinen Säugling Wie genial und einzigartig ist das bitte?! Ja, dein Körper weiß genau, was dein Baby braucht und so passt sich deine Muttermilch zu jedem Zeitpunkt immer perfekt an die Bedürfnisse deines Babys an. Ihre Zusammensetzung ändert sich, wenn dein Baby krank wird. Und ihre Zusammensetzung verändert sich an heißen Tagen im Sommer. Außerdem passt sie sich immer an den jeweiligen Entwicklungsschritt deines Kindes an. Funfact: Wenn du zwei Kinder in unterschiedlichem Alter gleichzeitig stillst, passt sich die Muttermilch trotzdem an die Bedürfnisse deines Neugeborenen an – i love it! Muttermilch reduziert das Risiko für einige Erkrankungen Muttermilch ist nicht nur super gesund, sondern kann gleichzeitig helfen Krankheiten zu verhindern – und das bei Baby und der Mama. Beim Baby kann Stillen das Risiko für chronische Erkrankungen, wie Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck minimieren. Muttermilch senkt das Risiko für Allergien und sorgt dafür, dass Durchfallerkrankungen seltener auftreten. Stillen verringert außerdem das Auftreten von Ohr- und Atemwegsinfektionen. Wenn Kinder über den sechsten Monat hinaus Muttermilch trinken, kann dies sogar vor bestimmten Krebsarten schützen. Und auch der Mutter kann das Stillen zugute kommen: „Frauen, die ihre Babys über einen längeren Zeitraum stillen, haben gegenüber vergleichbaren Frauen, die nicht stillen, ein geringeres Risiko im späteren Leben an Brustkrebs zu erkranken.“ (Quelle: https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/praevention/stillen) Muttermilch ist wie eine innere Uhr für dein Baby Weiter oben hast du schon erfahren, dass sich die Zusammensetzung der Muttermilch verändert. Und das tut sie nicht nur in Bezug auf Entwicklungsstadien deines Babys oder bei Krankheiten, sondern auch im Laufe des Tages. Und das ist super smart von der Natur! Denn daran können sich Babys orientieren, auch wenn sie noch keinen Tages- und Nachtrhythmus haben. Morgens enthält Muttermilch mehr Cortisol, was wachmachend wirkt. Und Abends befindet sich ein höherer Spiegel an Melatonin in ihr – das hilft beim Einschlafen. Muttermilch enthält lebende Zellen Über die Muttermilch werden lebende Zellen aus deinem Organismus an dein Baby weitergegeben. Unteranderem auch Muttermilch-Stammzellen, die die Immunabwehr stärken. Diese Tatsache wurde erst 2007 von Forschern entdeckt, seit dem wird fleißig weiter geforscht. Wer weiß, was da noch alles geniales herausgefunden wird?! Muttermilch kann auch äußerlich angewendet werden und als Medizin wirken Muttermilch ist nicht nur super zum Trinken, du kannst sie auch als Körperpflege für dein Baby oder dich nutzen. Beispielsweise kann sie wunderbar die Wundheilung im Windelbereich oder in entzündeten Halsfalten unterstützen. Und auch bei entzündeten Brustwarzen ist das Auftupfen von Muttermilch eine einfache und hilfreiche Methode. Muttermilch ist hygienisch, hat die perfekte Temperatur und ist immer verfügbar Diese Punkte sind ein weiterer großer Vorteil von Muttermilch. Während man bei der Zubereitung von PRE Milch stets sauberes Wasser benötigt und es zur Fütterung in optimale Temperatur bringen muss, ist das bei der Muttermilch sowieso gegeben. Muttermilch ist die artgerechte Ernährung für unsere Babys Muttermilch ist die erste Wahl der Ernährung für dein Baby und optimalerweise die Hauptnahrungsquelle im seinem ersten Lebensjahr. Die WHO empfiehlt darüberhinaus bis zum zweiten Lebensjahr weiter zu Stillen. Muttermilch = Wundermilch: Warum Stillen so wertvoll ist Zusammengefasst kann man sagen: die Muttermilch, die wir Mamas produzieren, ist wirklich ein Wunder. Sie ist nicht nur gesund, schützend und genau passend für dein Baby, sie nährt es auf so vielen Ebenen. Zu Stillen bedeutet Nähe zu schenken und nicht nur den Körper zu versorgen, sondern auch die Seele und Verbindung zu deinem Baby zu stärken.  Deine persönliche Stillbeziehung Die Stillbeziehung zwischen Mama und Baby kann sehr unterschiedlich sein. Bei der Einen klappt es von Anfang an super unkompliziert. Und bei der Anderen ist es herausfordernd. Oft ist gerade der Stillbeginn schwer und mit Tränen verbunden. Der Milcheinschuss kann sich unangenehm anfühlen und auch die Brustwarzen müssen sich an ihre neue Aufgabe erst gewöhnen. Es ist normal, dass du dich in das Stillen erst einmal einfinden musst. Dass zu Beginn nicht alles so läuft, wie du dir das vorstellst. Manchmal dauert es ein paar Tage oder Wochen bis eine gute Stillbeziehung aufgebaut ist. Hier findest du unseren Artikel zum Thema Stillen. Ich empfehle allen Frauen sich von Anfang an Unterstützung durch eine Hebamme oder Stillberaterin an die Seite zu holen. Es ist super wichtig, dass du direkt zu Beginn lernst dein Baby richtig anzulegen. Und Beratung hast, wenn etwas noch nicht so läuft, wie es soll. Muss man ein Baby stillen? Ich glaube es ist in diesem Artikel sehr herausgestochen, wie wertvoll Stillen und Muttermilch für dein Baby sind. Und dennoch: auch wenn Experten sich klar für das Stillen aussprechen, ist es deine Entscheidung! Manchmal gibt es Gründe, warum Stillen für dich nicht in Frage kommt. Und das ist okay. Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben, wenn du nicht Stillen kannst oder möchtest. Moderne Milchnahrungspulver für Babys sind ebenfalls auf die Ernährungsbedürfnisse der Kleinen abgestimmt und stehen unter strengen Kontrollen, so dass du auch diese mit gutem Gefühl an dein Baby füttern kannst. Deine Brüste, deine Muttermilch, deine Entscheidung Ja, ich bin ein Fan vom Stillen und ich habe meine Kinder selbst eine ganze Weile gestillt. Genauso bin ich aber auch ein Fan davon, dass wir alle genau das machen sollten, was für uns persönlich richtig ist. Wenn du Stillen kannst und möchtest – wunderbar! Und wenn nicht, dann kannst du dein Kind genauso mit Liebe nähren und gut für es sorgen.   Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit mit deinem kleinen Schatz!   Alles Liebe, deine baybies Hebamme Ana
Winter-Tipps mit Baby - Bereit für die kalte Jahreszeit?

Winter-Tipps mit Baby - Bereit für die kalte Jahreszeit?

Herbstzeit mit Baby Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da – mit all seinen wunderschönen Farben, den bunten Blättern auf dem Boden, den Händen voller Kastanien, aber auch mit einem kalten Wind, der ganz schön unangenehm auf der Haut sein kann. Spaziergänge an der frischen Luft sind wichtig und stärken das Immunsystem, auch bei Schnee, Wind und kaltem Wetter - natürlich mit der richtigen Kleidung! Naturmaterialien wie Wolle, Alpaka oder Kaschmir halten die Babys warm und helfen durch die temperaturausgleichenden Eigenschaften, die Körpertemperatur zu regulieren. Für die Kleinen ist es super unangenehm, Materialien am Körper zu tragen, in denen sie schwitzen oder frieren und daher kann ich nur von Kleidungsstücken abraten, die Polyester oder ähnliche Stoffe enthalten. Doch wie schaut es mit der Haut aus? Braucht die zarte Babyhaut wirklich besondere Pflege in der kalten Jahreszeit oder handelt es sich dabei eigentlich nur um Marketing? Es gibt unzählige Produkte und da ist die Frage total berechtigt, was wirklich notwendig ist und was Ihr allgemein bei der Babypflege beachten solltet. Babypflege bei kalten Temperaturen Nach der Geburt ist die Zeit vorbei, in der die Kleinen im warmen, keimarmen Fruchtwasser sind - umgeben von schützender Käseschmiere. Von nun an muss die Haut selbst dafür sorgen, nicht auszukühlen, nicht zu überhitzen, nicht auszutrocknen und sich vor Erregern zu schützen. Grundsätzlich ist sie dafür auch gewappnet, allerdings sind die Hautschichten von Neugeborenen und Kindern bis zum zehnten Lebensjahr deutlich dünner als von Erwachsenen. Das Unterhautgewebe und die Schutzfunktionen sind noch nicht vollständig ausgereift, die Talgproduktion ist noch dabei, sich zu entwickeln und auch die Thermoregulation ist noch nicht ausgereift. Die Haut verliert leicht Feuchtigkeit & Wärme und neigt zur Trockenheit. Im gesunden Zustand produziert unsere Haut Fett. Zusammen mit Schweiß und Wasser bildet dies unseren Schutzmantel, den sogenannten Hydrolipidfilm. Er schützt die Haut vor äußeren Einflüssen und sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet. Niedrigere Temperaturen schwächen diesen Schutzmantel und wenn diese Barriere gestört wird, kann die Haut Fette und Feuchtigkeit verlieren, was zu Juckreiz, Spannungsgefühl, Schuppenbildung und Trockenheit führt. Zusätzlich entzieht die trockene Heizungsluft der Haut Feuchtigkeit, und der Wechsel zwischen warmen Innenräumen und der Kälte im Freien verstärkt diesen Prozess. Daher ist eine besondere Pflege bei kalten Temperaturen wichtig, um die Babyhaut zu schützen. Wind- und Wettercreme - Hoher Fettgehalt statt Wasser Bei kaltem, winden oder nassem Wetter ist eine Pflege mit einem hohen Fettgehalt wichtig, die im besten Fall kein Wasser enthält. Cremes, die auf Wasser basieren, können die Haut herunterkühlen, Feuchtigkeit entziehen und bei extrem niedrigen Temperaturen sogar auf der Haut gefrieren. Wind- und Wettercremes, Kälteschutzcremes oder auch Wetterschutzcremes genannt, schützen die Haut mit natürlichen oder auch rückfettenden Inhaltsstoffen. Schädliche Bestandteile wie Mineralöle, Paraffine, Parabene oder reizende Konservierungsmittel haben bei der Pflege unserer Kleinen nichts verloren. Ebenso sollten Inhaltsstoffe, die als Parfüm deklariert sind, vermieden werden, da sie Hautreizungen hervorrufen können. Die baybies Wind- und Wettercreme verzichtet auf alles, was nicht drin sein sollte und setzt auf verschiedene hochwertige pflanzliche Öle, um einen hohen Fettgehalt zu erzielen. Good to know Eine Wind- und Wettercreme wird erst ab Temperaturen um den Gefrierpunkt benötigt Abends sollte die Creme wieder abgewaschen werden, z.B. mit dem Baby Bad Weniger ist mehr – eine kleine Menge reicht aus
Frühgeburten - was ist wichtig bei Frühchen?

Frühgeburten - was ist wichtig bei Frühchen?

Frühgeborene sind Babys, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche oder  mit einem Geburtsgewicht von unter 2500g geboren werden. Etwa 8% aller Babys sind Frühgeburten. Eine Frühgeburt bedeutet erstmal eine ungeplante Situation für die ganze Familie. Und nicht nur für das zu früh geborenen Baby ist diese Zeit intensiv und herausfordernd, auch für euch als Eltern bedeutet sie oft Sorgen und besonderes Kümmern. In diesem Artikel möchte ich euch rund um das Thema Frühgeburten aufklären und euch Tipps und Wissen mitgeben: Was für Arten von Frühgeburten gibt es? Wodurch kommt es zu einer Frühgeburt? Kann man Frühgeburten vorbeugen? Frühgeburten rechtzeitig erkennen Was tun beim Verdacht auf eine Frühgeburt? Ab wann sind Frühchen überlebensfähig? Was muss man bei einem Frühchen beachten? Unterschiedliche Frühgeborene – Was für Arten von Frühgeburten gibt es? Frühchen ist nicht gleich Frühchen – es gibt große Unterschiede bei Frühgeburten. Eingeteilt werden sie je nachdem in welcher Schwangerschaftswoche (SSW) und mit welchem Geburtsgewicht sie zur Welt kommen. Späte Frühgeborene Kinder, die zwischen der 34. und der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, werden als sogenannte späte Frühgeborene (LPI = „late preterm infants“) bezeichnet. Sie unterscheiden sich in Bezug auf ihre Größe und ihr Gewicht nur unwesentlich von reif geborenen Kindern. Dennoch fehlt auch ihnen wertvolle Entwicklungszeit, so dass sie zu Frühgeburten zählen. Frühgeburten mit sehr niedrigem Geburtsgewicht Babys, die bei ihrer Geburt weniger als 1.500g wiegen, werden als Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW = „very low birth weight infants“) bezeichnet. Meist kommen sie vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt. Frühgeburten mit extrem niedrigem Geburtsgewicht Und dann gibt es die noch zarteren Babys, die vor der 29. Schwangerschaftswoche geboren werden. Sie werden als Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (ELBW = „extremely low birth weight infants“) betitelt, da sie meist anfangs nur um die 1.000g wiegen. Entsprechend klein ist ihre Körpergröße. Untergewichtige Termingeborene Als vierte Kategorie von Frühgeburten gibt es noch reif geborene Kinder, die zwar um den errechneten Geburtstermin herum zur Welt kommen, aber ein Gewicht von weniger als 2.500g mitbringen. Sie gelten als Frühgeborene, wodurch ihre Mütter einen Anspruch auf verlängerten Mutterschutz haben. (Quelle: https://www.fruehgeborene.de/familie/allgemeine-infos.htm) Die medizinische Versorgung, die ein Frühchen bekommt, und wie lang es auf der Neonatologie (Kinderintensivstation) behandelt wird, richtet sich danach, wann und mit welchem Gewicht es zur Welt gekommen und wie sein allgemeiner Zustand ist. Wodurch kommt es zu einer Frühgeburt? Ursachen und Risikofaktoren, die zu einer Frühgeburt führen können, sind sehr unterschiedlich und individuell. Oftmals kann man nicht genau definieren, was der Auslöser für eine verfrühte Geburt war, es gibt allerdings ein paar Faktoren, die im Zusammenhang mit Frühgeburten beobachtet wurden. Risikofaktoren für Frühgeburten können sein: Mehrlingsschwangerschaften Das Alter der Mutter: Unter 18 oder über 35 Jahren Erfahrungen der Mutter: Bereits erlebte Frühgeburten Künstliche Befruchtung Vorerkrankung der Mutter (zB. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Infektionskrankheiten) Vaginalinfektionen Lebensstil der Mutter: Alkoholkonsum, Nikotinkonsum, Drogenkonsum, starkes Unter- oder Übergewicht, starke psychische Belastungen. Erkrankungen des Kindes (zB. Fehlbildungen) Komplikationen in der Schwangerschaft (zB. Gebärmutterfehlbildungen, Muttermundschwäche, Störungen der Plazenta, vorzeitiger Blasensprung, vorzeitige Wehentätgigkeit) Wie kann man Frühgeburten vorbeugen? Wir alle möchten, dass unsere Kinder gesund, reif und gut entwickelt zur Welt kommen. Damit unser Baby seine Reife im Mutterleib bekommt und nicht zu früh zur Welt kommt, gibt es ein paar Dinge, auf die werdende Mamis achten können: Regelmäßige Vorsorgen mit deiner Hebamme und/oder deiner Frauenärztin: Ein regelmäßiger Check kann helfen einer Frühgeburt vorzubeugen. Sollte beispielsweise dein Muttermund verkürzt sein, kann dies in einer Untersuchung festgestellt und entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Ähnlich ist es auch mit Vaginalinfektionen. Werden diese frühzeitig erkannt, können sie direkt behandelt werden. Grundsätzlich hilft ein gesunder Lifestyle in der Schwangerschaft natürlich auch. Stärke dein Immunsystem mit gesunder Ernährung und bewege dich viel an der frischen Luft. Verzichte auf Nikotin, Alkohol und Drogen und vermeide extremen körperlichen oder mentalen Stress. Achte auf die richtige Hygiene im Intimbereich. Vermeide aggressive Seife, die deine natürliche Vaginalflora angreift. Wenn du das Gefühl hast einen Scheidenpilz zu haben oder dass deine Vaginalflora nicht in Ordnung ist, besprich dies zeitnah mit deiner Gynäkologin. Anzeichen für eine veränderte Vaginalflora können sein: Jucken, Brennen, vermehrter oder veränderter Ausfluss, auffälliger Geruch. Neben diesen Dingen, auf die du selbst achten kannst, gibt es leider auch eine Reihe an Faktoren, die du als Schwangere nicht beeinflussen kannst. Solltest du also eine Frühgeburt haben, kann dies durch die unterschiedlichsten Gründe verursacht worden sein. Du brauchst dir kein schlechtes Gewissen zu machen, denn Frühgeburten können nur selten durch das Verhalten der Mutter beeinflusst werden!Tatsächlich bleibt die Ursache einer Frühgeburt häufig ungeklärt. Solltest du, aufgrund von vorherigen Erfahrungen oder – warum auch immer – Ängste und Sorgen in Bezug auf eine Frühgeburt haben, besprich dies unbedingt mit deiner Hebamme oder einem Ansprechpartner deines Vertrauens. Anzeichen für eine Frühgeburt – Frühgeburten rechtzeitig erkennen Es gibt Anzeichen, die auf eine drohende Frühgeburt hinweisen. Hierzu zählen vorzeitige Wehen. Vorzeitige Wehen zeigen sich als Krämpfe im Unterbauch, die sich ähnlich, wie Periodenschmerzen anfühlen, und bei denen der Bauch regelmäßig hart wird. Ein weiteres Indiz für eine Frühgeburt ist ein Blasensprung und der Verlust von Fruchtwasser. Dies muss nicht unbedingt schwallartig oder fontänenmäßig, wie in Hollywoodfilmen geschehen, sondern kann sich auch tröpfchenweise äußern. Was tun bei dem Verdacht auf eine Frühgeburt? Wenn du Anzeichen für eine Frühgeburt beobachtest, solltest du dies immer mit deinem Frauenarzt oder im Krankenhaus abklären. Dort wirst du körperlich untersucht und es werden unterschiedliche Tests durchgeführt. Anhand von Ultraschall, einem CTG, einer Untersuchung deines Muttermundes und einem Test, ob du einen Blasensprung hattest, können Ärzte die Situation einschätzen. Dein Arzt und deine Hebamme werden das weitere Vorgehen entsprechend der Diagnose mit dir besprechen. Bei einer rechtzeitige Behandlung kann eine drohende Frühgeburt oft noch hinausgezögert werden. Ab wann sind Frühchen überlebensfähig? Je früher ein Baby geboren wird, desto unreifer sind seine Organe und sein Immunsystem. Und desto intensiver muss seine Behandlung sein. Heutzutage gilt ein Baby zwischen der 23. und der 25. SSW schon als medizinisch lebensfähig und hat Chancen auch außerhalb des Mutterleibes zu überleben. Mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche steigt die Lebensfähigkeit. Ab der vollendeten 34. SSW ist die Lungenreife des Babys abgeschlossen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in seiner Entwicklung. Werden Babys vor der 34. SSW geboren, wird versucht der Mutter noch vor bevorstehender Geburt eine Spritze, die sogenannte RDS-Prophylaxe, zur Lungenreife zu geben. Was tun bei einer Frühgeburt? Was muss man bei Frühchen beachten?  1. Känguruhen – Frühgeburten brauchen Körperkontakt Frühchen brauchen ganz besonders viel Wärme und Körperkontakt, denn ihnen fehlt behütete Zeit im Bauch der Mutter. Wenn du ein Frühchen hast, ist dieser Körperkontakt und Haut-auf-Haut, Liebe und Zuwendung das Wichtigste. Es gibt sogar einen Fachbegriff hierfür: Wenn ein Baby nackt auf dem Oberkörper seiner Eltern liegt, nennt man dies Känguruhen. Das Klinikpersonal hilft dir hierbei und legt in der Regel großen Wert darauf, dass dies so früh, wie möglich, geschieht – selbst bei den ganz Kleinen, die an Kabel angeschlossen sind. Die Vorteile von Känguruhen sind enorm! Deine Körperwärme, dein Geruch und dein Herzschlag wirken, wie ein Wundermittel für die Kleinen. Frühchen können sich dadurch entspannen, die eigene Körpertemperatur stabilisieren und besser mit Schmerzen und Unwohlsein umgehen. Außerdem werden Vitalfunktionen, wie die Atmung, stabilisiert. Und auch für die Eltern hat Kängruhen Vorteile. Durch den engen Körperkontakt kann die Bindung gefestigt werden, Stichwort: Bonding, und ihr werdet automatisch sicherer im Umgang mit eurem Baby. 2. Muttermilch von Anfang an Wenn du stillen möchtest, ist Muttermilch immer die beste Nahrung für dein Frühchen – sobald das möglich ist. Anfangs kann abgepumpte Muttermilch auch über eine Sonde gefüttert werden. Sobald dein Baby kräftiger ist, kann es selbst saugen und du kannst es an die Brust anlegen. Hol’ dir gerne Unterstützung durch Stillberaterinnen auf der Frühchenstation. So kannst du tolle Tipps lernen und herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt, um deine Milchproduktion anzuregen und zu stillen. 3. Hol’ dir Unterstützung – physisch und mental! Die erste Unterstützung bei Frühgeburten kommt meist durch das Klinikpersonal. Kinderkrankenpfleger und Schwestern zeigen dir, wie du dein frühgeborenes Baby – trotz Verkabelung – selbst wickeln und waschen kannst. Unsicherheit ist am Anfang ganz normal, mit der Zeit und den richtigen Griffen wirst du immer sicherer werden. Diese Unterstützung bereitet dich auch auf die anschließende Zeit Zuhause vor. Apropos Zuhause: Wenn es dann soweit ist, dass ihr euer Frühchen mit nach Hause nehmen könnt, ist es super, wenn du auch hier vorab für Unterstützung sorgst. Kümmere dich um eine erfahrene Hebamme, die dir zur Seite steht. Übrigens: Mit einem Attest des Kinderarztes kann die Betreuung durch eine Hebamme bei Frühgeburten verlängert werden. Je nach Zustand des Kindes gibt es auch ambulante Betreuungsmöglichkeiten durch Kinderkrankenpfleger oder Pflegerinnen, die zu euch nach Hause kommen. In manchen Fällen besteht außerdem ein Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Frag’ hierfür bei deiner Krankenkasse nach. Viele Kassen übernehmen die Kosten. In manchen Fällen brauchen Frühgeburten besondere Therapien. Auch hierum kümmert ihr euch am besten frühzeitig. Welche speziellen Therapeuten gibt es bei euch in der Nähe? Was könnte hilfreich für euer Mini sein? Und zu guter Letzt: auch der Austausch mit Anderen kann eine großartige (mentale) Unterstützung sein. Ihr seid nicht die einzigen Frühchen-Eltern. Ihr seid nicht die einzigen, die entsprechende Sorgen und Ängste haben. Schaut, welche Angebote es in eurer Nähe mit Gleichgesinnten gibt. Vielleicht gibt es einen Austausch-Treff oder eine Selbsthilfegruppe. Die Situation mit einem früh geborenen Baby kann belastend sein. Kümmert euch – neben all der Babypflege – auch um euch und euer Wohl. Gut zu wissen: Mit einem Attest über die Frühgeburt kannst du den Mutterschutz nach der Geburt verlängern! Empfehlungen und weitere Infos bei Frühgeburten Kennst du den Podcast „Die friedliche Geburt“? Neben einer Vielzahl an Tipps und Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Co gibt es hier auch eine Folge zum Thema Frühgeburt. Hört gerne mal rein! Vielleicht kann sie euch ein wenig Angst nehmen und ermutigen: https://die-friedliche-geburt.de/2023/06/25/293-fruehgeburt-mit-einleitung-neo-und-trotzdem-positiv-interview-mit-chantal/ Wichtige und weiterführende Informationen rund um das Thema Frühgeburten und Frühchen bekommt ihr auf dieser Seite des Familienportals: https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/schwangerschaft-geburt/fruehgeborene Euer Frühchen und ihr! Manchmal kommt es anders als geplant. Und manchmal wirft das ziemlich viel durcheinander. Warum, wieso, weshalb – das weiß man nicht immer. Was aber sicher ist: heutzutage sind die Möglichkeiten und ist die medizinische Versorgung für Frühgeburten so gut, wie nie zuvor! Es gibt zahlreiche Varianten Frühchen zu unterstützen, so dass man ihnen nach einer gewissen Zeit ihren Frühchen-Status nicht mehr anmerken wird. Euer Frühchen steht im Mittelpunkt. Und dennoch möchte ich euch ans Herz legen auch auf euch und euer Wohl zu achten. Es ist okay, wenn ihr zwischendurch auch eure Akkus aufladet, euch Momente nur für euch nehmt, euch selbst stärkt. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute – und eine Extraportion Power und Liebe für euren kleinen Erdbewohner, eure baybies Hebamme Ana
Abstillen: Wann ist der richtige Zeitpunkt und wie hört man mit dem Stillen auf?

Abstillen: Wann ist der richtige Zeitpunkt und wie hört man mit dem Stillen auf?

Wie lang sollte man Stillen und wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen? Ja, es ist ein heiß diskutiertes Thema. Die Einen rümpfen die Nase, wenn eine Mama „nur“ vier Monate stillt, die Anderen ziehen die Augenbrauen hoch, wenn ein fünfjähriges Kind „noch“ an der Brust trinkt. Was ist also richtig? Zum Stillen und Abstillen kursieren viele Meinungen und Empfehlungen. Vom Freundeskreis, der Familie oder Fachpersonal hörst du zu diesen Themen wahrscheinlich zahlreiche Ratschläge. Aber weißt du was die tatsächlich entscheidende Komponente für dein Stillen bzw. Abstillen ist? DU und dein KIND. Darum und um folgende Aspekte geht es in diesem baybies Blogartikel: Wie lange sollte man ein Baby stillen? Wann sollte man Abstillen? Gibt es Anzeichen, bei denen man Abstillen sollte? Wie stillt man ab? Kann man einfach so Aufhören mit dem Stillen? Abstillen durch´s Kind Abstillen durch die Mama Gründe zum Abstillen, die gar keine sind! Hebammen Tipps zum Abstillen Wie lange sollte man ein Baby stillen? Wann sollte man Abstillen? Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt ein Baby bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen. Anschließend, so wird geraten, soll dem Kind nach Bedarf und zusätzlich zur Beikost, bis zum zweiten Lebensjahr oder darüber hinaus, weiter die Brust angeboten werden.  Dies ist eine generelle Empfehlung – die aber nicht die einzelne Situation beachtet. Denn: Den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht! Jede Mutter, jedes Kind ist anders und die Entscheidung, wie lange gestillt und wann abgestillt wird eine sehr individuelle. Eine Entscheidung, die die Mutter, das Kind oder beide zusammen treffen und die dann richtig ist, wenn sie für euch richtig ist. Euer richtiger Zeitpunkt zum Abstillen kann vor dem sechsten Monat oder auch nach dem dritten Geburtstag sein. Wichtig ist, dass du und dein Kind damit zufrieden seid.  Gibt es Anzeichen, bei denen man Abstillen sollte? Manchmal geben Kinder Signale, dass es ein guter Zeitpunkt zum Abstillen ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn… …dein Kind immer weniger, das bedeutet: seltener und kürzer, an deiner Brust trinken möchte. Wenn es sozusagen mehr und mehr das Interesse am Stillen verliert. …dein Kind großes Interesse an fester Nahrung oder Brei zeigt, schon gut und gerne isst und zu den Mahlzeiten ausreichend Wasser trinkt. Gründe, um mit dem Abstillen zu beginnen, können aber auch bei der Mutter liegen: Wenn du als stillende Mutter Medikamente einnehmen musst, die sich mit dem Stillen nicht vereinbaren lassen. Wenn du wieder mehr Freiheit und deine Brüste endlich wieder für dich haben möchtest. Oder wenn du starke Schmerzen beim Stillen hast und dir weiteres Stillen unangenehm ist. Dies sind Anzeichen dafür, dass für dich der richtige Zeitpunkt zum Abstillen gekommen ist. Wichtig ist, dass du weißt, dass egal aus welchem Grund du dich für das Abstillen entscheidest – es gibt weder gut noch schlecht. Wie kurz oder lange man stillt, sollte niemand bewerten oder beurteilen! Wie stillt man ab? Kann man einfach so Aufhören mit dem Stillen? Abstillen ist ein Prozess und findet (meistens) nicht von heute auf morgen statt. Durchschnittlich dauert der Abstillprozess um die drei Monate – wobei dies je nach Situation mal länger und mal kürzer sein kann. Wenn du mit dem Abstillen beginnen möchtest, ersetzt du das Stillen Stück für Stück durch beispielsweise Breinahrung, Fläschchenmilch oder feste Beikost. Meist beginnt man damit die Mittagsmahlzeit zu ersetzen und dann nach und nach weitere. Wenn dein Kind weniger an der Brust trinkt, wird dein Körper mit der Zeit weniger Milch produzieren. So spielen dein Kind und du euch aufeinander ein. Dieser Prozess des Abstillens verläuft aber nicht immer in eine Richtung. Du kannst schon fast am Ende des Abstillprozesses sein, also nur noch ein- bis zweimal am Tag stillen, und dann – durch eine besondere Gegebenheit – möchte dein Kind doch wieder mehr gestillt werden. Beispielsweise, wenn es krank ist. Oder Zähnchen bekommt. In diesen sensiblen Phasen ist es normal, dass Kinder wieder vermehrt die Brust verlangen.  Nicht nur der Zeitpunkt wann du Abstillst, sondern auch der Abstillprozess an sich, verläuft bei jedem Kind und bei jeder Mutter anders. Er hängt von so vielen Facetten ab. Abstillen mit sechs Monaten verläuft anders, als mit zwei Jahren. Als Mutter hast du bei diesem Prozess dein individuelles Tempo, genau wie dein Baby seine Umgewöhnungszeit hat. Es gibt also auch hier keine universelle Abstill-Anleitung. Finde für dich und für euch heraus, wann und in welchem Tempo dieser Prozess passend ist.  Stillen Kinder sich selbst ab? Abstillen durch`s Kind Es gibt Kinder, die sich von selbst Abstillen und nach und nach weniger Interesse am Stillen zeigen. Das bemerkst du daran, dass sie immer kürzer und seltener an der Brust trinken möchten. Dieser selbstgewählte Zeitraum ist bei Kindern sehr unterschiedlich. Bei dem einen Kind kann das mit zwölf Monaten sein, bei dem anderen früher oder deutlich später. Wenn man sein Kind entscheiden lässt, wie lange es gestillt wird, liegt die Stilldauer häufig zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensjahr. Viele Kinder signalisieren erst dann weniger Interesse am Trinken an der Brust.  Es gibt aber natürlich auch Kinder, die bereits früher mehr Appetit haben, nach Brei und Beikost verlangen und weniger saugen möchten. Beides ist normal und der individuelle Prozess deines Kindes. Du kannst dein Kind ganz natürlich Abstillen, in dem du ihm nur die Brust anbietest, wenn es aktiv danach fragt. Kann ich das Stillen einfach beenden? Abstillen durch die Mama Wenn du dich dafür entscheidest Abzustillen, empfehle ich dir, dir dafür ausreichend Zeit zu nehmen. Und damit zu rechnen, dass der Abstillprozess nicht immer ganz einfach ist. Sowohl für dein Kind, als auch für dich, bedeutet das Abstillen eine Veränderung. Eine Veränderung, die das Ende einer Phase bedeutet. Es macht daher Sinn einen Zeitpunkt zu wählen, an dem ansonsten nicht zu viel Neues oder Ungewohntes passiert. Und es deinem Kind insgesamt gut geht. Ein nicht optimal geeigneter Zeitpunkt zum Abstillen ist, während der Kita Eingewöhnung, kurz nach einem Umzug, wenn ein neues Geschwisterchen dazugekommen ist oder wenn sonstige große Veränderungen anstehen. Dann kann es sein, dass dein Kind einen besonderen Bindungsdrang hat und ihm das Abstillen schwerer fällt. Wähle also am Besten einen Zeitpunkt aus, der für euch beide passt! (Ganz unabhängig davon, was deine Großmutter, die Nachbarin oder sonst wer sagt ;) ) Gründe zum Abstillen, die gar keine sind! Wie bei vielen Themen, kursieren auch beim Thema Abstillen so einige Mythen. So zum Beispiel die Annahmen, dass es bestimme äußere Gründe gibt, bei denen man als Mama unbedingt abstillen sollte. Hier habe ich einige dieser Gründe zusammengefasst – bei denen du NICHT ABSTILLEN musst – sondern ganz entspannt weiter stillen kannst: Du bist erneut schwanger. Du hast deine Periode wieder. Du bist krank – keine Sorge, dein Körper weiß, was er tut und du musst dir keine Sorgen machen, dein Baby über deine Muttermilch anzustecken. Du nimmst Medikamente (die Medikamente müssen mit dem Stillen verträglich sein, besprich das mit deinem Arzt). Du produzierst weniger Milch. Auch dies ist nicht zwangsläufig ein Signal, dass du abstillen musst – hole dir Hebammen Beratung/ Stillberatung. Du hast einen Milchstau, eine Brustentzündung, entzündete Brustwarzen oder eine Pilzinfektion. Auch hiermit kannst du weiterhin stillen, hol’ dir in diesen Fällen professionelle Beratung an deine Seite. Dein Kind bekommt Zähne. Dein Kind kommt in die Kita – auch, wenn es dann vielleicht nicht mehr so häufig, wie vorher an der Brust trinken kann, bedeutet das nicht, dass du komplett abstillen musst. Dein Kind trinkt unruhiger und lässt sich schnell ablenken, es nimmt die Brust oft aus dem Mund, dreht sich weg und beobachtet das drumherum. Auch das ist normal und passiert meistens um den fünften Monat herum, wenn dein Kind mehr und mehr entdecken will. Unterstützung beim Abstillen Egal, wann du dich für das Abstillen entscheidest, hol’ dir am besten immer Beratung durch eine Hebamme oder Stillberaterin an deine Seite. In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkasse diese Beratungen. Da es kein Standardprogramm zum Abstillen gibt, ist es wichtig, dass du individuell Unterstützung bekommst, die zu dir, euch und eurer Situation passt. Manche Mamas erstellen sich einen Abstillplan und bei manchen verläuft dieser Prozess eher natürlich und im Flow. Abstilltabletten – sinnvoll oder nicht? Abstilltabletten können helfen, wenn du direkt nach der Geburt entscheidest, dass du nicht stillen möchtest. Durch die Einnahme soll verhindert werden, dass die Milchproduktion in Gang kommt. Zu einem späteren Zeitpunkt sind Abstilltabletten eher selten nötig und lassen sich meistens vermeiden.  Hebammen Tipps zum Abstillen Zum Abschluss möchte ich dir noch ein paar Tipps mitgeben, die dir und deinem Kind den Prozess des Abstillens erleichtern können: Brüste kühlen: Viele Frauen empfinden es als sehr angenehm ihre Brüste regelmäßig zu kühlen. Am einfachsten geht das mit Kühlpacks (bitte nur aus dem Kühlschrank nehmen, nicht aus dem Gefrierfach). Es gibt auch speziell geformte Brust-Kühlpacks. Alternativ kannst du auch Quarkwickel oder Wickel aus Retterspitz verwenden. Brustmassage und Brüste ausstreichen: Auch eine sanfte Brustmassage kann dir während des Abstillprozesses helfen. Lass’ dir von deiner Hebamme Griffe und Bewegungen zeigen. Wenn deine Brüste sehr spannen, kannst du sie leicht ausstreichen, so dass Milch abfließen kann. Das klappt am besten unter einer warmen Dusche, da die feuchte Wärme die Milchgänge öffnet. Tee: Viele Hebammen empfehlen Pfefferminz- oder Salbeitee als unterstützende Maßnahme, um die Milchbildung zu reduzieren. Ich kenne einige Frauen, die berichten, dass ihnen dies geholfen hat. Es gibt allerdings keine Studien, die die Wirkung bestätigen. Kommunikation mit dem Baby: Wenn du entschieden hast, dass dein richtiger Zeitpunkt zum Abstillen gekommen ist, dann ist es sinnvoll mit deinem Kind zu kommunizieren. Je nach Alter des Kindes kannst du mit ihm über das Abstillen sprechen. Das hilft Kindern mit einer neuen Situation besser umgehen zu können. Und auch Babys verstehen oft mehr, als wir denken. Up and down’s sind normal: Abstillen ist eine Veränderung und Veränderungen haben immer leichte und auch mal herausfordernde Phasen. Manche Kinder ärgern sich, wenn das geliebte Stillen reduziert wird. Andere brauchen während des Prozesses besonders viel Körperkontakt. Wichtig ist es, sein Kind zu begleiten und ernst zu nehmen, wenn es wütend oder traurig ist. Findet alternative Beruhigungsmethoden und euer eigenes Tempo. Übrigens: Oftmals kann der Partner, der nicht gestillt hat, euer Kind in dieser Zeit besser beruhigen.  Dein Abstillprozess – dein Bauchgefühl Liebe stillende oder abstillende Mama, ich freue mich, wenn du aus diesem Artikel den ein oder anderen Tipp für dich mitnehmen kannst. Das Wichtigste ist: dass du dir selbst vertraust. Dir, deinem Bauchgefühl und deinem Baby. Niemand von Außen kann einen richtigen Zeitpunkt zum Abstillen bestimmen – intuitiv wirst du alles wunderbar machen! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht immer leicht ist. Dass man manchmal komisch angeguckt und bewertet wird. Und dass man dadurch manchmal unsicher wird. Aber weißt du was? Egal, wie wir Dinge handhaben – es wird immer Menschen geben, die es anders besser oder richtiger fänden. Und da man es allen Anderen sowieso niemals recht machen kann, kann man auch gleich auf sich selbst und das eigene Bauchgefühl hören. ;) Meine Tochter habe ich lange gestillt und ich wurde oft gefragt, wiiiie lange ich das denn so noch machen will. Meistens hab ich dann gelacht und gesagt: „Ich stille mindestens bis sie fünf Jahre alt ist!“ Ich wünsche mir, dass wir uns alle mehr bestärken eigene Entscheidungen treffen zu können – und das wünsche ich dir: finde deinen Weg und vertraue auf dein Gefühl! Alles Liebe, deine baybies Hebamme Ana
Warum Babys Schreien – Was tun, wenn Babys schreien oder weinen?

Warum Babys Schreien – Was tun, wenn Babys schreien oder weinen?

Warum Babys Schreien – Was tun, wenn Babys schreien oder weinen? Die größte Freude gepackt in ein so kleines und zartes Bündel von gut 50 cm. Jedes Baby ist ein kleines Wunder und etwas ganz besonderes für seine Eltern. Die romantische Vorstellung vom ruhigen Familienglück mit dem friedlichen schlummernden Baby ist wunderschön. – Wird dann aber doch oft durch lautes Weinen ergänzt. Warum Babys Schreien und was ihr tun könnt, um euer Baby zu beruhigen, erfahrt ihr in diesem Artikel: Wie oft schreien Babys? Warum Babys schreien – gibt es immer einen Grund? Häufige Gründe, warum Babys schreien Wie beruhigt man ein Baby? Warum sollte man ein Baby nicht schreien lassen? „Mache ich was falsch?“ – Schuldgefühle, wenn das Baby weint Schreiendes Baby vs. Familienalltag Mythos Schreien lassen: „Verwöhne dein Baby nicht!“ Schreibabys: Was tun, wenn das Baby dauernd schreit? Wie oft schreien Babys? Ja, Babys schreien. Und das hat in erster Linie nichts mit euch als Eltern zu tun, aber dazu später mehr. Die meisten Eltern unterschätzen, wie viel und wie lange ein Baby am Anfang schreien kann – und was das für einen selbst bedeutet. Es gibt Zeittabellen, auf denen die Schreizeit eines Babys am Tag (24h) beschrieben ist: -6. Lebenswoche: ca. 1,5h in 24h ab der 6. Lebenswoche: ca. 2,5h in 24h ab der 16. Lebenswoche: ca. 1h in 24h Quelle: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/schreien/infografik-schreien/ Diese Zeitangaben und Schreizeiten sind Durchschnittsangaben. Jedes Baby hat einen eigenen Charakter und ein individuelles Schreiverhalten, von daher kann es sein, dass euer Baby deutlich weniger oder auch mehr weint. Wichtig für euch zu wissen ist: es ist normal, wenn Babys mal weinen. Alle Babys tun das. Meist nimmt das Schreien ab, wenn euer Kind etwas älter ist. Die Schreiphase endet meist um den vierten Monat herum. Warum Babys schreien – gibt es immer einen Grund? Babys weinen niemals ohne Grund – und ganz besonders NICHT, um euch Eltern zu ärgern oder zu manipulieren, so etwas können Babys noch nicht. Durch ihr Schreien drücken sich Babys aus, es ist ihr Kommunikationsmittel. Sie zeigen an, dass etwas nicht stimmt oder sie sich nicht wohlfühlen. Schreien ist das wichtigste Ausdrucksmittel eines Neugeborenen. Wenn ein Baby weint oder schreit, möchte es euch etwas mitteilen – von daher ist es wichtig auf Babyschreien zu reagieren. Babys sind abhängig. Von uns als Eltern und ihren Bezugspersonen. Sie sind darauf angewiesen, dass sich jemand um sie kümmert – ansonsten könnten sie nicht überleben. „Das Babyschreien ist Teil einer universellen Weltsprache aller Säuglinge. Es sichert das Überleben des Kindes in seiner Umwelt. Über das Schreien der Babys erfahren Sie rechtzeitig, ob und wann wichtige Bedürfnisse Ihres Kindes aus dem Blick geraten sind und ob sie darauf warten, beantwortet zu werden.“  – aus dem Buch: Keine Angst vor Babytränen von Thomas Harms Das Schreien eines Babys löst bei Eltern etwas aus. Meistens Stress oder den Drang etwas zu tun, um das Schreien zu beenden, beziehungsweise um dem Baby zu helfen. Das ist von der Natur bewusst so eingerichtet: das Baby weint, die Bezugsperson wird aktiviert und reagiert. Manchmal wirkt es so, als würde das Baby ‚einfach so‘ Schreien – dem ist nicht so! Ein schreiendes Baby hat immer einen Grund, warum es sich bemerkbar macht. Häufige Gründe, warum Babys schreien Die häufigsten Gründe, warum euer Baby schreit, können sein: Hunger Müdigkeit eine volle Windel Verlangen nach Nähe Bauchschmerzen (besonders in den ersten drei Monaten) Überforderung und zu viele Reize Langeweile und zu wenig Anregung körperliches Unwohlsein (zu warm, zu kalt) sonstige Schmerzen oder Manchmal weinen Babys auch, um etwas zu verarbeiten. Die Geburt, beispielsweise, kann auch für ein Baby ein belastendes Erlebnis sein, das es verarbeiten muss. Oft ist uns Erwachsenen das nicht bewusst, aber eine sehr schnelle oder sehr langwierige Geburt kann auch für ein Baby überfordernd sein. Das Gefühl eines Bindungsverlusts und diese plötzliche Veränderung ist für Babys eine Extremsituation.  Schreien, das keinen „erkennbaren Grund“ hat oder durch keine frische Windel oder Füttern beruhigt werden kann, ist für Eltern oft schwieriger zu handhaben. Aber auch dieses Schreien ist wichtig für euer Baby – und sollte unbedingt von euch begleitet werden. Wenn wir das Schreien und den Kummer unseres Babys liebevoll begleiten, können wir ihm helfen seine Erfahrungen zu bewältigen. „Auch wenn es manchmal nicht so wirkt: Zwischen begleitetem Weinen und Alleine-Weinen liegen für ein Baby Welten!“ Quelle: https://www.nora-imlau.de/babys-bloss-nicht-schreien-lassen-was-heisst-das-eigentlich-genau/ Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd es als Eltern sein kann diese Art von Schreiattacken zu begleiten. Versucht in diesen Momenten Ruhe und einen ‚verlässlichen Hafen‘ auszustrahlen. Euer Kind spürt eure innere Haltung. Je ruhiger ihr seid, desto schneller kann auch euer Kind zur Ruhe finden. Gebt eurem Baby den Raum zu schreien, versucht es nicht abzulenken, sondern seid liebevoll für es da. Euer Baby möchte gehört und verstanden werden. Wie beruhigt man ein Baby? Wie kann man Babyschreien begleiten? Es gibt keine Formel, die bei jedem Baby funktioniert – so viel direkt vorweg. Euer Baby ist eine individuelle Persönlichkeit mit seinen eigenen Bedürfnissen und braucht seine individuelle Unterstützung. Mit der Zeit lernt ihr euer Kind immer besser kennen und wisst am besten, wie ihr es beruhigen könnt und was ihm gut tut. Wichtig ist erstmal eine „Methode“ auszuprobieren und nicht zu oft zwischen unterschiedlichen Beruhigungsvarianten hin und her zu switchen. Entscheidend ist, dass du als Bezugsperson Ruhe und Sicherheit ausstrahlst. Zeige deinem Baby, dass du da bist und ihm helfen möchtest. Es gibt deinem Baby Halt, wenn du es fest in den Arm nimmst und es einfach hältst – anstelle dauernd die Position zu wechseln und selbst unruhig zu werden. Zu hektisches Ausprobieren von verschiedenen Beruhigungsmethoden kann bei eurem Baby zu Überreizung und Verwirrung führen.   Was beruhigt Babys? Tragen: zum Beispiel im Tragetuch oder in einer Babytrage Sanftes Schaukeln auf dem Arm Singen und ruhige Musik Ruhiges Streicheln oder Massieren Spazieren gehen, frische Luft auf dem Balkon oder Kinderwagen fahren Zu jedem Baby und in jeder Situation passt eine andere Methode. In der einen Woche klappt es mit sanftem Schaukeln, in einem anderen Moment beruhigt auch dies dein Baby möglicherweise nicht – das ist normal. Beobachte dein Baby, mit der Zeit wirst du immer mehr herausfinden, wie du ihm helfen kannst. Und auch, wenn das Tragen in einem Tuch dein Baby mal nicht beruhigt, bedeutet das nicht, dass dein Baby das Tragetuch nicht mag. Es bedeutet nur, dass es in diesem Moment nicht das richtige ist. Versuche es gerne ein anderes Mal wieder und lerne dein Baby und seine Bedürfnisse zu verstehen. Warum sollte man ein Baby nicht Schreien lassen? Wer bis hierin aufmerksam gelesen hat, dem sollte die Antwort bereits klar sein: Babys haben immer einen Grund für ihr Schreien und Weinen niemals einfach „nur so“. Wenn man intuitiv handelt, ist es auch vollkommen logisch einem weinenden Baby zu helfen und schnellstmöglich auf seine Signale zu reagieren. Es gibt Studien und Erkenntnisse aus der Hirnforschung, die zeigen, dass es gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann, wenn wir unser Baby weinen lassen und nicht reagieren. Umgekehrt bedeutet das: Wenn wir auf das Schreien reagieren, stärkt das den Körper und die Seele eines Babys. Wenn ein Baby weint, kommt es aus dieser Situation nur schwierig alleine wieder raus. Es fällt Babys schwer sich selbst zu beruhigen – die Kleinen brauchen unsere Hilfe und Begleitung. Sicherheit und Geborgenheit für dein Baby Nähe und Körperkontakt sind Grundbedürfnisse eines Babys. Wenn einem Baby Nähe fehlt, fehlt ihm Sicherheit und Geborgenheit. Es weint, um dies anzuzeigen. Es weint, um Körperkontakt zu bekommen. Reagiert niemand darauf, erzeugt dies in deinem Baby Stress. Ein Baby weiß dann nicht, ob die Eltern überhaupt noch existieren oder ob es ganz alleine ist. Es schüttet Stresshormone aus und sein Stresslevel steigt – alleine kommen Babys aus dieser Situation nicht heraus. Das bedeutet nicht, dass du dein Baby bei jedem Weinen direkt auf den Arm nehmen sollst. Wichtig ist, dass du für es da bist. Wenn dein Baby beispielsweise im Bettchen liegt, kannst du es auch erstmal streicheln, mit ihm sprechen und Blickkontakt suchen. Versuche IMMER auf das Schreien deines Babys zu reagieren und herauszufinden, was es gerade braucht. Ein Baby „lernt nicht daraus“, wenn es Schreien gelassen wird. Schreien lassen wird nicht dazu führen, dass ein Baby weniger schreit - im Gegenteil. Mit „Schreien lassen“ ist hier die bewusste Entscheidung gemeint, dein Baby alleine zu lassen und nicht auf sein Weinen zu reagieren. Wenn ein Baby viel und lange alleine weint, kann sich hieraus sogar ein Trauma entwickeln. Dein Baby nimmt wahr „Ich schreie und keiner kommt, um mir zu helfen!“ – hieraus können sich im späteren Leben Bindungsprobleme ergeben. Ich möchte an dieser aber auch noch einmal betonen, dass du keine schlechte Mutter oder keine schlechte Bezugsperson für dein Baby bist, wenn dein Baby schreit. Dass Babys schreien ist normal, entscheidend ist, dass wir dann für sie da sind.  „Mache ich was falsch?“ – Schuldgefühle, wenn das Baby weint Liebe Mamas, liebe Papas, ich weiß, dass es oft passiert, wenn das Baby weint und besonders, wenn es viel weint: Selbstzweifel und Schuldgefühle. Wir fragen uns, was wir falsch machen und warum wir unser Kind nicht (direkt) beruhigen können. Du bist nicht Schuld daran, dass dein Baby weint! Du machst nichts falsch! Babys weinen – und du machst einen großartigen Job, wenn du es dabei nicht alleine lässt. Punkt. Kein Grund für Schuldgefühle oder Zweifel an deinen Elternqualitäten. Außerdem: Bedürfnisorientierte Erziehung umfasst nicht nur die Bedürfnisse deines Babys, sondern auch DEINE. Es ist wichtig, dass auch deine Bedürfnisse erfüllt werden. Du bist keine schlechte Mutter, weil dein Baby mal weint, während du auf Toilette gehst. Es geht immer um Balance und es schadet deinem Baby nicht, wenn es in Ausnahmesituationen auch mal (alleine) weint. Schreiendes Baby vs. Familienalltag Jeder der mehrere Kinder oder einen vollen Alltag hat, der weiß, wie herausfordernd es manchmal sein kann. Es gibt Situationen, besonders in größeren Familien, in denen du dein Baby nicht immer direkt beruhigen kannst. Mach’ dir hierüber keine Sorgen. Das Wichtigste ist, dass das Urvertrauen deines Babys gestärkt wird. Und das wird es, in dem es sich behütet und beschützt fühlt. In dem du auf es reagierst. Dabei macht es nichts, wenn ansonsten Chaos herrscht. Durch deine Reaktion und deine Fürsorge baust du ganz automatisch eine Bindung zu deinem Kind auf. Ein Kind, das eine einfühlsame Begleitung seines Schreiens spürt, entwickelt Urvertrauen und eine starke Bindung zu seinen Bezugspersonen. Mythos Schreien lassen: „Verwöhne dein Baby nicht!“ Vielleicht hast du es auch schon mal gehört: der Glaube, man können ein Baby zu sehr verwöhnen und es sei besser, es auch mal schreien zu lassen, damit es eine Lektion lernt. Heutzutage weiß man es zum Glück besser. Schnelles Reagieren auf Baby Schreien bedeutet nicht, dass du dein Baby zu sehr verwöhnst – es bedeutet, dass du seine Bedürfnisse wahrnimmst! Das dürfen wir uns alle merken, insbesondere wahrscheinlich die älteren Generationen. Wer einfühlsam auf das Schreien eines Babys reagiert, der verwöhnt es nicht, der hilft seinem Baby sich zu beruhigen. Dein Baby lernt dadurch seiner innere Erregung selbst zu regulieren und sich wohl in seinem Körper zu fühlen. Zahlreiche Studien belegen, dass Kinder später weniger weinen, wenn in den ersten Lebenswochen immer auf das Weinen reagiert wurde und sie sich schnell beruhigen konnten. Schreibabys – Was tun, wenn das Baby dauernd schreit? Ja, es gibt sie: die Schreibabys. Und das kann auch bei sehr einfühlsamen und bedürfnisorientierten Eltern vorkommen. Manche Babys schreien mehr als der Durchschnitt, auch hier trifft die Eltern keine Schuld. Wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Baby viel mehr und häufiger schreit, als andere und sich oft gar nicht beruhigen lässt, dann holt euch Hilfe. Manchmal hilft ein Besuch bei einem Kinder Osteopathen, manchmal hilft eine Expertenberatung. Holt euch Unterstützung, wenn ihr euch erschöpft und hilflos fühlt und wendet euch an euren Kinderarzt oder eure Hebamme. Inzwischen gibt es auch sogenannte Schreiambulanzen und Schrei-Spechstunden, an die ihr euch wenden könnt und die Hilfsangebote haben.  Unter diesen Links findet ihr weitere Informationen:  https://www.elternsein.info/schreien/baby-schreit-viel https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/schreien/schreiprobleme/ „Mein Baby hört einfach nicht auf!“ – Was tun im bei einem Schreianfall? Wenn dein Baby einen Schreianfall hat und du es nicht beruhigen kannst, versuche die Kontrolle zu bewahren. Atme durch. Versuche ruhig zu bleiben. Erinnere dich daran: Dein Baby schreit nicht, um dich zu ärgern. Es kann nichts für seinen Schreianfall. Und dennoch, auch wenn wir das wissen, kann es passieren, dass wir wütend werden. Dass aus der Überforderung plötzlich Wut wird. Bitte denk dran: Du darfst dein Baby niemals schütteln. Schütteln ist für Babys sehr gefährlich! Damit Eltern in einer solchen Situation nicht die Beherrschung verlieren, empfehlen Experten: Legt das Baby an einen sicheren Ort, beispielsweise ins Bettchen oder auf den Boden. Verlasse kurz den Raum und atme tief durch. Trink einen Schluck Wasser, box in ein Kissen oder mache eine körperliche Bewegung, die sich richtig anfühlt. Schau’ alle paar Minuten nach deinem Kind. Hol’ dir Unterstützung, wenn es nötig ist. Ob es eine Nachbarin, Freunde oder jemand aus deiner Familie ist – wenn du merkst, du kannst nicht mehr: Frag’ nach Hilfe! Manchmal helfen 10 Minuten schon und die Welt sieht wieder ganz anders aus. (Quelle: https://www.elternsein.info/schreien/baby-schreit-viel/) Jedes Baby Schreien endet, Ruhe wird einkehren Ich weiß, wie anstrengend Baby Schreien sein kann, aber glaubt mir: Es geht vorbei. Seid für euer Kind da, seht es und reagiert auf seine Schrei-Kommunikation – es wird sich beruhigen. Es wird lernen, dass es behütet und beschützt ist. Und es wird mit der Zeit immer weniger Schreien. Jedes Baby, jedes Kind, jeder Mensch ist ein Wunder. Und auch, wenn wir alle in unseren ersten Lebensmonaten nur das Schreien als Ausdrucksmittel haben, konnten wir dadurch lernen uns auszudrücken und geborgen zu fühlen. Die Momente, in denen euer Kind euch aus vollstem Herzen anlächelt und lacht, werden all die herausfordernden Schreisituationen ausgleichen. Genießt die magische Babyzeit – mit mal mehr und mal weniger Geräuschpegel, Alles Liebe, Eure baybies Hebamme Ana
Das Immunsystem unserer Kinder - Dr. Nikola Klün klärt auf

Das Immunsystem unserer Kinder - Dr. Nikola Klün klärt auf

Das Immunsystem unserer Kinder gibt uns Eltern viele Rätsel auf. Subtil merken wir, dass es irgendwie anders funktioniert. Leicht erliegen wir aufgrund der zahlreichen Erkrankungen in den ersten Lebensjahren dem Irrglauben, es würde schlechter funktionieren. Dabei stimmt das so nicht unbedingt. Aber das kindliche Immunsystem unterscheidet sich in seiner Funktionsweise von dem der Erwachsenen. Um das besser zu verstehen, müssen wir einmal in die Theorie eintauchen. Das Immunsystem wirkt auf eine komplexe Art und Weise zusammen. Ganz grob gesagt, unterscheiden wir das angeborene und das erworbene Immunsystem. Mit dem angeborenen Immunsystem meint man verschiedene Schutzbarrieren in Form von Schleimhaut, Darm, Hautschutzbarriere, Magensäure, etc., die das erste Eindringen eines Keims verhindern soll. Kleine chemische Waffnen des angeborenen Immunsystems verhindern das Eindringen und weitere Schäden. Das erworbene Immunsystem von Kindern ist noch naiv. Das heißt, dass es die große Erregerbreite unserer Welt noch nicht kennengelernt hat. Wenn ein Baby auf die Welt kommt, kann man sich die Situation ungefähr so vorstellen: Dein Baby hat ein Grundgerüst an Immunzellen bekommen, die normalerweise super funktionieren. Wir nennen dieses Grundgerüst in unserem Beispiel mal die Software. Die Software ist also perfekt aufgebaut. Allerdings benötigt sie jeden Menge Updates. Diese Updates erfolgen zum Leidwesen der Kinder und Eltern durch zahlreiche vielfache Erkrankungen in den ersten Lebensjahren und dann langsam weniger werdenden Erkrankungen in den folgenden Lebensjahren. Die Updates ergänzen die Software auf wunderbare Art und Weise, sodass dein Kind im Lauf des Lebens so viele Updates erhalten hat, dass es mit den meisten Herausforderungen gut umgehen kann. Damit das Baby in den ersten Lebensmonaten nicht ganz ohne Erfahrung dasteht, leiht es sich etwas der mütterlichen Updates, also der mütterlichen Antikörper aus. Dieses Phänomen wird von der Medizin als Leihimmunität beschrieben. Wenn wir dieses Beispiel nun nochmal auf das Immunsystem münzen: die Immunzellen des erworbenen Immunsystems merken sich jeden Erregerkontakt. Sehen sie ihn ein zweites Mal können sie gewissermaßen auf die Erfahrung des ersten Kontakts zurückgreifen und lösen das Problem in der Regel kompetenter. Ergänzt werden sie außerdem von Impfungen, die das Immunsystem durch weitere Kontakte stärken. Unterstützen kannst du das Immunsystem deines Kindes trotzdem: das Immunsystem profitiert von einem gesunden Lebensstil. Frische Luft, Schlaf, gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichend Flüssigkeit sollten täglich Bestandteil der Alltagsroutine sein. Ernährung ist dabei der wichtigste Faktor für ein gut funktionierendes Immunsystem. Damit meint man durch vielseitige Ernährung ein Zusammenwirken der Vitamine und Nährstoffe zu gewährleisten. Die Vitamine und Nährstoffe ergänzen sich in ihren Effekten, deswegen ist die Vielseitigkeit der Ernährung entscheidend. Umgekehrt macht es deswegen wenig Sinn, einzelne Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin C, Zink oder Vitamin D in Übermaß durch Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung des Immunsystems einzunehmen. Gesunde Ernährung ist bei kleinen autonomen Kleinkindern natürlich kein Selbstläufer. Sie bedeutet in vielen Fällen für die Eltern, am Ball zu bleiben, gesunde Lebensmittel wieder und wieder anzubieten und selbst eine gesunde Ernährung vorzuleben. Trotzdem ist eine gesunde Ernährung kein Hexenwerk: Fleischprodukte in Maßen, wenig Süßes und eine Betonung auf Obst und Gemüse sollten Grundsätze sein. Die ersten Lebensjahre sind für die Eltern und die Kinder oft nicht leicht. Viele Infekte machen Sorgen und erschweren den ohnehin schon anstrengenden Alltag mit den kleinen Kindern. Trotzdem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass jeder Infekt ein wertvolles Update für das Immunsystem darstellt und es stärker und stärker werden lässt. Alles Liebe, Deine Kinderärztin Nikola   Dr. Nikola Klün informiert unter @kinderleibundseele auf Instagram
Zwillinge – Von der Schwangerschaft, über die Geburt bis zum Stillen

Zwillinge – Von der Schwangerschaft, über die Geburt bis zum Stillen

Zwillinge – Von der Schwangerschaft, über die Geburt bis zum Stillen Manchmal schenkt uns das Leben nicht ein Baby, sondern gleich zwei. Zwei Herzschläge, die wir direkt mit dem ersten Ultraschall sehen können und wissen: es werden Zwillinge! Aktuell werden weltweit jedes Jahr 1,6 Millionen Zwillingspaare geboren. Zwillinge sind aber nicht gleich Zwillinge. Es gibt Unterschiede. Der größte und bedeutendste ist die Unterscheidung zwischen eineiigen Zwillingen und zweieiigen Zwillingen. In diesem Artikel findet ihr Informationen rund um Zwillinge: Zweieiige Zwillinge und eineiige Zwillinge Wie kommt es zu Zwillingen? Woher weiß man, dass man Zwillinge bekommt? Schwangerschaft mit Zwillingen Die Geburt von Zwillingen Kann man Zwillinge stillen? Wissenswertes: Von Elternzeit bis Kindergeld Zweieiige Zwillinge Etwa 75% der Zwillinge sind zweieiig und sogenannte dizygote Zwillinge. Sie entstehen aus zwei Eizellen und werden von zwei unterschiedlichen Spermien befruchtet, was bedeutet, dass sie unterschiedliches Erbmaterial haben. Die Befruchtung findet mehr oder weniger gleichzeitig und in einem Zyklus statt. Beide Embryonen haben ihre eigene Fruchthöhle und eine eigene Plazenta. Im Fachjargon bezeichnet man dies als dichorial diamniot. Eineiige Zwillinge Eineiige sind in etwa 25% Prozent aller Zwillinge, hier spricht man von monozygoten Zwillingen. Sie entstehen aus einer Eizelle, die von einem Spermium befruchtet wird und sich nach der Befruchtung in zwei Zellkerne teilt. Beide Zellkerne wandern in die Gebärmutter, in der sich dann beide Embryonen einnisten. Das Erbmaterial ist bei Beiden identisch. Es gibt drei, genau genommen sogar vier, verschiedene Formen von monozygoten Zwillingen: Monochorial diamniote Zwillingsschwangerschaft 1 Plazenta, 2 Fruchthöhlen Es handelt sich um monochoriale Zwillinge, wenn sich die befruchtete Eizelle erst nach der Einnistung in der Gebärmutter teilt. Hierdurch entwickelt sich nur eine Plazenta, die sich beide Embryos teilen. Jedes hat dennoch seine eigene Fruchthöhle. Dies ist mit ca. 65% die häufigste Form von eineiigen Zwillingen. Da sich beide Embryos eine Plazenta teilen, kann es bei dieser Schwangerschaft zu Komplikationen, wie beispielsweise einer Unterversorgung der Zwillinge, kommen. Monochoriale Schwangerschaften werden besonders engmaschig kontrolliert, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dichorial diamniote Zwillingsschwangerschaft 2 Plazenten, 2 Fruchthöhlen 35% der eineiigen Zwillinge sind dichorial diamniot. Das bedeutet, dass beide Embryos eine eigene Plazenta haben und jeweils von einer eigenen Eihaut umgeben sind (Amnion und Chorion). Monochorial monoamniote Zwillinge 1 Plazenta, 1 Fruchthöhle Bei dieser Zwillingsschwangerschaft teilen sich beide Feten eine Fruchthöhle und eine Plazenta. Dies kommt selten vor und macht nur ein Prozent der eineiigen Zwillingsschwangerschaften aus. Eine solche Schwangerschaft birgt ein erhöhtes Risiko durch zum Beispiel Nabelschnurkomplikationen. Siamesische Zwillinge Siamesische Zwillinge sind ebenfalls monochorial monoamniote Zwillinge, die sich eine Plazenta und eine Fruchthöhle teilen. Hinzu kommt, dass diese Feten in unterschiedlichem Grad miteinander verwachsend sind. Siamesische Zwillinge machen etwa 0,1% aller Zwillinge aus. Insgesamt sind sie aber extrem selten und laut Fachliteratur werden bei einer von einer Million Geburten zusammengewachsene Zwillinge zur Welt gebracht. Wie kommt es zu Zwillingen? Die Häufigkeit von Mehrlingen durch Spontankonzeption liegt bei etwa 1,18%. Die Wahrscheinlichkeit Mehrlinge zu bekommen, steigt ab einem Alter von 35 Jahren an. Ab diesem Alter der Frau kann es häufiger zu mehreren Eisprüngen pro Zyklus kommen. Außerdem nehmen mit steigendem Alter künstliche Befruchtungen oder Fertilitätsbehandlungen zu, wodurch oftmals mehrere Eizellen befruchtet werden. Eineiige Zwillinge sind ein Zufallsprodukt der Natur, so sagt man. Zweieiige Zwillinge kommen in manchen Familien häufiger vor. Hierbei spielt also auch ein erblicher Faktor eine Rolle. Woher weiß man, dass man Zwillinge bekommt? Heutzutage sind Zwillingsschwangerschaften schon sehr früh durch Ultraschall erkennbar. Meist erfährst du hiervon direkt bei deiner ersten Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung. Manche Eltern haben sich Zwillinge gewünscht und manche, nun ja, sind über diese Nachricht vielleicht erstmal erschrocken und geschockt. Und das ist vollkommen okay. Da du bereits so früh davon erfährst, hast du Zeit dich mit dem Gedanken anzufreunden. Und dich darauf vorzubereiten, dass nicht nur ein kleiner Mensch, sondern direkt zwei einen Teil deines Lebens einnehmen werden. Schwanger mit Zwillingen! Wenn du erfahren hast, dass du Zwillinge erwartest, kümmere dich am besten direkt um eine Hebamme. Sie kann dir zur Seite stehen, Sorgen mit dir besprechen und dir Antworten auf all die vielen Fragen geben. Eine Zwillingsschwangerschaft wird von Ärzten immer als Risikoschwangerschaft eingestuft – darüber musst du dir keinen Kopf machen, es bedeutet erstmal nur, dass du engmaschiger bei deinem Gynäkologen untersucht wirst. Wie häufig und in welchen Abständen Schwangerschaftskontrollen stattfinden, ist abhängig davon, ob du eineiige oder zweieiige Zwillinge bekommst. Der beste Tipp ist immer: bleib’ entspannt. Mach’ dir keine Sorgen. Viele Zwillingsschwangerschaften verlaufen völlig normal und ohne Komplikationen. Auch als werdende Mama von Zwillingen kannst du eine ganz normale Schwangerschaft und eine vaginale Geburt haben. Schwangerschaft mit Zwillingen Durch die Doppelbelastung wird dein Körper mehr beansprucht, als bei einer einfachen Schwangerschaft. Zwei Babys bedeuten doppeltes Gewicht, was besonders deinen Beckenboden und die Muskulatur in bestimmten Bereichen beansprucht. Da der Babybauch ebenfalls größer wird, als bei nur einem Baby, steht auch dein Bauch unter stärkerer Dehnung. Auch die Gewichtszunahme ist verständlicherweise höher, als bei einer Einlingsschwangerschaft. Manche Frauen leiden bei einer Zwillingsschwangerschaft stärker an Übelkeit. Dies liegt an der erhöhten Hormonausschüttung, die aber mit Ende des dritten Monats in der Regel nachlässt. Zwillingsschwangerschaft = Risikoschwangerschaft? Als Risikoschwangerschaften werden Zwillingsschwangerschaften daher eingestuft, da bei der Mutter ein erhöhtes Risiko an schwangerschaftsinduzierter Hypertonie (Bluthochdruck) besteht, es zu Wassereinlagerungen oder Frühgeburten kommen kann. Zum Anderen können auch für die Zwillinge spezifische Risiken bestehen. Mögliche Komplikationen kann ein fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS) oder eine Wachstumsverzögerung eines Zwillings sein. Dein Frauenarzt und deine Hebamme werden die Entwicklung deiner Kinder und natürlich auch dein Wohlbefinden regelmäßig checken. Und dich bestmöglich betreuen, entsprechend deines Schwangerschaftsverlaufs. Die Geburt von Zwillingen Wie du dich am besten auf die Geburt vorbereiten kannst, besprichst du am besten mit deiner Hebamme. Es gibt extra Geburtsvorbereitungskurse für Zwillingseltern. Vielleicht finden in deiner Region auch Treffen statt, in denen du dich mit anderen Zwillingseltern austauschen kannst. Bei Zwillingen empfiehlt es sich, alles etwas früher zu planen und vorzubereiten, da sie häufig etwas zeitiger zur Welt kommen. Überlegt euch rechtzeitig, welche Anschaffungen ihr braucht und habt die Krankenhaustasche griffbereit (Artikel Krankenhaustasche verlinken). Die meisten Zwillinge kommen häufig vor dem errechnetem Geburtstermin zur Welt, oft um die 37. Schwangerschaftswoche. Vereinbare also am besten frühzeitig ein Geburtsplanungsgespräch in der Klinik, in der du entbinden möchtest. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit, um mit Gynäkologen und Hebammen Vorort alle Möglichkeiten deiner bevorstehenden Geburt zu besprechen und Wünsche und Fragen zu klären. Ist eine vaginale Geburt bei Zwillingen möglich? Grundsätzlich: ja. Auch bei Zwillingen ist eine vaginale Geburt möglich. Erwartest du Drillinge oder mehr Babys wird dir in den meisten Fällen zu einem geplanten Kaiserschnitt geraten. Bei Zwillingen kommt es auf deine Situation und Zustand an. Voraussetzungen für eine vaginale Geburt bei Zwillingen: Unkomplizierte diaminale Zwillingsschwangerschaft, bei der jedes Baby seine eigene Fruchthöhle hat. Du als Mama solltest gesund und mindesten in der 32. Schwangerschaftswoche (SSW) sein. Das führende Baby muss in Schädellage, also mit Kopf nach unten, liegen. Die Zwillinge haben keinen relevanten Wachstumsunterschied im Ultraschall.  Sind diese Voraussetzungen gegeben spricht nichts gegen den Versuch einer vaginalen Geburt, wenn du dich gut damit fühlst. Werden Zwillinge früher geholt? Je nach Schwangerschaftsverlauf kann es sein, dass die Geburt vor dem errechneten Termin (ET) eingeleitet wird. Besonders dann, wenn sich die Zwillinge eine Plazenta teilen, es sich also um eine monochoriale Zwillingsschwangerschaft handelt. Dann wird eine Geburt in der Regel zwischen der 34. und der 37. SSW angestrebt. Hierdurch wird das Risiko einer Unterversorgung für einen Zwilling vermieden, welches insbesondere in den letzten Wochen einer Schwangerschaft steigt. Bei einer mochochorial monoamnioten Zwillingsschwangerschaft, bei der sich deine Babys eine Fruchthöhle und eine Plazenta teilen, wird ein geplanter Kaiserschnitt meist um die 32. bis 34. SSW durchgeführt. Da sich beide Kinder in einer Fruchtblase befinden, wird sonst die Gefahr einer Nabelschnurverknotung zu hoch. Kann man Zwillinge stillen? Eine häufige Sorge von werdenden Zwillingsmamas ist das Stillen. Kann man bei zwei Babys voll stillen? Ist das möglich? Und wird die Milch reichen? Stillen von Zwillingen ist möglich! Sogar bei Drillingen kann das funktionieren. Dein Körper kann ausreichend Muttermilch produzieren und funktioniert nach dem Angebot-Nachfrage-Prinzip.  Die wichtigste Frage ist meiner Meinung nach aber: MÖCHTEST du deine Zwillinge stillen? Passt es zu deiner Situation? Sind es dir der Zeitaufwand und die „Belastung“ wert? Wenn ja, dann wunderbar – probiere es aus und schau’, wie ihr euch eingroovt. Und wenn nein, ist das auch vollkommen in Ordnung. Nimm dir selbst den Druck und erlaube dir Dinge so zu handhaben, wie sie sich für dich richtig anfühlen. Zu hohe Erwartungen und gedachte Zwänge haben noch keinem geholfen. ;) Wenn du stillen möchtest, hol’ dir unbedingt Hilfe und Beratung von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin. Ein gutes Stillmanagement ist bei Zwillingen super wichtig – und kann ganz unterschiedlich und individuell aussehen. Manche Frauen befürworten beispielsweise das synchrone Stillen der Babys, andere raten davon ab. Beides kann Vor- und Nachteile haben: Zwillinge stillen: Babys nacheinander die Brust geben Wenn du deine Zwillinge nacheinander und nicht (immer) parallel stillst, bekommen deine Babys Milch nach ihrem individuellen Hunger und Bedarf. Gerade als Stillanfänger ist abwechselndes Stillen leichter. Hierbei kannst du dich auf ein Baby konzentrieren und leichter auf die optimale Anlegetechnik achten. Der Nachteil beim einzelnen Stillen ist der doppelte Zeitaufwand. Außerdem kann es durchaus vorkommen, dass beide Babys gleichzeitig Hunger haben und schnellstmöglich an die Brust wollen. Zwillinge gleichzeitig stillen Du kannst versuchen deine Babys zu synchronisieren und möglichst oft gleichzeitig zu stillen. Es gibt verschiedene Stillpositionen, in denen du Zwillinge gleichzeitig anlegen kannst. Lass’ dir hierbei unbedingt von deiner Hebamme helfen. Es braucht etwas Übung zwei Babys gleichzeitig zu stillen und korrekt an die Brust anzulegen. Hilfreich ist dabei ein gutes Stillkissen. Der großer Vorteil beim synchronen Stillen ist der geringere Zeitaufwand. Außerdem profitiert ein eher saugschwaches Baby von dem parallelen Stillen, da das kräftigere Baby durch sein starkes Saugen den Milchspendereflex auslöst. Der Nachteil ist, dass es häufig gar nicht so einfach ist, einen guten Stillrhythmus zu finden, der zu beiden Babys passt und allen gerecht wird. Fazit: Wie stillt man Zwillinge am besten? Letztlich musst du dich gar nicht für eine Variante entscheiden, sondern kannst alles ausprobieren, was für dich und euch passt. Teste gerne unterschiedliche Varianten und Rhythmen. Der Austausch mit anderen Zwillingsmüttern tut meistens auch sehr gut – vernetze dich und lass dich inspirieren. Und: achte unbedingt auch auf deine Bedürfnisse: Was brauchst du? Was tut dir gut? Lass dein Vertrauen wachsen, dass ihr, du und deine Babys gemeinsam immer mehr herausfinden werdet, was und wie für euch am besten funktioniert.  Wissenswertes für Zwillinge und Zwillingsschwangerschaften Mutterschutz bei Zwillingsschwangerschaften In Deutschland beginnt der Mutterschurz sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin, genau wie bei Einlingsschwangerschaften auch. Er verlängert sich nach der Geburt aber auf zwölf, anstelle von acht, Wochen. Kommt dein Baby vor dem errechneten Termin zur Welt, was bei Zwillingen häufig der Fall ist, verlierst du diese Zeit nicht, sondern sie wird hinten dran gehängt. Nachsorge durch die Hebamme Die Nachsorgebetreuung durch die Hebamme kann bei Zwillingen verlängert werden und wird von den meisten Krankenkassen vollständig übernommen. Erkundige dich hierzu vorab bei deiner Versicherung. Du hast bei Zwillingen außerdem die Möglichkeit eine Haushaltshilfe über deine Krankenkasse zu beantragen. Auch hierüber informiert ihr euch am besten vor der Geburt. Elternzeit bei Zwillingen Da die Elternzeit pro Kind gerechnet wird, habt ihr als Eltern von Zwillingen das Anrecht auf bis zu sechs Jahren Elternzeit ingesamt. Voraussetzung dafür ist, dass pro Kind mindestens zwölf Monate Elternzeit innerhalb der ersten drei Lebensjahre genommen werden. Das bedeutet für euch als Zwillingseltern: Bis zum dritten Geburtstag der Zwillinge müssen mindestens 24 Monate Elternzeit genommen werden. Elterngeld bei Zwillingen Es gibt zwar die doppelte Elternzeit, allerdings kein doppeltes Elterngeld. Bei Zwillingen erhaltet ihr aber einen Mehrlingszuschlag: Gemäß § 2a Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gilt: „Bei Zwillingen besteht nur Anspruch auf den einfachen Elterngeldsatz plus 300 Euro Mehrlingszuschlag im Monat (bei Elterngeld Plus: 150 Euro im Monat). So sollen zusätzliche Ausgaben gedeckt werden, die für Babynahrung, Windeln und Co. bei zwei Kindern anfallen.“ Kindergeld bei Zwillingen Kindergeld wird pro Kind ausgezahlt. Aktuell erhaltet ihr für jedes anspruchsberechtigte Kind 250 Euro im Monat, unabhängig von eurem Einkommen. Kindergeld kann nur von einem Elternteil beantragt werden. Deine Zwillinge und du Vielleicht hattest du das anders geplant. Vielleicht fühlst du dich mit der Nachricht über Zwillinge erst einmal überfordert. Und vielleicht war es das, was du dir immer gewünscht hast. Sicher ist eines: diese zwei kleinen Menschlein haben sich dich als Elternteil ausgesucht. Und sie werden dein Leben bereichern. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute für diese spannende Zeit! Und denk’ immer daran: locker bleiben. Perfekt gibt es nicht und du, du wirst das wunderbar meistern! Alles Liebe, eure baybies-Hebamme Ana Quelle: https://www.amboss.com/de/wissen/Mehrlingsschwangerschaft#Zc2fa51b05e06fe06722de103941a3e1e

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