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Schnuller für Babys – ja oder nein? Sinnvoll oder schädlich?

Schnuller für Babys – ja oder nein? Sinnvoll oder schädlich?

Eine große Frage des Elternseins ist die Frage für oder gegen einen Schnuller. Ist ein Schnuller sinnvoll? Oder ist er schädlich für dein Baby? Die Antworten auf diese Fragen fallen oft sehr unterschiedlichen aus und es kursieren diverse Meinungen und Ratschläge.

Sicher ist, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile gibt, die für oder gegen einen Schnuller sprechen. Mit diesem Artikel werde ich Fakten rund um das Thema Schnuller mit dir teilen und dir helfen eine informierte Entscheidung zu treffen, die zu dir und deinem Baby passt.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Schnuller Vorteile
  • Schnuller Nachteile
  • Auf was sollte man beim Kauf eines Schnullers achten?
  • Die perfekte Schnullerform
  • Schnuller aus Latex oder Silikon?
  • Die richtige Schnullergröße
  • Schnullerhygiene

 

Bevor wir nun tiefer in das Thema einsteigen, möchte ich ganz deutlich machen:

Es ist nicht falsch einen Schnuller zu benutzen – no mum-shaming please!

Es ist auch nicht falsch keinen Schnuller zu benutzen.

 

Die Schnuller Vorteile

  1. Ein Schnuller beruhigt und dient dem Saugbedürfnis

Babys haben ein natürliches Saugbedürfnis. Dies wird schon in unserer Sprache sichtbar: „Säugling“ kommt von saugen. Hierbei geht es zum Einen, um das Saugen an der Brust oder der Flasche zur Nahrungsaufnahme. Darüber hinaus haben Babys aber auch ein Bedürfnis nach non-nutritivem Saugen. Diese Art des Saugens kann Kinder beruhigen, schmerzlindernd wirken und beim Einschlafen helfen. 

Der Schnuller ist für viele Babys das ultimative Beruhigungsmittel. Saugen wirkt auf Babys beruhigend und hilft der Selbstregulation.

  1. Entlastung für Mama und gereizte Brustwarzen

Seinem Kind einen Schnuller zu geben hat auch Vorteile für die Mama. Bei besonders hohem Saugbedürfnis kann ein Schnuller eine Entlastung für die Brustwarzen sein. (Achtung hierbei, wenn eure Stillbeziehung noch nicht komplett eingespielt ist – hierzu später mehr.)

  1. Beruhigung durch andere Bezugspersonen

Auch für andere Bezugspersonen kann der Schnuller von Vorteil sein. Sie können das Baby mit dem Schnuller beruhigen, auch wenn die Mama und ihre Brust gerade nicht dabei sind.

  1. Alternative zum Daumenlutschen

Der Schnuller ist eine Alternative zum Daumenlutschen und wird von Experten als deutlich besser bewertet. Der Daumen ist nicht ergonomisch geformt und soll dem Kiefer mehr schaden. Außerdem ist der Daumen immer und überall für das Kind verfügbar und aus diesem Grund schwieriger abzugewöhnen. 

  1. Therapeutische Wirkung bei Frühgeburten

Bei frühgeborenen Babys kann der Schnuller eine therapeutische Wirkung haben. Er kann hilfreich sein, wenn Haut- und Körperkontakt zu den Eltern nicht möglich ist. Außerdem kann der Schnuller bei Frühchen helfen das Verdauungssystem zu aktivieren, um bei der Gewichtszunahme zu helfen. Dies spielt besonders dann eine Rolle, wenn die Kleinen über eine Sonde ernährt werden.

  1. Prävention gegen Plötzlichen Kindstod

Bei nicht gestillten Kindern zeigen Studien, dass die Verwendung eines Schnullers einen protektiven Effekt gegen SIDS hat, also dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen kann. Dies gilt allerdings nur beim Einschlafen. Anmerkung: Wichtiger als Prävention gegen SIDS ist eine sichere Schlafumgebung. Stillen ist darüberhinaus die wichtigste Präventionsmaßnahmen gegen SIDS. (Hier mehr zum sicheren Schlafen)

Soweit die Vorteile, die für das Geben eines Schnuller sprechen. Kommen wir nun zu den Nachteilen:

Die Schnuller Nachteile

  1. Saugverwirrung durch Schnuller geben 

Die Gefahr einer Saugverwirrung deines Babys wird von stillenden Müttern als größter Nachteil eines Schnullers benannt. Es kann sein, dass dein Baby durch das Saugen am Schnuller verwirrt wird und Schwierigkeiten hat, zwischen Brustwarzen-Saugen und Schnuller-Saugen zu unterscheiden. Manche Babys saugen dadurch schlechter an der Brust und nehmen die Brustwarze nicht mehr richtig in den Mund.

Aus diesem Grund wird immer ausdrücklich empfohlen mit dem Geben eines Schnullers so lange zu warten, bis die Stillbeziehung gut eingespielt ist. Dies dauert meist um die sechs Wochen. Natürlich gibt es für diese Regel Ausnahmen, wie beispielsweise bei Frühchen.

  1. Schnuller als Ersatz für emotionale Zuwendung

Der Schnuller ist oftmals die einfachste und schnellste Möglichkeit ein Baby ruhig zu stellen. Und ja, manchmal kann das hilfreich sein, sowohl für die Betreuungsperson, als auch für´s Baby. An der Supermarktkasse zum Beispiel. Bitte denkt aber daran, den Schnuller immer mit Bedacht zu geben.

Ein Schnuller kann dein Kind kurzweilig beruhigen, behebt aber nicht die Ursache des Problems, warum es weint. Das ist der entscheidende Punkt. Wenn dein Baby weint, dann hat es etwas, was es stört. Vielleicht Hunger? Eine volle Windel? Oder Schmerzen?

Das Stillen-Institut äußert sich dazu wie folgt:

„Der Schnuller sollte nicht als erste Beruhigungsmaßnahme für ein unruhiges Baby dienen. Zuwendung, Körperkontakt, Tragen und andere Beruhigungsmöglichkeiten sollen vorrangig verwendet werden. Gestillte Kinder sollen an der Brust nicht nur ihr Nahrungs- sondern auch ihr Saugbedürfnis befriedigen. Eine Begrenzung der Zeit an der Brust, eine Regulierung oder Behinderung des non-nutritiven Saugens an der Brust wird nicht empfohlen.“

(https://www.stillen-institut.com/media/EISL-Infoblatt-Schnuller-Formen-Varianten2021.pdf)

  1. Auswirkungen auf Zahn- und Kieferstellung durch den Schnuller

Je ungünstiger die Säugerform und je öfter, beziehungsweise länger, der Schnuller zum Einsatz kommt, desto größer die negativen Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferstellung deines Kindes. Weiter unten erkläre ich, wie ein Schnuller am besten geformt sein sollte. 

  1. Auswirkungen auf die Sprachentwicklung durch Schnuller

Ein zu langes Verwenden eines Schnullers kann sich negativ auf die sprachliche Entwicklung eines Kindes auswirken. 

  1. Verminderung der Milchmenge & geringere Gewichtszunahme

Der Einsatz eines Schnullers kann die Milchmenge bei stillenden Müttern reduzieren. Durch das Saugen an der Brust, wird die Milchproduktion angeregt. Die Nachfrage beim Stillen bestimmt das Angebot. Wenn das Baby jedoch viel am Schnuller und dadurch weniger an der Brust saugt, kann es zu einer verminderten Milchmenge kommen.

Häufiges Saugen am Schnuller und weniger an der Brust kann auch zu weniger Gewichtszunahme bei Säuglingen führen. Hierbei ist die Studienlage allerdings nicht eindeutig. Es ist nicht klar, ob der Einsatz des Schnullers die Ursache für eine geringere Milchmenge und eine geringere Gewichtszunahme ist, oder ob es hierfür andere Gründe gibt.

Das Stillen-Institut schreibt hierzu:

„Der gelegentliche Einsatz eines Schnullers bei bereits etablierter Stillbeziehung, die ohne Stillprobleme (Wunde Mamillen, Milchstau, Mastitiden etc.) verläuft, scheint keinen negativen Effekt auf das Stillen zu haben. Wenn bereits Stillprobleme bestehen, kann der Schnuller die Situation jedoch verschärfen.“

(https://www.stillen-institut.com/media/EISL-Infoblatt-Schnuller-Formen-Varianten2021.pdf)

Auf was sollte man beim Kauf eines Schnullers achten?

Die Wahl des richtigen Schnullers ist entscheidend und ausschlaggebend, wie sinnvoll oder schädlich das Schnullern sein kann. Es gibt ein paar Dinge, auf die ihr achten solltet:

Wie sieht die perfekte Schnullerform aus?

(Quelle: Gudrun von der Ohe, Ärztin und IBCLC für das Europäisches Institut für Stillen und Laktation)

  • Der Schnuller sollte möglichst leicht sein und am besten unter 10 Gramm wiegen. Zu viel Gewicht belasten Kinn und Muskulatur zu stark.
  • Das Lutschteil sollte möglichst wenig Platz im Mund einnehmen. Am besten ist ein symmetrisch und flach elliptisch geformter Sauger.
  • Der Schaft, also der Ansatz des Lutschteils, sollte schmal sein. Sonst ist ein guter Mundschluss schwierig.
  • Schnuller und Lutschteil sollten weich und beweglich Latex ist beispielsweise weicher und beweglicher als Silikon.

 Schnuller aus Latex oder Schnuller aus Silikon?

Für beide Materialien gibt es Vor- und Nachteile und unterschiedliche Meinungen. Letztlich ist entscheidend, was dein Kind mag – manche Kinder akzeptieren nur eines der Materialien. ;)

Schnuller aus Latex

Latex ist Naturkautschuk, also ein natürliches Material. Es hat eine bräunliche Farbe, ist weich und elastisch – was es Brustwarzen ähnlich und angenehmer im Mund macht. Ein Nachteil von Latex ist, dass es schneller altert und, dass sich seine Form durch häufiges sterilisieren verändert. Aus diesen Gründen sollte laut Hersteller ein Latex-Schnuller alle vier bis sechs Wochen ausgetauscht werden. Wenn in der Familie eine Latex Allergie bekannt ist, solltet ihr euch direkt für Silikon Schnuller entscheiden. 

Schnuller aus Silikon

Silikon wird industriell hergestellt. Es ist hypoallergen, geruchs- und geschmacksneutral und frei von schädlichen Stoffen, wie BPA und PVC. Silikon ist nicht ganz so weich, wie Latex, hat aber den Vorteil, dass es nicht so schnell altert und Form wie Farbe länger behält.

Die richtige Schnullergröße

Auch, wenn verschiedene Größen angeboten werden, empfehle ich euch immer die kleinste Größe zu nehmen. Auch im Laufe der Zeit müsst ihr nicht zu einer größeren Variante wechseln. Umso kleiner das Lutschteil, umso besser – außerdem wächst die Brustwarze ja auch nicht mit und behält ihre Größe. ;)

Schnullerhygiene

Ein Schnuller kann ein Keimherd sein! Achtet unbedingt auf gute Hygiene. Hierfür ist es ratsam den Schnuller täglich mit geeignetem Spülmittel und Wasser zu reinigen. Bei Neugeborenen sollte man ihn außerdem regelmäßig sterilisieren, beziehungsweise auskochen.

Schnuller sollten nach einer Zeit ausgetauscht werden. Kontrolliere regelmäßig, ob der Schnuller porös ist oder seine Form verloren hat. Wenn ja, ist es Zeit für einen neuen.

Fazit: Schnuller ja oder nein?

Ein Schnuller sollte nicht immer die erste Beruhigungsmaßnahme sein. Er sollte verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Viele vergleichen das Geben eines Schnullers mit Medizin: So wenig, wie möglich. So viel, wie nötig. Denn egal, wie gut und passend die Form ist, dein Baby hat mit einem Schnuller einen Fremdkörper im Mund, wodurch es den Mund nicht richtig schließen kann. Dieser verhinderte Mundschluss kann zu einer unphysiologischen Mundatmung und zu falschen Schluckmustern führen.

Bei gestillten Kindern sollte der Schnuller am besten erst dann zum Einsatz kommen, wenn die Stillbeziehung gut eingespielt ist und problemlos läuft. Insgesamt gilt: Je länger (Alter) und je häufiger (Zeit) desto schädlicher kann ein Schnuller sein.

Alles in allem ist ein Schnuller ein super Hilfsmittel für dein Baby und dich. Findet einen Weg damit verantwortungsvoll umzugehen – dann ist alles wunderbar!

Von Herzen alles Gute,

eure baybies-Hebamme Ana

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