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Stillproblem – Wunde Brustwarzen

Stillproblem: Wunde Brustwarzen – wie es dazu kommt und was du tun kannst  

Herzlich Willkommen zum dritten Teil meiner Reihe zum Thema Stillen. Heute geht es um ein Stillproblem. Genau genommen, um wunde Brustwarzen. "Autsch!" denkst du dir gerade wahrscheinlich – und ja, jede Mutter, die es erlebt hat, weiß: Wunde Brustwarzen und Schmerzen beim Stillen sind echt ätzend. Sie sind der häufigste Grund, warum Frauen vorzeitig und ungewollt Abstillen. Es gibt (noch) kein Wundermittel, das dich vor wunden Brustwarzen sicher bewahren kann – ich habe allerdings einige Tipps für dich, die dir helfen können.

 

Die Ursachen – Wie entstehen wunde Brustwarzen?

Wunde Brustwarzen durch falsches Anlegen

Wir beginnen mit den Ursachen. Wodurch kommt es überhaupt zu gereizten und wunden Brustwarzen beim Stillen? Einer der häufigsten Ursachen ist falsches Anlegen und eine ungünstige Stillposition deines Babys. Wenn dein Baby an deiner Brust nicht gut angedockt ist, sprich deine Brustwarze nicht ausreichend im Mund hat, wird deine Brustwarze stark strapaziert. Es ist also wichtig auf eine gute Anlegetechnik beim Stillen zu achten. Leg' dein Baby hierfür ganz dicht an dich ran, so, dass sein Kinn deine Brust beim Saugen berührt. Der Mund des Kindes sollte weit geöffnet sein, so dass es viel Brustgewebe umfasst. Die Lippen sollten beim Trinken fischmundartig nach außen gestülpt sein.

Wenn dein Baby gut angelegt ist werden deine Brustwarzen nicht wund. Also ist die beste Prophylaxe eine gute Stilltechnik. Zu häufiges oder zu langes Stillen sind also kein Grund für wunde Brustwarzen. Deswegen empfiehlt es sich das Neugeborene gerade auch am Anfang immer nach Bedarf zu stillen.

Wenn du während des Stillens merkst, dass dein Baby die Brustwarze nicht richtig im Mund hat, solltest du neu anlegen. Gehe hierfür vorsichtig mit dem kleinen Finger in den Mundwinkel deines Babys, um das Vakuum zu lösen. So kannst du deine Brustwarze schmerzfrei aus dem Mund des Babys ziehen und erneut anlegen.

 

Wunde Brustwarzen durch ein verkürztes Zungenbändchen

Ein weitere Ursache von wunden Brustwarzen kann ein verkürztes Zungen- oder Lippenbändchen sein. Es kann sein, dass dein  dein Baby dadurch die nötige Melkbewegung mit der Zunge nicht richtig ausführen kann und die Brustwarze dadurch gereizt wird. Solltest du den Verdacht haben, kläre dies am besten mit deiner Hebamme, einem Kinderarzt oder einer Ärztin ab.

 

Wunde Brustwarzen bei vollen Brüsten

Auch eine zu pralle oder harte Brust kann zu schmerzenden Brustwarzen führen. Der initiale Milcheinschuss am Anfang kann dazu führen, dass deine Brüste hart und prall werden und deswegen dein Kind Schwierigkeiten bekommt, genug Brustgewebe in den Mund zu nehmen.

Dies reguliert sich nach ein paar Tagen von alleine, wenn der Körper weiß wieviel Milch produziert werden muss bzw wieviel für das Baby benötigt wird (Angebot/Nachfrage ;)). Abpumpen würde ich weder bei Milchstau noch bei verstärktem Milcheinschuss empfehlen. Das kann den Körper „verwirren“ und signalisieren hier wird mehr Milch gebraucht. Besser ist hier mit der Hand die Milch auszustreichen.

Um einem Milchstau, der zu kleinen verhärteten Stellen in der Brust führen kann, vorzubeugen, kannst du außerdem zwischen unterschiedlichen Stillpositionen wechseln, dazu habe ich dir hier einen ausführlichen Artikel geschrieben. Wenn du unsicher bist, lass dich von deiner Hebamme oder Stillberaterin beraten.

 

Wie kann ich wunden Brustwarzen vorbeugen?

Das Beste für deine Brustwarzen ist, wenn du einen guten Milchfluss und eine gute Stilltechnik hast. Der Milchfluss wird durch das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin beeinflusst. Um den Milchspendereflex deines Körpers zu fördern und mehr Oxytocin zu produzieren, hilft es, wenn du entspannt bist. Wenn du während des Stillens bequem sitzt oder liegst und dich wohlfühlst.

Hautkontakt und viel Kuscheln hilft ebenfalls, um die Milchproduktion anzukurbeln. Wenn es dir gut tut, kannst du vor dem Stillen einen warm angefeuchteten Waschlappen auf deine Brust legen, auch das fördert den Milchfluss.

Ein Neugeborenes wird oft zum Mittelpunkt. Als junge Mama lenkt man schnell seinen ganzen Fokus auf das frischgeborene kleine Wunder. Als Hebamme beobachte ich dies immer wieder und rate dir von Herzen: Damit es deinem Baby gut geht, muss es dir gutgehen. Achte auf deine Bedürfnisse. Was brauchst du? Stress hemmt die Bildung von Oxytocin. Je entspannter du bist, je besser es dir geht, desto besser klappt das Stillen und desto üppiger ist dein Milchfluss.

Was hilft bei wunden Brustwarzen?

Unsere Brustwarzen sind plötzlich gefordert, wie nie zuvor. Es ist also völlig normal, wenn sich deine Brustwarzen in den ersten Tagen nach der Geburt erstmal an die Beanspruchung, an das Saugen und Anlegen gewöhnen müssen. Um sie zu pflegen, trocknest du sie nach dem Stillen am besten nicht ab, sondern lässt deine Muttermilch, mit ihren wundervoll pflegenden Eigenschaften, einziehen. Lass Luft an deine Brustwarzen kommen und achte insgesamt auf eine gute Hygiene: Stilleinlagen solltest du nicht zu lange verwenden, deinen Still-BH regelmäßig wechseln und deine Hände vor jedem Stillen waschen.

  • Muttermilch pflegt die Brustwarzen
  • Nicht abtrocknen, sondern Luft ranlassen
  • Gute Hygiene: Stilleinlagen und -BHs regelmäßig wechseln, Hände waschen

Feuchte Wundheilung

Manche Frauen möchten ihre Brustwarzen gerne eincremen. Hier rate ich dir sanfte und natürliche Produkte zu verwenden, die explizit für Brustwarzen zugelassen und extra dafür gemacht sind, da das Baby mit deinen Brustwarzen beim Stillen in Berührung kommt. Die meisten Brustwarzensalben sind deshalb aus reinem Lanolin, um nicht vor dem Stillen wieder abgewaschen werden zu müssen. Dies unterstützt die Wundheilung und pflegt beanspruchte Haut. Wenn Du das baybies Körperliebe Öl für eine Brustmassage verwenden willst, solltest Du die Brustwarze in jedem Falle aussparen.

Es gibt außerdem feucht kühlenden Kompressen, die du auf deine Brustwarzen legen kannst und die den Heilungsprozess fördern. Bewährt hat sich auch Quark – er hilft bei einem verstärkten Milcheinschuss, Milchstau, Brustentzündung, warme volle Brust etc. aber nicht bei wunden Brustwarzen. Bei Quarkwickeln an der Brust sollte die Brustwarze immer ausgespart werden. Den kalten Quark kannst du auf deine Brust streichen und etwa 30 Minuten einwirken lassen, anschließend abspülen und deine Haut an der Luft trocknen lassen.

  • Brustwarzensalbe mit Lanolin
  • Kühlende Kompressen
  • Speisequark (nur auf die Brust, nicht auf die wunden Brustwarzen)

 

Trockene Wundheilung

Wem eher eine trockene Wundheilung hilft, der kann es mit Silberhütchen probieren. Diese wirken antibakteriell und sind kühlend. Du kannst diese nach Verwendung auswaschen und immer wieder benutzen. Auch das Auflegen von Heilwolle kann helfen. Rotlicht oder Laserbestrahlung ist ein weiteres tolles Mittel gegen wunde Brustwarzen. Selbstgemachte „Still- oder Brustdonuts“ (die Anleitung findest du Online) schützen vor Reibung und können gerade bei wunden Brustwarzen sehr angenehmen sein.

  • Kühlende Silberhütchen
  • Heilwolle
  • Rotlicht und Laser
  • Brustdonuts

 

Anhaltend wunde Brustwarzen und Schmerzen beim Stillen

Wenn alles nichts hilft, du starke Schmerzen beim Stillen hast oder Verletzungen an deinen Brustwarzen sichtbar sind, solltest du zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen. Hin und wieder können Pilzerkrankungen oder ein Vasospasmus der Brustwarze auftreten und die Ursache für Schmerzen und wunde Brustwarzen sein. In diesen Fällen solltest du dir professionelle Hilfe holen.

Stillen – ohne Schmerzen

Stillen ist nicht immer einfach. Stillen ist etwas völlig Neues für dich und dein Baby. Gib dir und euch Zeit. Wenn deine Brustwarzen am Anfang der Stillzeit schmerzen, achte ganz bewusst auf deine Bedürfnisse. Nimm dir viel Zeit beim Stillen und beim Anlegen, gestalte euch eine Wohlfühl-Atmosphäre, in der du dich entspannen kannst.

Schmerzen beim Stillen müssen und sollten nicht sein. Probier' aus, welche Mittel und Tipps dir helfen und welche Stillpositionen für dich am angenehmsten sind. Gib nicht auf, übe das Anlegen und lass dir gesagt sein: Die allermeisten Frauen haben zu Beginn Schwierigkeit und Probleme beim Stillen. Mit ein wenig Übung und den richtigen Handgriffen wird dieses Stillproblem aber allermeistens schnell gelöst und Stillen wird zu einem schönen Erlebnis für dich und dein Baby.

Ich wünsche dir alles Gute und eine fantastische Stillzeit!

Alles Liebe, und bis zum nächsten Mal, eure baybies-Hebamme Ana

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